Im Affekt BiPolar

bipolar unzensiert - Fakten, Stories und Deep Talk von Betroffenen, Gästen und Experten

Arbeiten trotz oder mit einer BiPolaren Störung

Leider müssen auch Menschen mit einer Bi Polaren Störung arbeiten gehen um Geld zu verdienen. Darum soll es in der heutigen Episode gehen.

19.01.2026 107 min

Zusammenfassung & Show Notes

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“… es gibt viele schlaue Sprüche zum Thema arbeiten. Doch wie ist es auf dem Arbeitsmarkt oder wenn man in einem Vorstellungsgespräch sitzt und im Hinterkopf immer das Thema Bi Polare Störung hat oder man immer wieder mal ausfällt wegen manischer Phasen? Josie ist gerade selbst auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle und stellt sich genau diese Fragen im Gegensatz zu Kai der gefühlt 100 Jahre auf seiner Arbeitsstelle sitzt.

Im Gespräch kann immer wieder mal das Thema Suizid vor. Solltet ihr damit ein Problem haben überspringt diese abschnitte bitte. Hilfe findet 24/7 per Telefon bei der Telefon Seelsorge unter 0800/1110111

Für die Episoden des "Im Affekt BiPolar" liegen vollständige Transkripte mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor. Bitte beachten: dieses Transkript wurde jeweils automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegen gelesen oder korrigiert. Das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort.

Hosts
-
Josie (Instagram)
- Kai "Dany" Preston (Mastodon | Amazon | Instagram | Bluesky | Website)

Kontaktadresse
mail@im-affekt-bipolar.de

Shownotes
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Musik im Podcast
-
Intro: "Bad Ideas" (Clean) von Kevin MacLeod (incomptech.com)
- Outro: "Cheery Monday" von Kevin MacLeod (incomptech.com)

Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Transkript

Und Action! Herzlich willkommen zum Podcast im Affekt Bipolar. Gegenüber von mir sitzt der Kai.
Kai
00:00:29
Hallo, frohes Neues.
Josie
00:00:31
Frohes Neues. Wann kommt die Folge raus?
Kai
00:00:33
Im Februar, März?
Josie
00:00:35
Im neuen Jahr.
Kai
00:00:35
Nö. Also mir gegenüber sitzt natürlich wie immer die Josie.
Josie
00:00:38
Ja, hallöle.
Kai
00:00:39
Und wir haben heute den 12. Januar. Ihr habt schon eine Folge dieses Jahr bekommen, aber die hat aber noch zwischen Weihnacht und Neujahr, glaube ich, aufgenommen. Auf jeden Fall noch 2025, daher jetzt nach...
Josie
00:00:50
Zum Thema Schlafhygiene. Hat sich etwas bei deiner Schlafhygiene verändert?
Kai
00:00:54
Nein, ich habe gearbeitet ganz zum Jahr. Also ich habe zwischen Weihnachten und Neujahr, ich glaube ab 25 bis zum 2. habe ich durchgearbeitet.
Josie
00:01:03
Okay.
Kai
00:01:03
Und zwischenzeitlich mal gefeiert. Und dann war Neujahr, da hatte ich Nachtschicht. Sprich, ich habe um 7 Uhr gemütlich gegessen mit der Stiefmutter. Also die Mutter von meiner Frau ist meine Stiefmutter. Oder meine Schwäger, Schwagermutter.
Josie
00:01:19
Nee, Schwagermutter gibt es gar nicht.
Kai
00:01:21
Die Schwager? Nee, das ist es nicht.
Josie
00:01:25
Stiefmutter ist es aber auch nicht.
Kai
00:01:26
Stiefmutter ist doch, wenn mein Vater nochmal heiratet, oder?
Josie
00:01:29
Genau, ja.
Kai
00:01:31
Die Mutter meiner Frau auf jeden Fall, was auch immer sie zu mir ist.
Josie
00:01:34
Schwiegermutter.
Kai
00:01:34
Schwiegermutter.
Josie
00:01:35
Ach so, jetzt ist es mir eingefallen.
Kai
00:01:36
War dann kurzfristig zum Besuch, weil der Schwiegervater im Krankenhaus war, weil er eine Lungenentzündung hatte, schon länger, aber nie zum Arzt gegangen ist. Und dann ist er zum Arzt und haben sie direkt reingeschickt auf Antibiotika, Infusionen. Und daher haben wir kurzfristig noch die Schwiegermutter eingeladen. Die hat dann bei uns mitgegessen, war aber auch krank. Es waren alle krank sowieso über das Jahreswechsel.
Josie
00:01:59
Ja.
Kai
00:01:59
Und dann bin ich um acht ins Büro gefahren. Um halb zwölf kam dann die Frau vor meinem Chef, also meinem Teamkollege, der aber auch gleichzeitig mein Chef ist, mit Sekt in Dosen. Dann haben wir angestoßen.
Josie
00:02:11
Sekt in Dosen?
Kai
00:02:12
Jeder hat so eine Dose Sekt.
Josie
00:02:13
Am Silvester?
Kai
00:02:14
Ja, um zwölf Uhr. Dann hat sie noch so eine LED, kleine Stange mit LED-Lampe gehabt. Hat ein bisschen Konfetti rumgestreut. Um halb eins sind sie wieder heimgegangen. Das Büro liegt alles noch so da. Zumindest war es 12.01. Wir haben es nicht weggeräumt. Die LED-Leuchte leuchten immer noch, Batterie betrieben. Die leuchten ja ewig. Aber wir haben mit Sekt angestoßen um 12 Uhr und dann haben wir weitergearbeitet.
Josie
00:02:38
Okay.
Kai
00:02:40
So war mein Jahreswechsel. Und dann, ja. Also Schlafhygiene ist wie gewohnt nicht vorhanden.
Josie
00:02:46
Nicht sehr hygienisch. Nicht sehr hygienisch.
Kai
00:02:49
Und wie war denn dein Jahreswechsel? Rein schlaftechnisch, hygienisch? Also Schlafhygienisch, so ist richtig.
Josie
00:02:55
Ja, wir waren, also ich nehme ja dann das Quediapin halt dann einfach nicht.
Kai
00:02:59
Hast du gerade gesagt, du nimmst einfach nicht?
Josie
00:03:01
Ja, also ich nehme es dann erst, wenn ich dann zu dir gehe.
Kai
00:03:04
Ach so, jetzt war ich gerade das Stachausch jetzt abgesetzt.
Josie
00:03:06
Nee, auf Gott, ich habe das Aripripazol, das nehme ich nicht mehr. Und das andere Medikament, was mir mein Neurologe verschrieben hat, was ich glaube ich 10 oder 12 Tage genommen habe, nehme ich auch nicht. Weil ich die einfach nicht merke, dass die irgendwas verändern. Das weiß mein Neurologe allerdings noch nicht.
Kai
00:03:27
Dann hoffen wir, dass er dir nicht zuhört?
Josie
00:03:29
Ja, nee, das tut er jetzt wahrscheinlich nicht.
Kai
00:03:31
Wenn ihr direkt einen Block rausholt, vermerken, Josy. Jeder geht mich mit meinen Medikamenten.
Josie
00:03:37
Ich wollte ja eigentlich das Sertralin haben, damit ich wieder ein bisschen positiver gestimmt durchs Leben gehe. Aber er hat gesagt, nee, das geht auf gar keinen Fall, weil ich ja die letzten zwei Mal manisch wurde. Und er hat befürchtet, dass ich dann wieder manisch werde, wenn ich das Sertralin halt nehme.
Kai
00:03:55
Jetzt halten wir dich lieber ein bisschen traurig.
Josie
00:03:57
Ja.
Kai
00:03:58
Da sind wir wieder beim Thema, die Krankheit ist ein Arschloch. Du sollst nicht zu glücklich sein, weil ich schon ein bisschen malig aber auch nicht zu traurig, weil ich schon ein bisschen depressiv halte ich so leicht depressiv. So ganz leicht.
Josie
00:04:10
Immer schön in der Mitte bleiben.
Kai
00:04:13
Erzähl dir immer traurige Geschichten, wenn du dort bist. Josy, Sie sind zu glücklich. Ich habe da eine Geschichte für Sie von toten Hunden, kleinen toten Hunden. Da will ich sie haben.
Josie
00:04:25
Ich weiß nicht, ob ich depressiv bin. Keine Ahnung, ich bin einfach so verloren, so lost, weil ich keinen Job habe.
Kai
00:04:35
Das ist das erste Thema. Leute, meldet euch, wir brauchen einen Job für die Josy. Diese Frau ist echt abhängig von Arbeit. Die hat da echt eine komische Grund-Dingsbums. Du fühlst dich wertlos ohne Job. So hast du es doch selbst definiert. Oder nicht wertlos, aber schon nicht so viel wert. So hast du, glaube ich, gesagt. Du definierst dich über deinen Job.
Josie
00:04:57
Genau. Ich habe halt einfach, passt heute zum Thema, wir starten nämlich mit dem Thema Beruf und Karriere. Heute reden wir ein bisschen über unsere beruflichen Situationen oder beruflichen Erfahrungen im Zusammenhang mit der bipolaren Erkrankung.
Kai
00:05:13
Ihr seht jetzt, wie sie ausweicht.
Josie
00:05:15
Wieso? Ja, also wir können direkt deep einsteigen und dann erzähle ich alles.
Kai
00:05:21
Okay, machen wir aber erst die Skalierung und dann werden wir deep. Also wir arbeiten in die Tiefen.
Josie
00:05:27
Ja, also ich habe das, zurück zur Frage, wie Silvester, ich habe das Kioterapin halt dann nicht genommen, weil dann werde ich halt, wenn ich das dann nehme, dann, ja.
Kai
00:05:37
Dann gehe ich ja Stunden später ins Bett, das hast du gesagt.
Josie
00:05:40
Zwei Stunden, eineinhalb bis zwei Stunden danach werde ich dann schon sehr müde und ich merke das dann auch in den Knochen tatsächlich, wie es, dann kann ich nicht mehr ruhig sitzen, dann, das ist ganz schwierig und in so einem Zustand, das habe ich schon mal gemacht auf einer Hochzeit, wo wir auch lange da waren und dann, das war ein ekliges Gefühl, das auszuhalten, sich nicht dann hinlegen zu können, also wie das Quetapin dann gewirkt hat, das mache ich meistens dann nicht mehr, deswegen nehme ich es dann später von der Uhrzeit her, wenn ich dann weiß, okay, ich gehe jetzt ins Bett.
Kai
00:06:11
Du hast deine normale Zeit genommen, obwohl du dann noch auf einer Feier warst?
Josie
00:06:15
Nee, gerade eben nicht.
Kai
00:06:16
Achso, okay, weil du magst nicht mehr.
Josie
00:06:18
Hast du gesagt. Genau, auf der Hochzeit, auf einer Hochzeit habe ich das mal gemacht. Und dann habe ich so gegen 22, 23 Uhr geholt und dann oder so in den Dreh rum und das war dann nicht so gut, weil wir für das Brautpaar haben die ganzen Geschenke noch eingepackt nach der Feier und sind dann nachts noch zu deren Wohnung gefahren und haben die Geschenke schön platziert und ein bisschen dekoriert und das hat sehr viel Spaß gemacht, aber auf dem Quedjapin, das war sehr unruhig, sehr zappelig vom Körper her und auch die Autofahrt musste ich mich jede fünf Sekunden bewegen, weil das so, ekliges Gefühl einfach ist.
Kai
00:07:03
Ja, weil der Körper ins Bett will, ne? Bist ja dann... Also du nimmst dein Template zum Schlaf und schlafst, oder?
Josie
00:07:11
Ja, ich dachte, es würde passen, aber hat halt nicht gewusst.
Kai
00:07:16
Konntest wahrscheinlich einfach nicht Schluss machen, da haben wir ja die Erfahrung gemacht, du kannst dir nicht sagen, jetzt ist es vorbei für heute, ne? Dann war die Party vorbei, aber doch nicht für dich.
Josie
00:07:24
Nee, genau. Ja, weil wir, das ist eine sehr, sehr enge Freundin, also Und wir haben sehr viel für die Hochzeit gemacht, auch so eine Tombula und so. Und das war schon sehr schön. Und das war dann schon klar, dass man einfach bereit ist und für sie da ist und die Dinge halt erledigt und macht für sie. Weil man will ja auch, dass diese Menschen einfach einen schönen Tag haben und eine schöne Hochzeit halt auch feiern. Ja, das war so ein bisschen Pflichtgefühl, Pflichtbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein beim Thema Freundschaft. Freundschaft können wir auch mal reden.
Kai
00:07:54
Das können wir gerne machen. Das ist ein trauriges Thema vielleicht.
Josie
00:07:58
Echt? Ja.
Kai
00:08:00
Schreib mal auf. Aber ich habe ja jetzt kapiert, das ist der gleiche Zettel. Du hast nicht schon zehn, sondern es sind sieben alte Themen plus zwei neue.
Josie
00:08:07
Richtig, genau. Da steht halt noch andere Sachen mit drauf. Also von den letzten Sitzungen, die wir da gemacht haben.
Kai
00:08:14
Ja, es war immer ein riesen Blog dabei, aber schreibt immer auf den gleichen Zettel. Nach fünf Aufnahmen habe ich das mal verstanden.
Josie
00:08:21
Achso, denkst du, ich habe immer was Neues mit?
Kai
00:08:24
Ich sage immer, es würde ich hier auf der Couch legen und du schreibst mit her. Okay, aber jetzt gehen wir zu deiner Skalierung.
Josie
00:08:30
Ja, also wir haben ja gesagt von minus 10 hochgradig depressiv bis plus 10 manig. Also hochgradig manig und 0 wäre so in der Mitte angekommen. Kai, wie siehst du dich denn so im neuen Jahr?
Kai
00:08:44
Im neuen Jahr. Ach, das fällt mir immer so schwer. Keine Ahnung. Jetzt gerade geht es mir irgendwie, ich bin zwar völlig müde, aber ich glaube eher so 0,1. 0,1, ich bin ne, ich glaube eher 0, ich glaube ich habe da gar keine nicht mal minimal, man, ich glaube ich, Ich glaube, ich bewege mich bei der schönen Null in diesem Moment.
Josie
00:09:06
Das ist schön.
Kai
00:09:07
Ich glaube nicht. Ich schwenke so ein bisschen hin und her, aber ich glaube nicht, dass es irgendwie malig oder Depression ist. Es ist einfach nur mal schlecht gelaunt, aber nicht so, dass es mich jetzt runterreißt.
Josie
00:09:17
Okay.
Kai
00:09:18
Ich ruhe im Moment in mir selbst so ein bisschen. Ich weiß gar nicht, warum ich das gerade hinkriege. Meine Frau ist ein bisschen genervt.
Josie
00:09:25
Von dir?
Kai
00:09:26
Sagt immer, benimm dich nicht, als wärst du der Buddha hier.
Josie
00:09:30
Echt? Weil du so die Ruhe australst?
Kai
00:09:33
Weil meine Frau gerade hormonbedingte, nicht so gut gelaunte Stimmung hat und ich, der Ruhepunkt, bin in unserer Familie, was nicht so oft der Fall ist.
Josie
00:09:42
Okay.
Kai
00:09:43
Weil meine Frau rasselt dann mit den Kindern aneinander und ich hocke da drin und du schlaue Buddha sprüche, ich bin hier, ich ruhe mir selbst, ich bin ein Tempel. Ich kann meine Frau aber auch nicht leiden dann.
Josie
00:09:54
Echt, okay. Was mag denn deine Frau an dir?
Kai
00:09:59
Ich weiß es nicht. Mich, weil ich witzig bin wahrscheinlich.
Josie
00:10:04
Ja doch, witzig bist du auf jeden Fall.
Kai
00:10:06
Aber wenn ich depressiv bin, magst du es auch nicht, stimmt.
Josie
00:10:11
Genau, bei mir ist es so unterschiedlich. Also gerade als ich auf der Toilette war, hatte ich gerade so einen Anflug von hoher Motivation. Also nicht, weil ich auf die...
Kai
00:10:20
Weil die Toiletten hier so schön sind im Space.
Josie
00:10:23
Nee, keine Ahnung. Es war gerade so ein Gefühl davon, es wäre so schön zu arbeiten, es wäre so schön eine Aufgabe zu haben Und es tut gut, früh aufzustehen, was zu tun und nicht sich so hängen zu lassen, sich so gammeln zu lassen. Und die letzten Tage oder Wochen ist es ja bei mir... Immer so ein Gefühl von, ich will gar nichts tun, ich will nur auf der Couch rumliegen, bloß keine Anstrengung, bloß keine Belastung. Wir haben ja jetzt den Kleiderschrank geliefert bekommen, allerdings war ein Teil vom Sockel kaputt, sodass sie ihn nicht aufbauen konnten.
Kai
00:10:55
Das nervt, ja.
Josie
00:10:56
Ja, und dann muss ein neuer Termin her und dann wird der Sockel dann ausgetauscht. Das heißt, sie konnten den Kleiderschrank nicht aufbauen. Mein Mann fand das ziemlich scheiße. Ich habe mich gefreut.
Kai
00:11:08
Dass du den einräumen musst? Ja, genau.
Josie
00:11:11
Das weiß er auch noch gar nicht oder das habe ich ihm auch noch nicht erzählt, aber ich habe einfach, um diese Arbeit zu vermeiden, habe ich mich gefreut. Also yes, ich muss die ganzen, weil unser Gästezimmer ist voll mit Kleidung.
Kai
00:11:23
Ja, klar. Irgendwo sehr hin.
Josie
00:11:25
Ja, und das ist so viel Arbeit und ich habe so viele Klamotten, die mir einfach gar nicht passen. Und ich würde die echt gern loswerden. Ich habe gerade so ein Schmeiß-alles-weg-Phase, weil es mich belastet, die ganzen Sachen. Weil es ja ätzend, Klamotten rumliegen zu haben, die du seit Jahren nicht mehr getragen hast.
Kai
00:11:45
Meine Frau hat meine inzwischen Kisten. Sie fragt mich alle halben Jahre, willst du sie noch behalten? Ich sage, klar, da passe ich irgendwo wieder rein. Und dann sagst du, na dann behalten wir die natürlich. Ich glaube, die taucht gern los.
Josie
00:11:57
Ja, also ich bin ja realistisch.
Kai
00:12:02
Ich nicht.
Josie
00:12:03
Ja, von daher würde ich das gerne ein bisschen cleaner haben, weil dann habe ich nicht den alltäglichen Stress, immer im Kleiderschrank zu suchen, okay, welches Teil passt mir jetzt und welches Teil nicht. Und ich habe dann im Endeffekt gar nicht so viele Kleidung.
Kai
00:12:19
Deswegen habe ich Schachteln. Also meine Frau hat es irgendwann in den Schachteln, weil unser Kleiderschrank voll war mit kleinen T-Shirts. Ich habe eine Unmenge von T-Shirts, seit ich 18 bin und die passen mir einfach seit 32 Jahren nicht mehr. Aber ich bin der Meinung, ich bin ja nur ein guter Laufweg davon, dass die mir wieder passen. Meine Frau glaubt mir nicht, aber sie akzeptiert es und schacht und du die Schachteln dann halt wieder wegstelle.
Josie
00:12:44
Ja, ja. Also auf der Skalierungsfrage ist es gerade so zwischen minus vier und null.
Kai
00:12:50
Doch, so weit immer noch, immer wieder.
Josie
00:12:53
Ja, also es hat sich nicht viel verändert. Also ich esse nicht viel, also ich esse den ganzen Tag nichts, außer dann abends, wenn wir kochen. Ich bin einfach so verloren, ohne Halt und fühle mich halt so, also das Gefühl von Sinnlosigkeit ist gerade sehr groß da. und das mag ich ja überhaupt gar nicht. Also alles fühlt sich sinnlos und doof an, egal was wir gucken, egal was wir machen. Es kommen langsam immer mehr lebensmüde Gedanken auch hinzu. Also an Suizid habe ich jetzt noch nicht gedacht, aber manche... Ja, schon so ein bisschen. Und das tut mir halt einfach nicht gut. Aber mal schauen vielleicht. ich finde auch, was gerade so draußen los ist in der Welt da.
Kai
00:13:45
Musst du ja bei minus 10 dich eigentlich dauerhaft.
Josie
00:13:48
Wegschießen das ist so erschreckend und es macht mir Angst und ich fühle mich hilflos ich fühle mich auch machtlos, also du kriegst von der Politik keine guten Neuigkeiten außer dass sie das mit dem Bürgergeld haben sie jetzt umgenannt, wie heißt das nochmal das.
Kai
00:14:04
Ist ja auch keine gute Nachricht.
Josie
00:14:05
Ja und dann haben sie nur ein paar Millionen eingespart, wo ich mir denke und die Sanktionen, es wird immer nur auf die Kleinen rumgetreten und, draufgehauen und Vermögensteuer kommt halt nicht oder Reichesteuer kommt halt einfach nicht oder die SPD will das vielleicht jetzt gerade mal angehen oder hast du das mitbekommen?
Kai
00:14:23
Die SPD will das seit 50 Jahren angehen.
Josie
00:14:25
Ja, das ist Und ich weiß nicht, irgendwie sieht alles so in den nächsten fünf bis zehn Jahren richtig scheiße aus, so politisch-weltgeschehen-mäßig, finde ich. Und das macht mir große Sorgen und Ängste halt, habe ich dann auch. Und ich leide dann auch mit, wenn ich mir denke, in welchen Ländern andere Menschen halt leben, die einfach nur, also ich hatte einfach nur fucking Glück, dass ich in Schlesien geboren bin. Wenn ich in irgendein Drittler oder in Iran oder Irak geboren wäre, würde mein Leben ja so viel anders da aussehen. Und wir haben ja jetzt auch ein Haus und mein Mann verdient einen Haufen Kohle und auch ohne mein Gehalt kommen wir gerade so durch und er hat auch mal geguckt, wir sind... Schon ein bisschen Überhalb der Grenze, also schon Von den Leuten in Deutschland Die, wie sie halt einfach Auch Geld verdienen, halt schon ein bisschen Vermögender, also reicher halt Als die. Meisten halt schon Und das ist halt so Es fühlt sich, ich könnte auf so vielen Ebenen dankbar sein, bin es Aber nicht Und jetzt ist mein Handy kaputt gegangen Und jetzt müssen wir dafür Geld ausgeben Und wir haben dieses Geld einfach nicht, Jetzt ist mein Papa eingesprungen, hat mir dann ein Handy gekauft und dafür geht ganz viel Liebe raus. Ist mir auch scheißegal, was für ein Handy das ist. Er hat es einfach entschieden. Ich verkack so die, also ich habe jetzt sechs Bewerbungsgespräche gehabt, aber die Bewerbungsgespräche liefen auch so unterschiedlich. Aber ich kriege halt dann einfach Absagen und ich glaube, dass ich nicht so gut performe, weil ich schon so lange aus dem Beruf jetzt raus bin.
Kai
00:15:59
Ich glaube eher ist es eine depressive Stimmung, als dass du zu lange raus bist.
Josie
00:16:03
Meinst du?
Kai
00:16:04
Ich meine, wie will ich den anderen von dir überzeugen, wenn von dir nicht selbst überzeugt bist? Klingt jetzt hier wieder so kalendersprüchtechnisch, aber es ist ja das Ding, ich sehe ja, wie du hier dann immer reinkommst. Das ist so doof.
Josie
00:16:17
Ja.
Kai
00:16:18
Du trägst schon so ein bisschen die Traurigkeit vor dir her.
Josie
00:16:22
Ja, also das ist auch so die Rückmeldung von den Leuten aus dem Verein, wo ich dann da reinkomme und ich muss mich echt zwingen, Badmins spielen zu gehen, beziehungsweise mein Mann zwingt mich auch. Also der zwingt mich echt und heute haben wir ja wieder Training. Ich gehe hauptsächlich mit, weil ich dann duschen kann. Weil wir ja zu Hause noch keine Duschen haben.
Kai
00:16:41
Ihr habt noch keine Duschen?
Josie
00:16:42
Nee.
Kai
00:16:43
Hast du noch gar nicht gesagt?
Josie
00:16:45
Wir haben Badewanne, das funktioniert dann mit Saubermachen schon. Aber die Duschen, da fehlen die Glasscheiben noch.
Kai
00:16:53
Oh nein, das ist auch so ein Scheiß, natürlich.
Josie
00:16:56
Ja. Naja, also deswegen, es gibt hier in Landau ein paar Stellen, die frei wären, wo ich denke, dass ich da auch genommen werden wollen würde, also genommen werden würde, aber ich weiß nicht, ob ich das will, mit Langzeitarbeitslosen zu arbeiten. Die sind meistens nicht so motiviert. Und dann habe ich halt noch eine Möglichkeit, ich habe diese Woche einen Termin mit der Arbeitsagentur, einen Online-Termin, dass ich da Fortbildung mache zum Thema Personalentwicklung.
Kai
00:17:30
In dem Bereich, wo du möchtest, oder?
Josie
00:17:31
Genau, also in dem Bereich, wo ich halt reingehen möchte.
Kai
00:17:35
Und das kriege ich ja bezahlt in der Zeit. Da kriege ich auch Geld in der Zeit.
Josie
00:17:38
Ja, und das ist ganz schön teuer, diese Fortbildung.
Kai
00:17:42
Die Fortbildung, dein Gehalt, also dein Gehalt in Anführungszeichen, Arbeitslosengeld halt.
Josie
00:17:46
Ja. Und da sind so ein paar Fortbildungen zum agilen Coach halt mit dabei. Und das könnte ich mir, glaube ich, schon auch ganz gut vorstellen. Also ich habe echt Lust, irgendwas zu tun oder zu machen halt am PC. Aber jetzt zieht es mich gerade wieder so runter. Ich bin genervt von mir selbst.
Kai
00:18:07
Aber du musst doch ja Postel sehen. Die haben doch Hoffnung in dich. Die sagen, die könnte man noch wo reinstecken. Das bringt doch was.
Josie
00:18:13
Die haben wir noch nicht verloren. Ja, achso, nee, das muss ich erstmal noch genehmigen lassen.
Kai
00:18:18
Achso, ich dachte, es kommt von dir, aber es kommt von dir.
Josie
00:18:20
Nee, nee, es kommt von mir.
Kai
00:18:22
Ah, verstehe. Ja gut, mit Sexablehnung ist das schon mal eine gute Grundvoraussetzung. Eine Sache, du bist nicht direkt zu vermitteln.
Josie
00:18:30
Ja, eine Position ist noch offen, das wäre auch im Bereich Mitarbeiter, Personalentwicklung in einem Klinikum. Da, wo ich auch war als Patientin.
Kai
00:18:42
Ah, die kennen dich.
Josie
00:18:43
Nee, die kennen mich halt eben nicht, genau. Aber das war ein total super gutes Gespräch. Und dann hätte ich auch wirklich Teamentwicklung machen können. Und da hatte ich dann eigentlich auch schon Bock drauf, tatsächlich mit hochstrittigen Teams da Lösungen zu finden oder das zu moderieren.
Kai
00:19:01
Aber du hast jetzt noch keine Antwort.
Josie
00:19:03
Nee, das dauert noch bis Ende Januar ungefähr.
Kai
00:19:06
Ah, okay, okay. Also drücke mir weiter die Daumen.
Josie
00:19:10
Aber die haben auch viele Bewerber. Und es wäre nur eine Viertelstunde von mir entfernt. Da muss ich nicht nach Speyer oder Germersheim fahren, eine Dreiviertelstunde. Das eine Bewerbungsgespräch in Speyer, das war echt schwierig. Also die Frau war, die Geschäftsführung, die hat mir einen Blumenstrauß an Stellen angeboten, von vier Stellen, die ich machen könnte. Und alles hat sich ziemlich nach ambulanter Jugend- und Familienhilfe angehört.
Kai
00:19:33
Das, was du vorher doch gemacht hast, oder?
Josie
00:19:34
Ja, so ähnlich halt. Aber ich habe halt keine Lust, eine Dreiviertelstunde Auto zu fahren für so eine Art von Job. Keine Ahnung. Ich weiß halt nicht, was ich will. Also eigentlich schon Personalentwicklung. Weil es sich gut anhört, glaube ich.
Kai
00:19:49
Weil es sich gut anhört. Ja. Verstehe. Wir sind schon so richtig reingerutscht in dieses Job und Thema.
Josie
00:19:58
Würde in meinem Lebenslauf gut kommen.
Kai
00:20:02
Lebenslauf, Lebenslauf.
Josie
00:20:05
Ja. Wann hast du dich denn das letzte Mal beworben?
Kai
00:20:08
Vor 20 Jahren oder so.
Josie
00:20:10
Was? Oh Gott.
Kai
00:20:11
Ich bin doch schon seit ewig in diesem Konzern, der meine Seele ausraubt. Okay. Da bin ich, ich war da erst fünf Jahre als Externer, glaube ich. Müssten fünf Jahre gewesen sein, bestimmt. Oder zehn. Siehst du, das verwischt alles so. Und jetzt bin ich jetzt schon 15 Jahre intern.
Josie
00:20:29
Okay.
Kai
00:20:29
Also, oder zehn. Also meine Tochter ist zwölf. Die Große ist jetzt zwölf geworden. Also ich bin jetzt zwölf Jahre da. Aber ich war, glaube ich, schon drei Jahre schon vorher da oder vier Jahre. Also ich sage mal, 15 Jahre bin ich jetzt da.
Josie
00:20:43
Okay.
Kai
00:20:43
Ich könnte es ja nachgucken, aber... Nee, da wüsste ich nur, wie lange ich intern bin. Extern war ich ja auch jahrelang. Und dann musste ich irgendwie intern wechseln.
Josie
00:20:51
Du bist aus dem Bewerbergeschäft so richtig raus dann eigentlich?
Kai
00:20:54
Ja. Ich habe zwischenzeitlich mal eine Bewerbung geschrieben für den Bruder meiner Frau. Vor zwei Jahren, glaube ich, wie er sich in die Schweiz beworben hat. Weil der ist ja so ein bisschen durch die Welt getingelt, hat so Work and Travel gemacht, war dann jahrelang in Australien oder dann auch im asiatischen Raum unterwegs und ist dann bei Corona wieder zurückgekommen oder danach. Ich kann es dir gar nicht so genau sagen. Dann war er lang in Portugal noch. Dann wollte er eigentlich nirgends mehr hin, wo es kalt ist. und dann irgendwie war er genervt, dann ist er zurückgekommen und dann hat er gesehen, da gab es eine schöne Stelle in der Schweiz, in ein Skigebiet, also so Ski- und Freiturlaubsgebiet, ich weiß nicht welches, es gibt ja ein, zwei in der Schweiz und dann dachte ich, eigentlich wollte er nie wieder wohin, wo es kalt ist, aber das fand er auch cool, weil naturtechnisch und so ist halt einfach eine schöne Gegend. Mit dem ganzen Jahr ist da Action und dann hat er sich beworben, hat seine erste Bewerbung geschrieben, die hat er uns gegeben, um es sich anzugucken und ich habe gesagt, boah, nee, gar nicht.
Josie
00:21:56
Wieso?
Kai
00:21:57
Weil es einfach schlecht war. Man merkt, er hat sich wahrscheinlich irgendwann mal aus der Schule heraus das letzte Mal wirklich beworben. Weil er hat sich beworben, hat eine Ausbildung gemacht, hat dann doch noch gearbeitet, hat dann noch das sein, nicht sein, war das sein Meister? Ich weiß nicht, ob es der Meister war, aber irgend so was in die Richtung. Ich bin im Handwerk gar nicht drin, ich weiß, aber da gibt es nicht nur den Meister, sondern auch andere Sachen. Und ist dann direkt von da, die hätten ihn gern behalten für immer. Die haben auch schon Führungsaufgaben übergeben und alles. Also er hat schon so ein Team unter sich gehabt. Aber er wollte ja nach Australien. Und dann hat er sich nie wieder beworben.
Josie
00:22:29
Okay.
Kai
00:22:29
Weil das ist ja dann alles so ein Job, so er bin ich, braucht die einen, was auch immer er ist. Und dann hat er gesagt, auf jeden Fall. Und dann hat er seine Bewerbung geschrieben. Dann hat er die meiner Frau gegeben, die sich auch nur ausgibt. einmal im Leben beworben hat. Also meine Frau hat ja sich, die hat eine Ausbildung angefangen, da waren wir schon zusammen, dann hat sie die abgebrochen, dann hat sie eine Bewerbung geschrieben. Jetzt muss man sagen, meine Frau ist halt eine Top-Schülerin gewesen. Also egal, wo die hin ist, haben sie gesagt, ja, unterschreiben Sie hier. Also deren Bewerbung ist so, wie man sich das gar nicht vorstellen kann. Jeder wollte sie haben. Und dann ist sie ja wohin, hat da gelernt und ist dann auch geblieben über bis jetzt, wo wir das dritte Kind bekommen haben. War zwischendurch Betriebsrat und das Ganze gedöhnt. Und der Chef dachte auch, sie kommt nach dem dritten Kind zurück. Und sie hat dann gesagt, hey, sorry, ich komme nicht mal. Weil wir sind ja auch zwischenzeitlich umgezogen. Ich habe jetzt eine Stelle hier, wo wir wohnen. Und da ist ja auch mit Führungsaufgaben und alles. Sprich, auch sie konnte ihrem Bruder nicht helfen bei einer Bewerbungsschreiber. Und ich habe halt ein paar Bewerbungen geschrieben in meinem Leben. Zeige mal hier, ich kann das nicht. Und habe dann mehr oder weniger angefangen zu verbessern und habe dann irgendwann festgestellt, oh, verbessern bringt hier gar nichts. Ich schreibe es dir. und jetzt arbeitet er auch schon ein wenigstens zwei Jahre da, also hat es wohl funktioniert, aber schon für mich schon lange keine Bewerbung mehr geschrieben Ja.
Josie
00:23:50
Der Stellmarkt sieht gerade nicht so besonders gut aus, also wir haben Fachkräftemangel im Pflegebereich im pädagogischen Bereich Stimmt.
Kai
00:23:59
Ich sehe es im Kindergarten für meine Tochter Ja.
Josie
00:24:01
Da sind auf jeden Fall die Stellen sehr viele Stellen. Also ich habe da so ein paar Newsletter von der Diakonie Baden, glaube ich, und der Diakonie Pfalz abonniert, wo ich dann glaube ich alle zwei Wochen Stellen zugekommen habe und wie viele Erzieher gesucht werden, ist ja schon heftig.
Kai
00:24:22
Die haben letztes Jahr glaube ich vor dem Jahreswechsel irgendwie einen Monat lang auf Notbetrieb und von der Sexgruppe waren dann irgendwann nur noch zwei Gruppen auf, weil sie nur noch vier Erzieherinnen hatten, weil dann auch noch Magedarm und Corona und was halt alles, also Erzieher kriegen ja alles ab, was es gibt auf der Welt.
Josie
00:24:39
Ja, das stimmt.
Kai
00:24:40
Und es war dann wirklich jeden Tag nur, ja, nee, morgen leider, kam immer abends das Update, morgen leider auch nur Zweierzehrer, Dreierzehrer, Vierzehrer, bitte holt eure Kinder um zwölf ab oder um eins. Und dann gibt es wirklich schon noch Notbetrieb für die, die halt einfach beide Eltern arbeiten, dass die Kinder da noch bleiben können und alle anderen müssen halt irgendwann um zwölf abgeholt werden.
Josie
00:25:01
Ja.
Kai
00:25:01
Dann denke ich, okay. Und das geht ja schon ein Jahr lang, zwei Jahre lang, keine Ahnung, weil es einfach, man findet einfach keine Leute.
Josie
00:25:07
Also Fachkräftemangel ist auf jeden Fall da, wobei halt große Unternehmen, also richtig die sehr großen Unternehmen, Stellen krass streichen gerade auch. Also die zum Beispiel im Bereich der Automobilbranche. Ja gut, das ist ja auch keine Zukunftstechnologie.
Kai
00:25:25
Also wir suchen auch Leute wie verrückt, wenn jemand Ingenieur ist und Schichtarbeit arbeiten will. Ne, wir haben sogar Stellen ohne Schichtarbeit. Wir sind aber auch in einer Branche, die nicht interessant ist für junge Menschen. Auch wenn es leider immer sehr zukunftstechnisch ist.
Josie
00:25:42
In welcher Branche arbeitest du?
Kai
00:25:43
In der Waffenbranche.
Josie
00:25:45
Ach so.
Kai
00:25:46
In der Militärsicherheitsbranche.
Josie
00:25:49
Ja.
Kai
00:25:49
Das ist so geil. Ich bin ja voll der... Nein, das verstehe ich komplett, dass der Welt da nicht arbeiten will. Es ist halt eine alte, verknurrerte Firma.
Josie
00:26:00
Ja.
Kai
00:26:00
Weltkonzern. Aber trotzdem, verknüchert.
Josie
00:26:04
Aber wenn wir uns die politische Lage so anschauen, ist das halt die Branche, die jetzt in den nächsten Jahrzehnten boomt.
Kai
00:26:10
Ja, macht es nicht besser. Ich würde mich da auch nicht bewerben, wenn ich die Wahl hätte.
Josie
00:26:14
Ja. Das ist halt so, wie sehr tust du deine eigenen Prinzipien über Bord werfen, damit dass du irgendwie eine Möglichkeit hast, einen Job zu kriegen und dann auch Geld zu verdienen, weil du bist ja...
Kai
00:26:25
Ich glaube, junge Leute, die gerade mit diesem entsprechenden Studium kommen, finden auch ohne Probleme einen Job.
Josie
00:26:32
Es gibt so viele Berichte gerade.
Kai
00:26:35
Die das haben, was wir suchen.
Josie
00:26:38
Achso, das weiß ich jetzt nicht.
Kai
00:26:40
Das kommt ja auch drauf an, den Mangel gibt es schon, aber halt in alle Ställe, in alle auch Dinge. Und daher, da gibt es interessantere Firmen wahrscheinlich heutzutage als die Firma, die ich bin. Und wie gesagt, natürlich gibt es auch Berufe, die einfach kein Mangel besteht. Das ist halt dann die Frage, wo man da steht, ja.
Josie
00:27:00
Ja, und gerade wenn so große Unternehmen halt Stellen halt streichen oder keine eigene Personalentwicklungsabteilung haben, das wird ja dann manchmal von auch der Öffentlichkeitsarbeit übernommen, wenn Stellen ausgeschrieben werden oder so. War das jetzt mal bei dem einen Bewerbungsgespräch so die Rückmeldung, weil ich mich gefragt habe, auf der Homepage sind gar keine Stellen ausgeschrieben, aber woanders dann schon von denen. Und die haben halt gemeint, die Mitarbeiterin in der Öffentlichkeitsarbeit ist gerade einen Monat krank und wir sind halt so klein, dass es halt keiner mehr übernimmt.
Kai
00:27:33
Ja, wenn du nicht so groß bist, ja.
Josie
00:27:36
Das ist halt schon krass. Und wenn die großen Stellen, große Firmen die Stellen streichen, dann sieht es dann schon recht mau aus. Also ich gucke immer, also in meinem Handy habe ich immer auf Indeed und StepStone gucke ich immer. Dann gibt es halt auch so Kriterien, dass ich nicht staatlich anerkannte Sozialpädagogen bin, sondern Sozialwissenschaftlerin. Das heißt, für so pädagogische Stellen muss genau geprüft werden, ob ich überhaupt das machen darf oder halt nicht. Und das ist auch manchmal schon ein Ausschlusskriterium, weil ich das falsche Studium einfach habe. Ich habe auch schon überlegt, ob ich eine Ausbildung als Erzieherin machen soll. weil das halt so ein Bereich ist, der halt dringend gesucht ist und man schnell in der Umgebung was findet. Bist du sofort unter. Aber ich habe keinen Bock, drei Jahre nochmal eine Ausbildung zu machen. Das wäre ja finanziell schwierig für uns.
Kai
00:28:28
Also wenn es überhaupt grundsätzlich interessant ist für dich, Erzieherin, da gibt es doch so Unfälle. Also keine Ahnung, gefühlt nehmen die doch im Moment jeden und qualifizieren sie dann irgendwie. Also das klingt jetzt völlig abwertend, was gar nicht so gemeint ist. Also über Querdinger, was auch immer, wo die überall herkommen, sind doch gar keine Erzieherinnen mehr, ganz Großteil mit der klassischen Erzieherausbildung, mit denen die da arbeiten.
Josie
00:28:51
Meinst du, dass es da viele Quereinsteiger gibt?
Kai
00:28:54
Unglaublich viele, da hat sich doch viel geändert, weil sie einfach Leute suchen.
Josie
00:28:57
Okay.
Kai
00:28:59
Also ich glaube, wenn das wirklich, also Erzieher ist eher ein, möchte ich das wirklich? Weil klar, du arbeitest halt mit Kindern dann und es ist bestimmt kein ruhiger Job und kein... Aber wenn einem das Spaß macht, glaube ich, ist da ganz wenig Hindernisse, da reinzukommen. Natürlich die Frage, wie viele Erzieherinnen verdienen grundsätzlich wahrscheinlich nicht viel. Wäre ich damit nicht reich, aber... Ich glaube, das ist ein Job, den muss man wirklich mögen und dann ist es vielleicht ein toller Job. Also ich sehe die Erzieherinnen bei uns, die halt schon immer da sind. Und meine Tochter freut sich eine, ist jetzt krank. Da ist meine Tochter schon betrübt seit Tagen, weil die nicht da ist. Aber ich glaube grundsätzlich, also das ist ein Job, wo du wahrscheinlich immer sehr gut reinkommst. Wenn du irgendwelche, also die haben bestimmt schon Ansprüche, aber ich glaube, da gibt es zumindest sehr viele Möglichkeiten für Quereinstieg.
Josie
00:29:49
Ja, ach ja.
Kai
00:29:51
Aber wie gesagt, das ist halt für jemanden, der gerne Karriere macht.
Josie
00:29:55
Ich weiß gar nicht mehr, obwohl, also ich würde schon, ich würde schon gerne mit Gruppen und mit Erwachsenen, glaube ich, arbeiten.
Kai
00:30:03
Das ist natürlich dann nicht der Erzieher.
Josie
00:30:05
Nee, das ist es halt dann, ja, glaube ich, weniger. Aber es ist halt so frustrierend, weil die suchen dann meistens dann auch Leute, die schon eher Berufserfahrung haben in dem Bereich. Und das habe ich halt meistens halt dann nicht. Oder halt beim COD habe ich ein bisschen Mitarbeiterentwicklung gemacht, eineinhalb Jahre, aber halt mit Schwerpunkt digitale Kompetenzen. Das war schon auch eine coole Zeit, aber da habe ich mich auch verausgabt. Also ich habe eineinhalb Jahre wirklich hypomanisch und habe da sehr viel geleistet. Mein Chef wollte immer noch mehr und mehr und mehr. Ich musste da echt sagen, also so Nein sagen oder Grenzen setzen in der Arbeit fand ich sehr schwer. Auch an der Zeit an der Uni. Wenn du dich total verausgabt hast, dann war es mal okay. Ansonsten war die Rückmeldungen immer ein bisschen doof. Was hast du denn vor deinem Job gemacht, also den du jetzt fast 15, 20 Jahre machst? Kannst du dich daran auch erinnern? Hast du eigentlich eine Ausbildung gemacht oder studiert?
Kai
00:31:05
Das nicht. Ich habe mal eine Ausbildung gemacht vor 40 Jahren oder so. Nee, da wäre ich nur 10. Vor 35 Jahren, 34 Jahren.
Josie
00:31:14
Was hast du für eine Ausbildung gemacht?
Kai
00:31:16
Ich habe ursprünglich mal großen Außenhandelskaufmann gelernt.
Josie
00:31:21
Ah, was interessiert dich da dran?
Kai
00:31:22
Gar nichts.
Josie
00:31:23
Gar nichts.
Kai
00:31:24
Aber ich sage ja, ich habe ja auch noch nie was entdeckt, was mir Spaß gemacht hätte. Daher, es war einfach nur eine, ich weiß gar nicht, ob es es noch gibt. Du hast früher in der Schule irgendwann so Tests gemacht und dann hast du eine Riesenliste bekommen, was denn die passenden Berufe für dich wären.
Josie
00:31:39
Ja, kenne ich, ja.
Kai
00:31:40
Gibt es das noch, weiß ich nicht. Und dann stellte es sich schon mal direkt raus, aber das war mir auch bewusst, Handwerk, gar nicht. Aber das hätte ich auch so gewusst.
Josie
00:31:49
Ja.
Kai
00:31:49
Dann kamen halt kaufmännische Berufe, ganz viele, wo es gesagt hat, das passt perfekt zu deinem Bild. Und dann habe ich, ich habe echt Hotelfach angefangen. Da war aber mein Chef ein Riesenarschloch, sodass ich nach einem Monat gegangen bin in der Probe. Ich bin auch wirklich einfach gegangen. Ich habe meine Eltern angerufen und gesagt, holt mich ab. Habe mein Zeug ins Auto geschmissen, bin gefahren. Habe dann irgendwie den Schlüssel, den ich noch hatte, aber ich hatte ja dann auch ein Zimmer im Hotel per Post geschickt. Du hast dein Gehalt damals mit einem Scheck bekommen. Also das war, man müsste jetzt bedenken, wie alt ich bin. Ich war wahrscheinlich im dritten Monat, nicht im dritten Lehrjahr. Ich war auf jeden Fall noch Probezeit. Oder nee, Probezeit geht ja auch länger. Also ich war da, weil ich weiß ja zumindest, dass es Schecks gab. Und ich habe diesen letzten Check nie bekommen, weil ich nie wieder hingegangen bin.
Josie
00:32:33
Okay.
Kai
00:32:34
Und dann haben sie auch nicht geschickt und gar nichts, sondern...
Josie
00:32:36
Die schulden dir also noch Geld?
Kai
00:32:38
Die schulden mir mit Zins. Ich weiß gar nicht, ob es den Laden noch gibt. Also dieser Chef war ein riesen Arschloch und deswegen habe ich das abgebrochen.
Josie
00:32:47
Wieso? Was hat er denn gemacht?
Kai
00:32:48
Ein menschliches Arschloch, der mit seiner Auszubildenden einfach scheiße umgegangen ist. und das ist im Hotelgewerbe leider oft der Fall.
Josie
00:32:58
Okay.
Kai
00:32:59
Und dann habe ich irgendwann gesagt, nee, das mache ich nicht mit.
Josie
00:33:01
Hast du eine Grenze gezogen, konntest eine Grenze für dich ziehen.
Kai
00:33:04
Ja, und dann habe ich im gleichen Ort 100 Meter weiter eine neue Ausbildung angefangen. Und ich habe in Kandel gelernt, in Edengroben gewohnt. Also es ist eine Fahrerei ein bisschen, noch mit Zug.
Josie
00:33:17
Okay.
Kai
00:33:18
Großen Auslandskaufmann, die Firma gibt es auch nicht mehr. Zum Glück war er auch eine Scheißfirma. Okay. Nee, ein Scheißchef. Zwei Scheißchefs waren es. Brüder. Drei Brüder, aber der dritte Bruder hat eine Zweigstelle geführt, die aber viel größer war, die ist gelaufen. Aber die anderen zwei haben das Geld verbrannt, das er erwirtschaftet hat. Aber das war dann später. Da war schon niemand da, bis in die Firma gegen jemanden gefahren hat, endgültig.
Josie
00:33:42
Okay.
Kai
00:33:43
Dann habe ich mich in IT-Richtung weitergebildet, weil, also muss ich sagen, als ich gelernt habe, da nochmal die Info, ich bin 50 inzwischen. Da gab es keine IT eigentlich. Also wir hatten keinerlei Computer im Geschäft stehe. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen. Wir hatten alles in Papierform. Riesenregale. Also ich habe im Bau und im Baugewerbe, im Großhandel für Baugewerbe, Baustoffe so hieß es, gelernt. Sprich alles, was wir irgendwie für Hausbau, Straßenbau so gebracht haben, haben wir als Info in Ordner, an der Wand stehe gehabt. Und der einzigste Rechner, in Anführungszeichen, war der für die Abrechnung. Da, für die Gehaltsabrechnung, dann bekam er so einen Streifen immer. Das war die Abrechnung, da gab es keinen Zettel, wo was drauf stand.
Josie
00:34:32
Okay.
Kai
00:34:33
Und das war es. Sprich, und dann habe ich mir irgendwann, aber in meiner Ausbildung, doch, muss in meiner Ausbildung sein, mein erster Computer PC gekauft. Also Computer hatte ich vorher schon, aber PC. Und das fand ich dann cool. Und da hätte ich gern was in diese Richtung spielen. Habe ich auch später gemacht. Also ich habe dann bei SAP später gearbeitet. Das war die Stelle, die ich hatte, bevor ich hierhin gewechselt habe.
Josie
00:34:53
War du, hast mal bei SAP gearbeitet?
Kai
00:34:55
Ja klar, war ich bei SAP. Klar sage ich. Ich war auch mal bei SAP, ja. In Waldorf.
Josie
00:35:02
Also so ist der Ruf von SAP, dass da voll die guten Mitarbeiter arbeiten. Also wenn man da reinkommt, dass man es geschafft hat im Leben.
Kai
00:35:11
Kann sein. Also ich sage mal, es hat sich auch ein bisschen geändert. Und dann bin ich eben gewechselt zu da, wo ich jetzt bin.
Josie
00:35:19
Was hat dich motiviert zu wechseln?
Kai
00:35:21
Die haben mehr bezahlt.
Josie
00:35:23
Echt?
Kai
00:35:23
Auf jeden Fall, ja.
Josie
00:35:24
Bei SAP soll ja auch sehr gut sein.
Kai
00:35:26
Ja, haben sie auch gut bezahlt. Also ich muss ja sagen, ich habe ja früher nach einem Jahr ungefähr immer gewechselt, weil es einfach Jobs werden langweilig und das ist sehr schnell. Wenn man nicht irgendwo drin ist, wo man ständig Veränderungen hat, weil ein Job wird halt ganz schnell Gewohnheitsarbeit, und dann bin ich halt weitergezogen, deswegen, also ich hatte kein, jetzt diese Firma bin ich irgendwie 15 bis 20 Jahre und vorher war ich bei keiner Firma länger als, sag ich mal, anderthalb Jahre außer die Ausbildung natürlich einfach, weil es immer langweilig wird, Okay. Also meine Frau wusste immer, wenn ich irgendwann nichts mehr daheim erzähle von der Arbeit, dann wird als nächstes erst ich umgucke nach einer neuen Stelle.
Josie
00:36:09
Okay. Und ist das so etwas, was du mit deiner bipolaren Erkrankung in Verbindung setzt? Keine Ahnung.
Kai
00:36:15
Möglich. Ja? Habe ich mir noch nicht drüber nachgedacht, da ich ja früher noch gar nicht wusste, dass ich bipolar bin.
Josie
00:36:20
Okay.
Kai
00:36:21
Das weiß ich ja echt seit, keine Ahnung, anderthalb, zwei Jahren.
Josie
00:36:24
Okay.
Kai
00:36:25
Daher, aber ich ziehe ja gerne weiter. Ich würde ja auch gerne regelmäßig umziehen, aber wir haben ja ein Haus gekauft, das wird auch nicht mehr passieren.
Josie
00:36:32
Aber Umzüge sind doch so mega stressig.
Kai
00:36:34
Ich ziehe nicht gern um, ich wechsle nur gern das Haus. Also ich hätte gern, dass mir das jemand macht.
Josie
00:36:38
Ach so. Verstehe.
Kai
00:36:41
Die Arbeit mag ich davon nicht.
Josie
00:36:43
Ich habe heute ein Buch mitgebracht, das heißt Irreverständlich, Menschen mit psychischen Erkrankungen wirksam unterstützen. Von Matthias Hammer und Irmgard Plösel. Psychiatrieverlag ist das. Das sind beide psychologische Psychotherapeuten und Arbeiten in dem Bereich. Das Buch ist von 2015 und es fasst so zusammen alle möglichen, was heißt alle möglichen nicht, aber unterschiedliche psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Psychosen, Depressionen. Trauma, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Zwangsstörungen und auch die bipolare Erkrankung. Und da habe ich letztens was gelesen, wo ich so dran denken musste, genauso fühlt es sich an, wenn ich arbeite. Da würde ich mal einen Teil vorlesen. Sebastian ist immer der Letzte, der das Büro verlässt. Der Controller überprüft jeden Tag mehrfach, ob er auch alles richtig gemacht hat. Abends nach Feierabend kann er dann nur schwer abschalten, weil er in Gedanken nochmal alles durchgeht. Wenn er sich nicht sicher ist, ob er nicht doch einen Fehler gemacht hat, beunruhigt ihn das stark. Oft ruft er dann eine Kollegin an, der es eh nicht geht und sie diskutieren noch einmal die Arbeitssituation. In solchen Nächten kann Sebastian meist nicht schlafen und ist am nächsten Morgen froh, früh ins Büro gehen zu können, um endlich zu überprüfen, ob er einen Fehler gemacht hat oder nicht. Sebastian wünscht sich eigentlich eine Freundin, aber ihm fehlt die Zeit, sich darum zu kümmern. Außerdem nimmt er an, einer Frau nicht genug bieten zu können. Nur manchmal wird er plötzlich lockerer, verbringt den Arbeitstag lieber im Straßencafé als im Büro und flirtet mit Frauen. Auf die erboste telefonische Nachfrage einer Chefin, wo er denn bleibe, reagiert er charmant und lädt sie ein, doch ebenfalls ins Café zu kommen. Die Sonne scheine so schön und er wolle ihr gern ein Eis ausgeben. Dass die Chefin ihm mit einer Abmahnung droht, sieht er entspannt. Er fühlt sich sowieso unersetzlich und die Chefin hat vermutlich nur einmal wieder einen schlechten Tag. Da habe ich mich in vielen Bereichen sehr identifizieren können. vor allem das mit dem Ben-Arbeiten dann sehr lange. Als ich beim COD gearbeitet habe als Medienpädagogin, da habe ich das Büro erst um 19, 20 Uhr verlassen und war halt früh dann da. Und das hat Kräfte, einfach weil ich nicht aufhören konnte zu arbeiten. Kennst du das?
Kai
00:39:10
Nee.
Josie
00:39:11
Gar nicht?
Kai
00:39:11
Also ich kenne, ich habe schon wirklich lange viele Stunden gearbeitet.
Josie
00:39:17
Ja.
Kai
00:39:17
Gut, ich habe halt die Arbeit fertig gemacht. Hätte ich da aufhören können? Ich glaube schon, aber ich habe halt gemacht, bis es fertig war.
Josie
00:39:23
Okay.
Kai
00:39:24
Daher vielleicht hätte ich, keine Ahnung, ich kann es sogar nicht, ist aber schon so lange her. Ich hatte einen Job, da habe ich 65 Stunden die Woche gearbeitet, durchgehend.
Josie
00:39:33
Oh, krass.
Kai
00:39:34
Die Arbeit musste halt auch gemacht werden.
Josie
00:39:35
Ja, hast du einfach durchgezogen.
Kai
00:39:38
Habe ich schon durchgezogen. Ich hatte ja noch keine Kinder. Das war alles okay.
Josie
00:39:41
Und deine Frau hat sich da nicht beschwert, dass du so lange gearbeitet hast?
Kai
00:39:44
Doch, irgendwann schon. Aber gut, man muss auch sagen, es war eine ganz komische, also es ist eine italienische Firma. Ich würde nie wieder für eine italienische Firma arbeiten. Vielleicht sind die gar nicht alle so schlimm, aber die war echt schlimm. Und die machen ewig Mittagspause.
Josie
00:39:56
Ja.
Kai
00:39:57
Das war eineinhalb Stunden Mittagspause. Das war jetzt aber fünf Minuten von mir zu Hause weg. Ich hätte nach Hause fahren können, aber meistens habe ich die Mittagspause durchgearbeitet, weil einfach Dinge zu tun waren.
Josie
00:40:06
Ja.
Kai
00:40:07
Und bin ich ja trotzdem aber ganz schnell halt immer bei zehn Stunden mehr.
Josie
00:40:11
Okay. Also das war dieses sehr lange Arbeiten und nicht abschalten können und in Gedanken nochmal alles durchgehen können. Das hatte ich zu jedem meiner Jobs gehabt.
Kai
00:40:21
Okay.
Josie
00:40:21
Also dass ich, sei es an der Uni oder beim CAD oder dann später als Familienhelferin dieses immer noch drüber nachdenken, grübeln und das war einfach sehr, sehr tief in mir drin tatsächlich und abschalten ging dann tatsächlich fast gar nicht und ich habe dann auch mit meinem Mann viel über die Arbeit gesprochen oder mit meiner Schwester viel über die Arbeit gesprochen, war dann halt einfach on fire und motiviert und engagiert, würde ich mal sagen und das ist halt Das hat mich dann auf Dauer sehr, sehr belastet, weil wenn du das wochenlang, monatelang mitmachst, ich habe richtig gemerkt, wie es innerlich in mir zerrt und Richtung Burnout würde ich schon fast sagen, reingeht. Also das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben und das nicht mehr machen zu wollen und zu viel sich verausgabt zu haben, kenne ich da sehr gut. Ja, das war dann immer, also es war nicht sehr leicht, würde ich mal sagen. Aber ich weiß auch nicht, wenn ich jetzt wieder anfangen würde zu arbeiten, ob das dann jetzt wiederkommt. Keine Ahnung, davor habe ich ein bisschen Schiss, weil dann werde ich ja wieder manisch, denke ich. Ich weiß es nicht.
Kai
00:41:27
Gut, das liegt ja auch ein bisschen an dem Arbeitgeber, weil ein normales Arbeitgeber hat ja auch die Pflicht, sich darum zu kümmern, dass es dir gut geht und dich nicht einfach aufbraucht in dem ersten halben Jahr, dass du dann K.O. bist und dass du dann auch sagst, was du bei uns immer hörst, weil wir haben ja auch Leute, die wissen nicht, wann Feierabend ist. Du wirst halt die Welt nicht retten, nur weil du nur zwei Stunden länger arbeitest. Und es gibt ein Arbeitsschutzgesetz und zehn Stunden ist halt einfach Schluss. Wir haben immer so Spezialisten, die die immer überschreiten und dann halt immer Ärger bekommen. Da steht ja nicht auch der Betriebsrat da jedes Mal auf der Matte.
Josie
00:42:00
Ja, das hatten wir bei der Familienhilfe halt nicht. Und ich hatte das dann auch angesprochen gehabt im Team, dass ich mich überlastet fühle. Und es wurde halt nicht gehört. Es wird halt dann schnell auf die eigene Verantwortung übertragen, dass man ja selber eigenständig seine Termine setzt mit den Familien und gleichzeitig musst du aber die Stunden erbringen und so weiter und so fort. Musst du ja auch wirtschaftlich denken und das ist halt, das hat Druck bei mir erzeugt, tatsächlich.
Kai
00:42:27
Das hat einen scheiß Arbeitgeber, siehst du ja, wie es ausgegangen ist.
Josie
00:42:30
Ja.
Kai
00:42:30
Die interessieren sich ja nicht für dich und hätten sie ja nicht gesagt, hier, zack, wir kündigen dir jetzt in deiner Krankheitsphase.
Josie
00:42:36
Ja. das, tut immer noch ein bisschen weh. Ich trauere dem halt immer noch ein bisschen hinterher.
Kai
00:42:44
Ich denke es ja, was man sagen muss, also gerade wenn man jetzt zu unserer Selbsthilfegruppe geht, ich glaube, wir sind eigentlich die, die Vollzeit arbeiten, sind da eh die Minderheit, oder?
Josie
00:42:55
Von denen, die immer da sind.
Kai
00:42:57
Das sind ganz viele, die gar nicht mehr arbeiten können oder dann nur noch Erwerbsminderungsrente beziehen. Ja, aber ganz klar, haben wir Leute, die dann einfach die Zeit reduziert haben und ich glaube, entweder arbeiten sie oder arbeiten sie nicht, oder? Also ich kann es jetzt statistisch belegen, aber so fühlt es sich dann halt an. Sind wirklich zwei, drei die noch oder vier?
Josie
00:43:14
Sind nicht viele, ja.
Kai
00:43:16
Und die meisten gehen dann einfach irgendwann in Erwerbsbehinderungsrente?
Josie
00:43:19
Mal gucken. Also ich bin ja ab dem 20.01. in Reha. Bin ich mal gespannt, wie es wird. Ich habe eigentlich gar keine Lust auf Programm und Therapie. Es würde mich wahrscheinlich stabilisieren, dann hätte ich wieder was zu tun. Dann würde ich mich wahrscheinlich wieder besser fühlen, hoffe ich mal. Aber da fehlt mir dann auch die Zeit, Bewerbungen zu schreiben. Weiß ich nicht, vielleicht nehme ich meinen Laptop einfach mit und bewerbe mich dann trotzdem. Keine Ahnung. Hier ist auch noch ein Aspekt, den ich ganz spannend finde. So eine biologische Erklärung der Manie, dass man bei einer bipolaren Störung schneller reagiert und stärker reagiert als gesunde. Mit der Ausschüttung von Stresshormonen und wir länger brauchen, um diese auch wieder abzubauen. Kennst du das?
Kai
00:44:03
Du stellst mich als Frage.
Josie
00:44:06
Ist es dir schon mal aufgefallen, dass du empfindlicher bist für Stress?
Kai
00:44:11
Ich bin super empfindlich für Stress, aber liegt das daran? Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht. Ich glaube, es ist aber auch abhängig, wie ich drauf bin, ob ich empfindlich für Stress bin. Im Moment bin ich ja der Buddha persönlich. Stress prallt an mir ab. Aber es gibt auch Momente, da ist auf der kleinsten, das Gefühl kommt dann auch alles zusammen und dann beim kleinsten Ding, das scheiße läuft, bin ich sofort im Stressmodus.
Josie
00:44:36
Also ich reagiere emotional sehr schnell auf Stress. Also jetzt, wo am Sonntag mein Handy kaputt gegangen ist, wo ich dachte, das ist so ein bisschen die Welt untergegangen.
Kai
00:44:46
Du hast ja auch, dass du jetzt seit Monaten dich irgendwo im Minusbereich bewegst.
Josie
00:44:50
Ja.
Kai
00:44:50
Das meine ich also. Wenn ich da bin, dann bricht mit jedem Ding, was schief läuft, die Welt einfach noch. Weil es ist ja dann auch eine Aneinanderreihung von Scheiße. gefühlt. Also das hatte ich auch. Also letztes Ende letztes Jahr oder jetzt geht's gerade weiter, aber im Moment bin ich so dieses, also wir haben ja zum Beispiel unsere Hausfassade komplett mit Fenster und Türen und alles gemacht und das hat sich ewig gezogen. Dann haben wir die Fenster bekommen endlich, haben dann festgestellt, die haben uns einen kaputten Fensterrahmen eingebaut.
Josie
00:45:17
Ja.
Kai
00:45:18
Da haben wir uns beschwert und dann hieß, ach ja, das haben die schon bemerkt, aber der muss ja jetzt neu bestellt werden, es dauert, der kommt jetzt irgendwann im Januar und er sagt, ja ne Bullshit, hätten wir uns gemeldet, wäre denn nichts passiert.
Josie
00:45:29
Ja.
Kai
00:45:29
Die sind einfach gegangen und haben nichts dazu gesagt.
Josie
00:45:32
Okay, das geht natürlich nicht.
Kai
00:45:34
Und jetzt haben wir jetzt am Wochenende ist der Türgriff abgegangen von der Haustür aus. Also wir haben jetzt auf so eine Stange, wo man dann zuzieht.
Josie
00:45:43
Ist dann abgerissen.
Kai
00:45:44
Es ist ein Monat alt. Hättest mich vor einem Monat erwischt, wäre das halt einfach so weiter auf diesen Haufen Scheiße einfach noch obendrauf, obendrauf, obendrauf. Im Moment denke ich mir, ist mir scheißegal, dieser Türgriff. Da werden wir uns jetzt beschweren heute. und dann machen sie den irgendwann oder wenn nicht, weil die kriegen ja auch noch Geld von uns, dadurch, dass der Fensterrahmen nicht gemacht ist.
Josie
00:46:04
Aber könnt ihr die Tür dann überhaupt zuziehen?
Kai
00:46:06
Ja, ich habe jetzt von innen, ich kann schon nicht zuknallen, aber ich habe von innen eine Schnur an den Türgriff gebunden und dann zieht man die zu, also es ist total beschissen. Eine nagelneue Tür, da hängt jetzt so eine Paketschnur raus.
Josie
00:46:18
Okay.
Kai
00:46:18
Es ist halt sau nervig, aber im Moment prallt es einfach an mir ab, also vor einem Monat wäre es schlimmer gewesen. Da war ich auch so in diesem, Es ist einfach, alles läuft scheiße. Und egal, was ich angefasst habe, war einfach, alles ist in Scheiße explodiert. Das ist ja auch scheiße. Das ist auch scheiße. Entschuldigung. Und jetzt im Moment, keine Ahnung warum, da prallt es einfach an mir ab und denkt, ja, klar, dann ist halt der Türgriff auch noch kaputt. Meine Frau ihr Auto haben am Moment auch, aber es ist so, ja, okay. Vielleicht bin ich auch schon irgendwo, keine Ahnung, einmal zu oft gegen die Wand gerannt mit diesem ganzen Mist. Gibt mal einen Monat, dann habe ich es wieder gestapelt, dann platzt die Welt Aber ich denke, es ist extrem abhängig von der Stimmung. Und wenn eh gerade dich im Minusbereich rumtreibst, dann ist ja eh alles scheiße und dann kommt es einfach nur dazu. Es wird immer beschissen.
Josie
00:47:10
Ja, auf jeden Fall. Ich bin gespannt, was da rauskommt bei der Reha, ob ich dann auch Erwerbsminderungsrente kriege oder nicht. Ob ich das beantragen soll oder nicht, weiß ich nicht. Oder ob ich einfach wieder arbeiten müsste, damit es mir besser geht.
Kai
00:47:26
Die Frage ist ja natürlich, also du bist ja jemand, der arbeiten will. Ich weiß nicht, ob es dir gut steht, vielleicht steht es dir gut, wenn du dann halt eine Absicherung hast. Du bekommst halt Betrag X. Das ist aber auch nicht viel. Aber du bekommst den halt und musst dir keine Gedanken machen. Aber du musst ja sagen, du bist ja jetzt halt auch noch relativ jung. Du hast ja noch ein paar Jahre vor dir.
Josie
00:47:47
38 bin ich jetzt, ja.
Kai
00:47:50
Keine Ahnung, es ist halt wirklich so dieses, du bist dann einfach mal auf der sicheren Seite, Wenn es wirklich so wäre, du weißt, das hast du jetzt, damit kannst du planen. Ich sehe dich halt auch nicht da, ist das Problem.
Josie
00:48:02
Ja.
Kai
00:48:03
Aber das muss dir da ein bisschen mit dir selbst mal vielleicht klar werden. Ob das ein Ziel ist, wo du sagst, es geht nicht mehr. Ich bin jetzt zweimal in die Manier reingerauscht.
Josie
00:48:12
Ich weiß nicht, ich habe halt einfach Schiss, wieder krank zu werden. Also wieder in so eine Krankheitsphase reinzukommen und das ist halt dann sehr schwierig. Das passt eigentlich auch ganz gut zum Thema, dass bipolare Persönlichkeiten auch außerhalb akuter Krankheitsphasen gewissermaßen zwischen den Extremen schwanken. Also hier steht auch noch sowas wie, dass wir zu extremen Schwarz-Weiß-Denken neigen. Und dass wir Ereignisse und Personen bewerten, entweder sehr negativ oder sehr positiv, aber niemals beides zugleich. Also dieses entweder oder oder sowohl als auch, dieser goldene Mittelweg ist halt schwierig bei uns. Kennst du das von dir?
Kai
00:48:52
Jetzt habe ich eine Ausrede, warum ich so bin.
Josie
00:48:55
Das steht da auch noch mit dabei in dem Buch von Irre verständlich von den beiden Autoren.
Kai
00:49:00
Auf jeden Fall kenne ich das. Die Welt teilt sich in Arschlöcher, nicht Arschlöcher für mich.
Josie
00:49:04
Also entweder findet man alles ziemlich toll oder Dinge sehr toll oder halt, man kann die Person überhaupt nicht leiden. Also mir wurde das oft auch nachgesagt tatsächlich, als ich Jugendliche war oder Teenagerin. Aber man versucht ja schon durch Selbstreflexion zu überlegen, okay, wie schaffe ich es? Das merke ich im Training auch, da gibt es so ein, zwei, wo ich von Anhieb die Person einfach nicht mag, so einfach aus dem, was sie so ausstrahlen. Aber je öfter ich mit denen spiele und so, desto öfters merke ich dann doch, ah, ist eigentlich doch ganz okay, dieser Mensch. Irgendwie haben wir heute, achso, was ich auch noch anspreche, hast du das mitbekommen, dass die CDU will, dass die Fehltage von Mitarbeitern nicht mehr bezahlt werden?
Kai
00:49:49
Weil die CDU-A*** sind. Eine strunzdumme Idiotenpartei, die nichts Gutes will für das Land, sondern nur für sich selbst. Und natürlich wollen die das. Dann hast du dort lauter Verbrecher-Sitze wie Jens Spahn, Merzen Söder, alles... Also für alle, die es nicht mitkriegen, die CDU ist für mich das Vorletzte, das Letzte ist blau.
Josie
00:50:10
Das ist die AfD.
Kai
00:50:11
Also ich bin kein AfD-Willer, ganz gewiss nicht. Daher, auch wenn ich die CDU verachte, jeden dort verachte.
Josie
00:50:20
Oh, da kommt sehr viel Hass rüber.
Kai
00:50:23
Purer Hass. Ich bin bereit für die Weltrevolution.
Josie
00:50:26
Ja, ich auch irgendwie, aber es sind ja in Rheinland-Pfalz dieses Jahr Wahlen. Da liegt die CDU, glaube ich, wieder, oder die SPD, glaube ich, ein bisschen weiter vorne. Aber mir hat das eigentlich mit der Ampel gut gefallen gehabt. Da hatte ich so mit Robert Habeck echt neue Hoffnungen schöpfen können.
Kai
00:50:43
Ja, die Grünen sind ja die einzige Partei, die irgendwo Innovationen bringt. Aber genau das wollen ja die Menschen nicht. Die Menschen wollen ja gern das, was sie kennen. Veränderungen sind ja immer schlecht. Auch wenn wir diese Veränderungen brauchen, sind sie schlecht. Und eine Partei, die halt sagt, Leute, wir müssen mal was ändern, wird halt direkt geschrien, was? Wir haben doch was gemacht, das war schon immer gut, wir sind doch schon immer die Besten gewesen. Und damit wurden die halt schön als Ziele auserkoren von solchen Arschlöchern. Jeder schreit, die Grünen sind an allem schuld, ja genau. Sonst ging es richtig schlecht, hätten wir die Grünen nicht zu der Zeit gehabt. Sehe, was jetzt passiert mit der CDU. Soll ich schon mal über die CDU loswurzel? Wir wollten hier gar nicht politisch, wir wollten über Beruf und so weiter reden. Reden wollen über Beruf. Also ich sage, ich bin ja jetzt seit Jahren im gleichen Beruf. Ich kann echt gar nicht viel sagen mehr zur Bewerbung und so weiter. Aber das Ding ist natürlich, also es heißt ja immer so schön, das höre ich ja auch in meiner Selbsthilfegruppe, Bipolare werden sehr kreativ und hätten große Empathie, sehe ich. Ich habe null Empathie.
Josie
00:51:44
Doch hast du.
Kai
00:51:46
Nee, ich weiß nicht. Ich finde mich da nicht gut drin. Deswegen sehe ich mich auch nie in sozialen Berufen. Habe ich nicht. Wenn es jemandem schlecht geht, tut es mir echt schwer. Du hast dir ein Bein gebrochen. Jetzt hör auf zu pinen. Das ist nur ein Beinbruch.
Josie
00:51:59
Echt jetzt?
Kai
00:52:00
Steh auf und kämpf weiter. Oder was auch immer du machst. Da bin ich echt nicht gut drin. Da bin ich nicht gut drin. Es gibt andere Punkte wiederum. da bin ich dann eher empathisch, aber weil es ganz empathisch ist. Aber warum, wenn jemand krank ist oder so weiter, dann bleib halt zu Hause und hör auf zu jammern. Oder komm, oder was auch immer.
Josie
00:52:22
Also mich konnte man bisher immer gut ausnutzen tatsächlich. An der Uni haben mich schon einige Doktoranden ausgenutzt für ihre Forschungsvorhaben, wo ich einfach nicht Nein sagen konnte oder ich mich dann auch, oh, ich darf für die miterheben, mich dann wichtig gefühlt habe tatsächlich.
Kai
00:52:37
Verstehe ich.
Josie
00:52:38
Aber ich war die einzigste. tatsächlich.
Kai
00:52:40
Die sich wichtig gefühlt hat oder die mitgemacht hat.
Josie
00:52:44
Wir hatten in unserem Projekt Schwerpunkt 1 Vereinbarungen getroffen mit den Professoren und ich war die Einzige, die sie eingehalten hat.
Kai
00:52:53
Ja, da weiß ich Bescheid.
Josie
00:52:55
Und das hat mich total geschockt. Also wo ich dann dachte... Ja, da wird man halt einfach benutzt für eigene Forschungsvorhaben.
Kai
00:53:05
Na klar, die haben ja auch ihre Ziele. Je mehr du ausnutzen kannst, so funktioniert Kapitalismus.
Josie
00:53:10
Du musst immer jemand ausnutzen.
Kai
00:53:12
Soll ich direkt weiter loslegen mit meiner Kapitalismuskritik. Aber Kreativität, siehst du dich da?
Josie
00:53:20
Hohe Kreativität? Auf jeden Fall, ja. Wurde mir auch nachgesagt. Also ich hatte dann, also wenn ich Workshops gestalte, dann rattert mein Kopf unglaublich viel. Und dann habe ich auch ganz viele Ideen und Methodiken, die man anwenden könnte und die ich halt dann auch umsetze tatsächlich. Und ich habe auch ein gewisses Gespür für Ästhetik, also dass es auch visuell schön und ansprechend aussieht. Das ist mir einfach auch sehr wichtig und kognitionspsychologisch weiß man auch, wie man PowerPoint-Folien bestücken sollte, damit sie halt gut aussehen und der Zuhörer viel mitnehmen kann. Und da habe ich dann auch ein paar Workshops durchgeführt. Also es hat mir schon, das fiel mir leicht, würde ich sagen. Es ist einfach, es fiel mir leicht.
Kai
00:54:04
Okay, dann sag nochmal Kognition, Kognitivion, was hast du gesagt?
Josie
00:54:10
Kognitionspsychologisch.
Kai
00:54:11
Psychologisch. Oh wow.
Josie
00:54:13
Also Kognition heißt einfach nur das Denken.
Kai
00:54:15
Ich kann mir das zusammensetzen, aber das sind Wörter, die ich nicht kenne.
Josie
00:54:19
Ich weiß auch gar nicht, ob das ein richtiges Wort ist oder ob ich das nur... Ah, wahrscheinlich hast du erfüllt.
Kai
00:54:22
Um mich wieder doof starr stehen zu lassen.
Josie
00:54:24
Nee.
Kai
00:54:26
Nein. Ich finde es immer nur witzig, wenn wir uns hier unterhalten und du schmeißt dann so nebenbei so Wörter raus und ich sage, ja, es ist wieder geklärt, wer hier die Intelligente ist am Tisch.
Josie
00:54:34
Nur weil man Wörter kennt, heißt man noch lange nicht, dass man intelligent ist.
Kai
00:54:37
Aber man kommt intelligent rüber.
Josie
00:54:39
Weißt du, was einer meiner größten Schwächen ist?
Kai
00:54:40
Da komme ich mit meinem Gossensjargon hier.
Josie
00:54:43
Ach so. Du kannst aber Englisch, oder?
Kai
00:54:46
Ja.
Josie
00:54:46
Ich kann es gar nicht.
Kai
00:54:47
Ja, aber das liegt vielleicht daran, dass ich mit Englisch groß geworden bin. Und jetzt verwende ich in einer Aufnahme von einer Stunde 50 mal das Wort Scheiße. Also das spricht nicht für Intelligenz, meiner Meinung nach. Das ist aus der Kursse.
Josie
00:55:00
Es gibt halt auch Stellenausschreibungen, wo dann steht, Englisch fließend oder C1-Niveau oder mindestens gute Englischkenntnisse oder wenn das schon steht, in unserem internationalen Team. Ich habe da mega Angst davor. Da bewerbe ich mich erst gar nicht darauf.
Kai
00:55:16
Gut, ich habe ja Gut, SAP, da ist ja auch die Sprache Englisch. Nicht im Betrieb selbst, aber du musst halt eigentlich immer Englisch kennen, weil du hast ja viele Leute aus Indien oder so, die da arbeiten.
Josie
00:55:28
Okay.
Kai
00:55:29
Und jetzt ist es ja auch, wir sind ja ein internationaler Konzern. Aber eigentlich, da wir hauptsächlich mit deutschen Kunden, das stimmt gar nicht, wir haben auch Kunden im Ausland, da ist es Englisch. Und ich weiß, ich kriege sehr viele Kunden, wo es heißt, Kai, nimm du mal das Gespräch. Ja. Also nicht jeder meiner Kollegen spricht Englisch, obwohl es auch eine Voraussetzung ist.
Josie
00:55:47
Okay.
Kai
00:55:48
Aber gut, keine Ahnung, ich habe mir da nie drüber nachgedacht. Ich weiß, meine Ausbildung hieß immer, wenn jemand angerufen hat und nicht Deutsch gesprochen hat, habe ich die immer auf den Tisch bekommen. Und da wir hier an der französischen Grenze sind, waren es sehr viele Franzosen. Ich spreche kein Wort Französisch, aber da spricht ein Deutsch, der ist für dich. Der spricht Französisch, was soll ich mit dem? Aber ja, okay, Englisch kann ich ein bisschen, ein paar broken.
Josie
00:56:09
Ja, du kannst bestimmt richtig gut Englisch. Ich habe gelesen...
Kai
00:56:13
Gossenenglisch, aber ich spreche auch nur Gossen-Deutsch.
Josie
00:56:16
Ja.
Kai
00:56:17
Goh, wo kommt dieses Wort jetzt wieder her? Heute ist das Wort der Wörter.
Josie
00:56:22
Ich habe gelesen, dass wenn man eine Sprache lernen sollte und sie wirklich lernen möchte, dass man eine halbe Stunde Englisch sprechen sollte mit jemandem, der Englisch kann.
Kai
00:56:30
Und dann kannst du Englisch? Oder jeden Tag?
Josie
00:56:32
Jeden Tag soll man das machen. Als Übung tatsächlich. Aber ich kriege Angst- und Panikzustände, wenn ich anfange, so Englisch zu sprechen.
Kai
00:56:41
Dann stellst du jetzt dein Fenster einfach mal auf Englisch um.
Josie
00:56:43
Ja, wir gucken ja schon einige Animes auf Englisch.
Kai
00:56:46
Anime, okay. Da fängt es doch an.
Josie
00:56:48
Wenn du es verstehst.
Kai
00:56:49
Ist es schon mal gut.
Josie
00:56:49
Ja, das tue ich aber nicht. Ich höre die Wörter manchmal gar nicht so raus. Das ist so, das fällt mir sehr, sehr schwer tatsächlich. Ist halt so ein Manko. Ich habe in meinem Lebenslauf drin stehen, dass ich B2-Level-Niveau habe und das würde ich auch so sagen. Das passt.
Kai
00:57:04
Ich weiß zwar, dass es immer dasteht, aber ich habe keine Ahnung, was die Levels bedeuten. A1, nee, was ist das Beste?
Josie
00:57:11
C1, C2. C2 ist Muttersprache.
Kai
00:57:14
Ach so, ich dachte, es geht andersrum.
Josie
00:57:15
Nee, A1 im Grundkenntnis.
Kai
00:57:17
Oh, zugekau ich mich nie mit, meine Englisch kennt es immer wo, aber A1, oh, der kann gar kein Englisch. Damit kippt er auch noch an. Also Kreativität, du sagst also, sie ist bei dir wirklich vorhanden. Du hörst auch immer wieder bei unserer Selbsthilfegruppe, dass sehr viele sich sehr kreativ halten.
Josie
00:57:40
Ja.
Kai
00:57:40
Und ich sage, also ich war früher, glaube ich, sehr kreativ. Ich war da immer am Tun und Machen, aber irgendwie gefühlt ist mein Gehirn einfach leer seit, keine Ahnung, zwei Jahre.
Josie
00:57:52
Aber du machst doch Podcasts.
Kai
00:57:53
Ja, aber ist das kreativ?
Josie
00:57:55
Ja, schon, oder?
Kai
00:57:56
Okay, ein bisschen. Also ich hatte früher immer viel mehr und mein Gehirn war immer am und das und das und das und das. Und irgendwie ist das weg. Zumindest fühlt es sich so an. Ich sitze da und denke, ich gucke einfach einen Film.
Josie
00:58:08
Okay. Also lässt sich lieber berieseln.
Kai
00:58:12
Irgendwie. Oder ich mache dann schon und dann ist aber auch die Lust gar nicht da und die Energie und dann alles. Also daher, ich würde mich nicht kreativ nennen. Vielleicht bin es aber doch und unterschätze mich. Aber ich würde mich nie als, aber ich nenne mich auch nicht empathisch. Daher bin ich sehr negativ zu mir selbst, merke ich gerade.
Josie
00:58:29
Ja.
Kai
00:58:30
Aber eigentlich bin ich eine geile Type.
Josie
00:58:32
Ah jo.
Kai
00:58:34
Daher Empathie, Kreativität. Was gibt es noch? Starke Probleme. Ich lese hier nur vor, was ging darum, um Bipolare und Arbeitswelt. Chancen und Stärken. Und da gibt es starke Problemlösungsfähigkeiten. Da sehe ich mich. Das ist genau meine Welt. Also das habe ich auch geliebt, wenn ich irgendwo angefangen habe. Da, wo ich jetzt bin, da habe ich angefangen damals für ein neues Projekt. Und dieses Projekt, existiert nur als ein E-Mail-Postfach, wo hunderte von E-Mails drin waren, die mit diesen Problemen deutschlandweit zu tun haben. Und man wusste gar nicht, wer die Firmen sind, mit denen man das zu tun hat, weil einfach ein Riesenchaos war. Und du bist da rein, du hattest gefühlt hunderte von Tickets, die noch gar keine Tickets waren. Du bist raus, hast zwei Probleme gelöst, hast 50 neue gehabt danach. Das habe ich geliebt. Das ist meine Welt. Also Leute, die Probleme lösen wollen oder dann neue Abläufe erschaffe und so weiter, da bin ich gut drin, da blühe ich auf. Wenn das dann irgendwo sich in feste Bahne, weil irgendwann hast du das ja dann irgendwie, so machen wir Dinge und dann machen wir alles nur noch Schema F, das dann eben nach einem Jahr, das ist dann der Moment, wo ich mich umgucke nach einem neuen Job, weil dann wird es langweilig. So dieses 8-16 Uhr Bürojob, der kann ja auch 24-7 Bürojob sein, aber es ist halt trotzdem nur der Bürojob dann nur noch. Daher hasse ich meinen Job seit 14 Jahren. das erste anderthalb Jahr und Leute, die seitdem dabei sind, sagen, oh, geil, War ich noch schlimm, dass früher war? Ich denke immer, das war geil, oder? Also Problemlösungsfähigkeiten, das würde ich unterschreiben. Die habe ich. Probleme angehe und Lösungen dafür finde, wie man es besser machen kann. Und auch Verbesserungsvorschläge und so weiter. Da hatte ich wirklich viele ursprünglich, wie ich ja angefangen habe, weil es einfach alles schlecht war. Aber wir hatten nach einem Chef, der dann immer gesagt hat, ah ja, das müssen wir mal gucken. Und dann habe ich nie wieder was gehört. Ich weiß nicht, irgendwann hat ein Kollege gesagt, Kai, von dir kommt gar nichts. Und er sagt, ja, weil da auch nie eine Antwort kam. Die Einzige, die mir geantwortet hat, war sie. Und sie hat gesagt, ja, das finde ich gut, das sollte man wirklich umsetzen. Da ist nie wieder was passiert. Dann ist halt der Nachteil von einem Weltkonzern. Es ist einfach, wenn da ein Idiot sitzt, der den Arsch nicht hochkriegt, dann läuft es halt irgendwo immer in eine leere Gasse. Daher...
Josie
01:00:49
Ja, es gibt halt so Menschen, die reden halt gerne. Und es gibt halt Leute, die machen...
Kai
01:00:53
Nicht wie ich, ich rede nicht gerne. Es ist nur Zufall, dass ich hier labere.
Josie
01:00:56
Und es gibt halt Leute, die packen Dinge halt auch einfach an. Die machen halt, würden gerne was umsetzen. Und das, so würde ich mich auch beschreiben, dass ich das immer an der Uni Dinge auch verändern wollte oder beim COD sehr viel mich ausgetobt habe oder halt auch mit den Familien nach Lösungen zu suchen und zu gucken. Das würde ich sagen, das passt bei mir auch auf jeden Fall.
Kai
01:01:16
Ich wollte, also nicht immer ist es nicht richtig. Früher hat mich das ganz interessiert. Aber jetzt, in den letzten zehn Jahren dachte ich immer, ich würde auch gerne in die Politik gehen. Weil ich glaube nicht, dass du da was ändern kannst. Aber zumindest theoretisch wärst du doch am richtigen Ort.
Josie
01:01:28
Ja.
Kai
01:01:29
Aber gleichzeitig bringe ich halt nichts mit. Ich bin nicht gut oder habe das. Um heute, wenn du in der Partei bist, musst du ja, keine Ahnung, 30 Jahre schon Drecksarbeit geleistet haben, um dich hochzuschlafen. Das fehlt mir dann natürlich. Wenn ich jetzt mit 50 in der Partei entrette, sage ich dir, na danke, jetzt geh du mal Plakate kleben.
Josie
01:01:46
Ja.
Kai
01:01:46
Ja, daher werde ich nicht in die Politik gehen. Das habt ihr leider Pech. Wobei ich ja auch immer sage, es gibt nur eine Partei für mich, für Kaiser Partei. Also wenn ihr mich als euren Kaiser hättet, wäre es gut. Aber natürlich bin ich gleichzeitig gegen jegliche Monarchie und so weiter. Auch wenn ich ein guter Kaiser wäre, aber vielleicht wären meine Kinder keine guten Kaiser nach mir oder deren Kinder. Ich vertraue ja der Menschheit nicht, daher.
Josie
01:02:07
Auch deiner eigenen Familie nicht?
Kai
01:02:10
Ich weiß nicht. Die haben ja noch Zeit, meine Kinder sich zu entwickeln. Jetzt im Moment würde ich die nicht als Kaiser haben wollen. Aber Kinder sind, also die sind wie Kinder, wie alle Kinder, wie ich feststellen muss, immer wieder. Aber ich habe da sehr hohe Ansprüche. Und ich glaube, keine Ahnung, sind halt wie alle Kinder sehr auf sich bezogen. Aber wahrscheinlich wären die auch noch halbwegs gute Kaiser, weil die haben ja immer noch mich als Vorbild. Aber dann deren Kinder oder deren Kindeskinder. Also wir wissen ja alle, wie Monarchier laufen. Dann kommt da viel Inzucht mit rein.
Josie
01:02:39
Ich muss gerade an Game of Thrones denken.
Kai
01:02:42
Und dann ist es halt irgendwann, wir haben ja genug Erfahrung auch gemacht und irgendwann hast du so ein verkümmertes Stück Dreck, dass dann denkt, er ist von Gott gesandt und dann wird es halt schlecht. Ich glaube, es gäbe immer auch gute Monarchen, aber es sind halt die Minderheit irgendwann. Daher ich, also euer Kaiser wäre ein toller Kaiser für euch. Ihr hättet es echt gut unter mir. Ich würde sehr viele Dinge ändern, aber ich kann halt nicht von meiner Nachfahrt sprechen. Daher mache ich mich zum Kaiser und danach beende die Monarchie, wenn ich tot bin. Aber ich gebe meinen Kindern ein gutes Leben. Ihr solltet es ja nicht köpfen, das möchte ich ja auch nicht. Also nicht französische Modelle fahren. Aber ja, Problemlösungsfähigkeit. Ja, da sehe ich mich. Das ist mein Ding. Also wenn das beruflich, du bist der Mann, wenn wir Probleme haben, rufen wir dich an. Und dann komme ich und habe einen schwarzen Anzug und eine Pistole unter meinem Mantel. Auch das könnte ich mir vorstellen. Da sehe ich mich. Also wenn ich vorhin davon geredet habe, wir stapeln die Scheiße hoch und es hört einfach nicht auf. Aber im Beruflichen sehe ich da gar kein Problem. Problem. Sehr schön.
Josie
01:03:48
Problem.
Kai
01:03:49
Dann haben wir noch hohe Motivation in stabilen oder manischen Phasen. Ja gut, das kann ich ja auch bestätigen. Wenn manisch bist, dann bist du bereit.
Josie
01:03:58
Ja.
Kai
01:03:59
Mögen ja auch unsere hypomanischen Phasen. Da kriegen wir wieder eine auf den Deckel. Weil wir ja sagen, hypoman ist gerade nicht schlecht, weil da bist du ja voll, leistungsfähig. Das ist natürlich immer ein persönliches Ding. Niemand mag manisch sein, aber Hypoman ist so jetzt bin ich leistungsfähig. Das kann sich natürlich dann auch entsprechend weiter steigern.
Josie
01:04:19
Ich habe da hier etwas zum Thema hypomanische oder manische Phasen. Dass es in solchen Phasen gerade bei einem zu engen Korsett von Normen und Pflichten, dass sich die Betroffenen oft selbst auferlegt haben, reagieren sie mitunter sehr empfindlich und auch empfindlich auf Disziplinierungsversuche anderer. Ein Mangel an Disziplin und Pflichtbewusstsein. Kennst du das?
Kai
01:04:45
Was ein Mangel? Das habe ich jetzt gar nicht... Lies das bitte nochmal vor, das habe ich gerade.
Josie
01:04:48
Ein Korsett von Normen und Pflichten. Tust du dir selber Normen und Pflichten auferlegen? Hast du einen hohen Anspruch an dir selbst?
Kai
01:04:56
Ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst, aber ich lege mir kein Korsett an.
Josie
01:04:59
Nicht?
Kai
01:04:59
Also gut, wie definierst du Korsett? Also ich habe sehr hohe Ansprüche, auch an Menschen, mit denen ich mich umgebe dann wirklich. Aber was heißt denn Korsett? Ich halte mich sehr flexibel, was das angeht.
Josie
01:05:13
Okay, also kannst du dich flexibel anpassen.
Kai
01:05:16
Ach, anpassen? Ich dachte, ich bin flexibel, ich passe mich doch nicht an. Deswegen sage ich, ich glaube, wir reden jetzt gerade so ein bisschen, vielleicht definiere ich das falsch in meinem Gehirn gerade. Also ich verachte Korsetts, ich hasse Einheitsdingen, wir machen es immer so, schon immer so, das hasse ich, das wäre doch für mich jetzt ein Korsett.
Josie
01:05:32
Ja, genau, sowas in der Richtung.
Kai
01:05:34
Das geht gar nicht, aber das hat ja meine hohen Ansprüche an mich selbst oder meine hohen Standards, die ich mir selbst im Kopf setze, die ich vielleicht auch selbst oft nicht einhalten kann. Aber ich finde, das hat ja mit Korsett nichts zu tun, so wie ich es für mich definiere.
Josie
01:05:47
Okay. Kennst du Phasen, ein Mangel an Disziplin und Pflichtbewusstsein?
Kai
01:05:51
Bin ich überhaupt Pflichtbewusst?
Josie
01:05:53
Ich würde es schon sagen, oder?
Kai
01:05:55
Weiß nicht.
Josie
01:05:55
Deiner Familie gegenüber auf jeden Fall.
Kai
01:05:58
Okay, ich dachte jetzt beruflich gesehen.
Josie
01:05:59
Ja, nee, beruflich gesehen halt auch, ja.
Kai
01:06:01
Also meiner Familie, ich meine, dafür mache ich den ganzen Mist. Dafür, also ich bin Pflichtbewusstsein, das sehe ich auch wieder unter meinen Standards, die ich mir setze. Ich mache den Mist, weil ich eine Familie habe. Ich habe drei Kinder, ich habe eine Frau. Gut, meine Frau könnte ich auch selbst ernähren. Die könnte auch die Kinder ernähren im Notfall. Aber natürlich nicht so gut, wie wenn wir beide arbeiten und ich halt 40 Stunden in den 4-7-Stunden-Betrieb Geld reinbringe und dann meine Kinder damit verwöhnen, was auch nicht gut ist natürlich. Es ist ja alles eine Falle am Ende. Ich kann mich nicht beschweren, dass meine Kinder verwöhnte Dinge sind. Gleichzeitig bin ich selbst dran schuld. Also kann ich schon, mache ich ja. Jetzt habe ich auch irgendwas im Kopf, jetzt ist es weg. Das Ding ist ja, weil ich habe es ja auch gerade gelesen, Bipolar-Krankheit. In manischen Phasen fühlen sich Betroffene oft sehr energiegeladen, kreativ selbstbewussten, leistungsfähig. Das hatte man ja gerade. In depressiven Phasen hingegen leiden sie unter Antriebslosigkeit, Konzentrationsproblemen, Müdigkeit und Hoffnungslosigkeit. Kann ich auch bestätigen.
Josie
01:06:57
Ja, um da so ein Beispiel zu machen, also ich fühle mich, ich habe ja Geisteswissenschaften studiert und Geisteswissenschaftler wird oft nachgesagt, die werden dann später die Taxifahrer.
Kai
01:07:11
Ja, verstehe ich.
Josie
01:07:15
Obwohl mir das immer wieder gesagt worden ist, dass das ja vielleicht auch ein Job ist, wo man vielleicht oder ein Studium ist, wo man vielleicht keinen sicheren Arbeitsplatz hat, habe ich trotzdem das unbedingt studieren wollen, weil es mich inhaltlich, fachlich sehr interessiert hat. Und mein Studiengang war sehr vielfältig aufgebaut. Also es war, das würde auch zur Kreativität halt passen. Es war nicht nur reine Soziologie, sondern es war Politikwissenschaften mit dabei, es war Philosophie dabei, Psychologie war mit dabei und Pädagogik war mit dabei. Das hat mich alles dann so ein Sammelsurium an unterschiedlichen Fachrichtungen. Das hat mich sehr interessiert, wie denkt und argumentiert ein Pädagoge, wie denkt und argumentiert ein Psychologe. Es waren einfach Unterschiede und das fand ich halt spannend. Und mir wurde oft dann gesagt, dass... Oder es wird dann gesagt, dass so dieses Studium halt, wir sind halt so eher Generalisten als Spezialisten. Wenn dann aber doch Spezialisten besucht werden, kacke ich halt einfach ab. Aber gleichzeitig bin ich in der Lage und habe die Fähigkeit, mich in Dinge neu einzuarbeiten, was ja so ein Studium ja mit sich bringt, dass du das dann irgendwann auch mal lernst, eigenständig halt zu machen.
Kai
01:08:20
Na gut, wenn die aber natürlich ein Schema F-Mensch suchen, bist du natürlich der Falsche, ne?
Josie
01:08:24
Ja, auf jeden Fall.
Kai
01:08:25
So ein Schema F, das hast du studiert, das machst du jetzt die nächsten 50 Jahre, genau so?
Josie
01:08:28
Ja, und zum Thema Beruf und Karriere, also an der Uni war ich ja auch sehr kreativ und habe dann auch einen Lehrpreis gewonnen.
Kai
01:08:36
Hast du so nebenbei einen Fliese?
Josie
01:08:37
Ja, für die Hochschullehrer.
Kai
01:08:39
Jetzt steht ein bisschen Rieselpokal auf den Tisch, wo kommt der her aus der Hochstatt? Nein, Scherz.
Josie
01:08:44
Nee, weil ich ein cooles Konzept geschrieben habe und weil ich die Studierenden gut abholen konnte. Also ich bin auf jeden Fall sehr empathisch und spüre auch, was so in Gruppen so vor sich geht und kann das auch gut einschätzen. Nicht immer gut drauf reagieren, weil ich dann manchmal auch überfordert bin mit den Gefühlen, die dann einfach da ist, wenn du dann 30, 40 Studierende hast und dann hast du bei denen irgendwas angetriggert, weil du Rocky mit denen schaust, einen Ausschnitt. Wo es darum ging, immer an die Kinder halt zu glauben oder auch an die Schüler halt zu glauben. Und dann machst du diese drei Minuten aus und du hast den ganzen Kurs, da sitzen die fast alle am Flennen sind, weil es sie so sehr bewegt hat und so sehr getroffen hat. Das war nicht dein Ziel. Da war ich ein bisschen überrascht, dass es so heftig war. wirkt auf die. Und dann muss ich halt gut auch aufpassen, dass ich den Raum halt dann auch einfach halte, dass nichts entgleitet halt auch. Dann wurde ich ja dann depressiv, weil ich die Tabletten abgesetzt habe und mir ging es halt auch sehr schlecht einfach, weil der Druck einfach enorm hoch war an der Universität. Das war halt kein Umfeld, in dem ich mich gut hätte lange bewegen können. Trotzdem war mein Anspruch, eine sehr gute Dissertation zu schreiben und irgendwann mal auch Professor zu werden oder Professorin halt zu werden. Und das war halt mein Wunsch halt. Und dann hat es nicht geklappt, dann habe ich halt verkackt und versagt. Und beim COD als Medienpädagogin, das war dann auch, wo ich sehr kreativ gearbeitet habe, aber wo ich dann auch ein Problem, oder ich weiß nicht, mein Chef hatte glaube ich irgendein Problem, weil COD ist ja schon auch hierarchisch strukturiert und ich habe agil gedacht. Und ich habe halt damals schon E-Mails geschrieben an unterschiedliche Leute aus dem COD, ohne vorher meinen Chef zu informieren. Das hat er bestimmt geliebt. Das hat er gehasst.
Kai
01:10:36
I am surprised.
Josie
01:10:38
Und das habe ich nicht verstanden, wo da mein Fehlverhalt gewesen war.
Kai
01:10:43
Das verstehe ich.
Josie
01:10:43
Ich fand das so einschränkend und so unsinnig.
Kai
01:10:46
Das ist dann dieses Korsett.
Josie
01:10:48
Langsam einfach.
Kai
01:10:48
Das ist schon immer so, das macht man so. Und das macht mich ja wahnsinnig. verstehe, was dir passiert ist, weil es genau mir auch so passieren würde.
Josie
01:10:56
Echt?
Kai
01:10:57
Ich schreibe ja dann, ich würde auch meinen Konzent-Chef anschreiben und der denkt dann, Alter, was ist denn der von mir, die kleinste Wurst hier? Und dann denke ich, aber das ist doch alles scheiße.
Josie
01:11:06
Ja, und das habe ich nicht verstanden, was es bedeutet, in einem hierarchischen System halt zu arbeiten. Da hat mich mein Chef dann auch mal zu sich zitiert und hat gesagt, Frau ***, haben wir ein Problem? Und ich habe gar nicht gerafft, um was es ging. Also so zwischen den Zeilen ... Was verstehen kann ich sehr schlecht. Also man muss schon tacheles mit mir reden halt tatsächlich. Und da hatten sie mir dann auch eine Stelle angeboten für dann eine Projektleitung danach. Aber dann wurde ich wieder krank. Ich bin dann sehr plötzlich in meine erste Manie gerutscht, war dann ein halbes Jahr weg. Bin dann wiedergekommen und hatte so hohe Aggressionen. Ich wollte keine einzige PowerPoint-Präsentation mehr machen. Ich hatte mich so verausgabt und mich so anscheinend ausgebrannt, dass ich dann nicht mehr konnte, auch nachdem ich dann wieder zurückgekommen bin. Da hatte ich auch eine stufenweise wieder Eingliederung gehabt und leider wurde dann gesagt, die Projektstelle wird es nicht geben. Und das fand ich halt auch sehr schade, weil da hätte ich Konzepte schreiben können, Ausschreibungen lesen können und darauf halt Konzepte einreichen können und dann eigentlich das, was mein Chef dann gemacht hätte. Und die sahen darin halt auch mein Potenzial und die haben mich da auch unterstützt, Vor allem meine Chefin hat mich da auch sehr unterstützt und war froh, dass ich dann wieder zurückgekommen bin. Aber durch die Erkrankung habe ich wieder etwas nicht geschafft, wieder ein Ziel halt nicht erreicht. Und jetzt bei der Familienhilfe, das war halt schon auch ein emotional belastender Job, aber es hat Spaß gemacht zu sehen, wie sich manche Eltern verändert haben und dann zu sehen, wie sich dann auch die Kinder verändern zum Positiven halt dann auch. Das war eine sehr sinnstiftende Tätigkeit tatsächlich. Jetzt wieder erkrankt, weil ich manisch geworden bin und weil die... weil Arbeitsbelastung, glaube ich, einfach wieder zu hoch war und ich wieder zu motiviert und zu engagiert etwas getan habe, was dann ja dafür gesorgt hat, dass ich dann wieder erkranke. Und das macht mir halt einfach Angst. Vielleicht fahre ich deswegen auch so schmalspurlippig jetzt gerade mein Leben, weil ich Angst habe, wieder überfordert zu sein oder zu viel mich zu verausgaben und dann wieder in der Klinik zu landen.
Kai
01:13:15
Und du bräuchst eigentlich irgendwo so dein Zwischending, ne? Wie weit kannst du gehen, ohne dass es ungesund für dich wird?
Josie
01:13:21
Ja, ich habe mich beworben auf eine Stelle auch im Bereich der Familienberatung für eine Teilzeitstelle. Ja, mal gucken, ob das was wird. Die ist in Landau, das wäre dann auch nicht so weit zu fahren. Ich könnte mit Familien arbeiten, hätte aber auch Workshops und Seminare. Und die suchen halt schon aber auch jemanden, der flexibel ist zeitlich, also vormittags, nachmittags sowie auch abends Veranstaltungen durchführt und Gruppenworkshops. Hätte ich eigentlich auch Lust drauf. Keine Ahnung, ist auch eine unbefristete Stelle. Aber dann denke ich mir auch, es ist so ätzend, nur Teilzeit zu arbeiten, weil du so viel weniger Geld einfach dann auch verdienst. Und dann frage ich mich, wozu überhaupt dann arbeite ich. Nee, das jetzt nicht.
Kai
01:14:00
Ja, aber es wäre ein Weg, wieder reinzukommen vielleicht. Und dann einfach mal gucken, ob die Stunden erhöht werden in Zukunft, wenn das läuft.
Josie
01:14:08
Ja, das stimmt. Aber es hängt halt auch vom Unternehmen ab. Aber du bist von der Couch runter.
Kai
01:14:12
Die dir im Moment echt nicht gut tut, psychisch.
Josie
01:14:15
Das stimmt, ja.
Kai
01:14:18
Was ja auch immer ein Thema ist, was wir auch, ich wiederhole es, in der Selbsthilfegruppe oft besprechen, ist dann Stigmatisierung und Vorurteile. Was ja gerade zum Thema Arbeitsmarkt passt, weil viele ja da ein Problem haben oder auch die Chefs. Man hat ja einen Ruf, das sind ja die, wie hast du mal gesagt, die Spinner, die nackig durch den Raum rennen. Ist das ein Thema für dich? Gerade jetzt, du bist ja gerade im Bewerbungsthema unterwegs.
Josie
01:14:43
Also ich habe ja die Gleichstellung, also ich bin ja schwerbehindert mit 40 Prozent auf Lebenszeit und habe die Gleichstellung beantragt. Gleichzeitig habe ich jetzt aber auch nochmal den Grad meiner Schwerbehinderung nochmal überprüfen lassen.
Kai
01:14:58
Also die 40 hast du fest?
Josie
01:14:59
Die 40 habe ich umgefressen. Ne, ne, die habe ich jetzt auch schon länger. Aber ich hatte sie damals meinem Arbeitgeber nicht, also in der Familienhilfe nicht offengelegt. Und ich habe auch damals... Ist man das?
Kai
01:15:09
Oder ist das freiwillig?
Josie
01:15:11
Das ist freiwillig. Ich habe mir immer gedacht, wozu eigentlich? Bisschen sinnlos. Aber es gibt halt auch an vielen Stellenportalen, wo du das explizit mit angeben kannst, dass du die Gleichstellung hast. Und manchmal wirst du dann bevorzugt behandelt. Weiß ich halt nicht. Mein Anwalt hat damals gesagt, lieber erst nach der Probezeit einreichen. Ich habe jetzt, bei manchen Stellen mache ich es, bei manchen Stellen mache ich es halt nicht. Ich weiß nicht, ob das ein Vorteil ist oder ein Nachteil ist.
Kai
01:15:36
Na gut, musst du auch sagen, was dein Thema ist, warum du diese 40 Prozent dann hast?
Josie
01:15:42
Nee, das wird gar nicht thematisiert.
Kai
01:15:43
Okay, aber das hat ja dann erstmal damit nichts zu tun.
Josie
01:15:46
Genau, das heißt einfach nur, du hast einen besonderen Kündigungsschutz. Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich vielleicht die Gleichstellung nicht früher beantragt habe. Ich dachte, wozu auch? Ich habe ja einen unbefristeten Vertrag. Aber hätte ich die gemacht, dann hätten die mich wahrscheinlich nicht so leicht kündigen können. oder weniger schwer kündigen können oder ich hätte vielleicht dann doch nochmal eine Abfindung gekriegt. Übrigens sind die Anwaltskosten sauteuer. Der hat dann nochmal eine Rechnung reinflattern lassen, wo wir dachten, ey, das kann nicht sein. Oder ist kein Rechtsschutz? Ne, in dem Bereich haben wir keinen Rechtsschutz, leider.
Kai
01:16:22
Da sind wir mal der nächste Verbrecher. Anwälte.
Josie
01:16:25
Ja, er hat halt gesagt, am Anfang, es kostet nur so 800 bis 900 Euro, aber nur die Klage einreichen kostet so viel und natürlich tut er die Mehrwertsteuer nicht mitbenennen.
Kai
01:16:34
Ja klar, wie alle Handwerker.
Josie
01:16:36
Ja, das waren dann auch echt, das ist einfach zu viel.
Kai
01:16:41
Aber Stigmatisierung, Vorurteile, ist das also grundsätzlich ein Thema für dich?
Josie
01:16:47
Also ich habe das noch nie einem Arbeitskollegen mitgeteilt.
Kai
01:16:51
Auch kein Arbeitgeber dann?
Josie
01:16:52
Ne, was ich habe. Also mein Genesungsbegleiter, der jetzt nicht mehr dort arbeitet, der hat jetzt einen neuen Job angefangen aus seinem damaligen Studium, irgendwas mit Elektrotechnik. Der hat das aufgelegt tatsächlich, was er hat und das hat er auch. Er hat damit nur positive Erfahrungen gemacht. Weiß ich nicht, ob mein Leben anders da ausgesehen hätte, wenn ich mich meinen Chefs irgendwann mal geoutet hätte und gesagt hätte, ich bin bipolar, ich habe da manchmal so ein bisschen emotional meine Probleme, das auszuhalten oder das und das und ich brauche mehr Regenerationstage. Weiß ich nicht. Meine Chefin hat die Psycho, also die schon auch als Verrückte dargestellt und also schon auch nicht sehr positiv über diese Menschen halt geredet. Und das hat mich halt daran gehindert, das in irgendeiner Weise mal offen zu legen, auch tatsächlich, dass ich ein Teil von diesen verrückten Menschen halt einfach bin.
Kai
01:17:42
Jetzt, wenn du von dieser Firma erzählst, denke ich, was für Arschlöcher, gut, dass du da raus bist, ganz ehrlich, es tut mir echt leid.
Josie
01:17:48
Ja.
Kai
01:17:49
Ich meine, das ist ein sozialer Bereich und dann hockt so eine... Arschloch-Tussi da und sagt, und lästert immer psychisch kranke Menschen. Also lästert oder was auch immer. Aber sage ich, Lady, du bist am falschen Platz. Macht mich jetzt ganz sauer.
Josie
01:18:03
Ich merke es, ja.
Kai
01:18:04
Da bin ich dann empathisch.
Josie
01:18:06
Also mir gegenüber bist du sehr oft verständnisvoll und empathisch.
Kai
01:18:10
Ja, ich sage ja, es kommt echt drauf an. Ich mag kein Geweine. Aber gleichzeitig werde ich super aggressiv bei Rassismus und Benachteiligung von Menschen. Da werde ich direkt...
Josie
01:18:20
Geht mir ähnlich, ja.
Kai
01:18:21
Da bin ich direkt die Weltrevolution. Daher, ich bin, aber ich weiß nicht, ob das empathisch ist oder ob ich da einfach… Ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Ja, ich glaube, das ist ein Thema, das ich schon immer habe, wo ich immer wieder gegen Wände läufe und mich mit Lehrer und Schollschuss angelegt habe in meinem Gerechtigkeits… Mit Lehrern? Ja, wenn man von klein auf anzieht. Ich verstehe ja die Probleme, die meine Tochter hat. Gleichzeitig versuche ich sie einzufangen, zu sagen, ja, aber sie sind trotzdem deine Lehrer. oder was auch immer, mit wem sie auch immer sich ungerecht behandelt fühlt oder überhaupt. Weil ich weiß, das ist auch nicht immer dein Leben wird der Durchschnitt einfacher, wenn du jedes Mal denkst, ich brenne die Bude nieder. Ihr Arschlöcher. Also ich kenne das Problem nicht, aber wie ich sage ja, ich habe ja auch erst seit zwei Jahren ungefähr die Diagnose, weil ich ja vorher mich darum nie gekümmert habe und immer dachte, ich bin einfach nur depressiv, aber es ist auch egal. Und ich arbeite jetzt in dieser Firma 15 Jahre, Also es war nie ein Thema damit, dass ich mich damit irgendwo bewerben musste, Und gleichzeitig trage ich es, also was heißt, ich trage es von mir, ich habe damit kein Thema. Wenn man sich unterhält und dann heißt dessen, dessen, habe ich kein Thema, irgendjemandem zu erzählen, was ich habe. Aber gleichzeitig erzähle ich es ja nicht, weil es kein Thema ist. Also ich würde jetzt nicht sagen, hallo, ich bin Kai, ich bin bipolar. Warum? Wenn interessiert es. Aber wenn man sich unterhält und dann über Probleme sagt, ja, kenne ich, verstehe ich und ich habe auch eine bipolare Erkrankung. Also es ist kein Geheimnis, sondern es ist aber auch kein Thema. Daher wüsste ich nicht, ob ich in einem Bewerbungsgespräch heute es erzählen würde, weil es ist auch da für mich ja im Moment kein Thema. Weil ich habe jetzt durch meine bipolarer Krankheit jetzt nicht irgendwie, dass ich dann irgendwie mal wochenlang krank war. Weil ich kenne halt auch diese manische Phase. Ich kenne das Hypo-Man. Also ich war jetzt noch nie in einer Klinik oder in irgendwas. Daher müsste es ja auch nicht, also ich würde ja auch nichts verbergen, dass irgendwelche Gefahren bestehen, weil die trotzdem bestimmt irgendwo bestehen, aber daher wäre das auch kein Geheimnis und gleichzeitig auch kein Punkt irgendwie. Also daher fällt mir das immer schwer, gleichzeitig weil ich ja auch eigentlich sehr offen bin zu Themen und keinen Bock habe, irgendwie mich zu verbergen.
Josie
01:20:32
Ja, das ist halt ich verberg mich halt dann auch. Und das ist halt, es fühlt sich halt immer ungut an, weil du musst halt lügen. Und das im Bewerbungsgespräch oder dann fühlt es sich halt einfach auch kacke halt an, aber gleichzeitig denkst du halt, wenn du das dem jetzt erzählst, dass du bipolar bist, dass du jetzt schon das dritte Mal in der Klinik warst und monatelang ausgefallen bist. So was würde doch niemand einstellen. Das kann mir keiner erzählen, dass mir das...
Kai
01:20:59
Das erzählt ja jeder. Nee, das kann man schon erzählen. Nee, Bullshit. Da hat man es ja auch schon drüber. Wir hatten es ja mit dir drüber, oder? Dann damals in der... Wie du auf die eine Stelle dich beworben hast. Also es wird dir wahrscheinlich nirgends als Vorteil...
Josie
01:21:11
Nee.
Kai
01:21:12
Sondern, oh Gott, da haben wir so eine Verrückte, die uns alle zwei Jahre mal ein halbes Jahr ausfällt, oder so.
Josie
01:21:18
Ja, und das ist halt dann, jo, ätzend.
Kai
01:21:22
Ja.
Josie
01:21:23
Einfach, also manchmal denke ich so, oh scheiß drauf, erzähl einfach alles und Und manchmal denke ich so, wenn ich Personaler wäre, ich würde die Person nicht einstellen. Ganz ehrlich.
Kai
01:21:33
Wollte ich sagen, wenn ich eine Firma hätte?
Josie
01:21:35
Wenn ich wüsste, die ist nicht so voll arbeitsfähig wie jemand, der eh nicht gleich qualifiziert ist, dann würde ich doch niemals den Kranken wählen.
Kai
01:21:46
Ja, ist leider, wenn man selbst eine Firma hätte, genau dieses Denken. Ich brauche jemanden, der nicht rund um die Uhr oder 365 Tage im Jahr hat und nicht jemand, der 200 Tage gut ist und dann 100 Tage weg ist oder sowas.
Josie
01:22:01
Ja, genau. Und das ist ja dann nochmal eine Belastung auch für den Arbeitgeber, was ich ja auch total verstehen kann.
Kai
01:22:07
Dafür steht hier auch schön Unterstützung und Anpassungen. Der Arbeitsmarkt bietet, ich lese einfach nur vor, bietet verschiedene Möglichkeiten zur Unterstützung. Dazu zählen flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit, Homeoffice oder klar strukturierte Aufgaben. Wahrscheinlich auch sehr wichtig, ne? Auch ein verständnisvolles Arbeitsklima und offene Kommunikation sind sehr wichtig. Zusätzlich gibt es Beratungsstellen, Integrationsdienste und gesetzliche Regelungen, die Menschen mit psychischen Erkrankungen beim Erhalt oder der Suche nach Arbeit unterstützen. Also so... Gerade was flexible Arbeitszeit angeht, ich glaube, das wäre schon wichtig. Also gerade, weil du weißt ja, was ist, wenn du depressiv bist und einfach nicht mal irgendwie gefühlt aus dem Bett rauskommst und dich dann jedes Mal krank melde, ist ja nicht auch doof. Homeoffice, ja, weiß nicht. Also ich persönlich würde gerne Homeoffice arbeiten.
Josie
01:22:53
Geht das bei euch nicht?
Kai
01:22:56
Gein, also nicht in der Abteilung, wo wir sind, weil wir halt dann mit im Hochsicherheitsbereich vor Ort sein müssen, weil wir da dann nicht irgendwie bei uns zu Hause haben dürfen.
Josie
01:23:05
Hast du mal überlegt, die Abteilung zu wechseln? Dass du Homeoffice machen kannst? Dass du nicht mehr so viel fahren musst?
Kai
01:23:11
Ich kann die Abteilung, weil ich kein Ingenieur bin. Als Ingenieur könnte ich das machen, aber ich bin ja kein Ingenieur. Daher die Arbeit, wo ich mache, ist leider nur da an dieser Abteilung.
Josie
01:23:21
Möglich.
Kai
01:23:22
Strukturierte Aufgaben. Mir ist ja nicht zur Hilfe. Ich hasse es ja, was sie mir anbieten. Als Lösung. Aber Homeoffice, ja gut. Verständnisvolles Arbeitsklima, das sind wir ja beim Thema, dann wäre die offene Kommunikation wichtig, aber ist das Arbeitsklima wirklich verständnisvoll? Oder denken die dann nur, oh, jetzt haben wir so eine, die fällt alle zwei Jahre aus für ein halbes Jahr, oh Gott, und dann ist sie ja noch verrückt und Ja.
Josie
01:23:48
Schwierig.
Kai
01:23:49
Schwierig, wir kennen es, also du kennst ja eher, ich bin ja schon so lange bei der Firma, ich kenne das nicht, aber daher fällt es mir auch immer schwer, jemanden Tipps zu geben, weil ich nie in der Situation war, also ich ging halt davon aus, ich bin depressiv und das ist ja gefühlt jeder auf der Welt, das ist ja kein Thema mehr.
Josie
01:24:04
Das sind viele, ja.
Kai
01:24:05
Das ist überhaupt kein Thema und da ich ja nie deswegen beim Arzt war, war es ja auch nie diagnostiziert. Dias, hat das nichts zu tun. Ich hatte einmal, aber da lag ich ja im Klinik mit meinem Arbeitgeber und hatte ja schon gekündigt, dass die können mich mal und hat mich dann entsprechend krank gemacht und dann hat mein Arzt mich auf Burnout krankgeschrieben, weil ich einen guten Arzt hatte. Ich habe dem die Situation erklärt und er hat gesagt, da haben sie doch auf jeden Fall ein Burnout. Ja, das sehe ich auch so. Das ging ja ewig und dann haben die dann irgendwann, können die dich ja zum medizinischen Dienst schicken. Jedenfalls hätte ich dann zum Psychologe gemisst Und das Gute ist ja, bis da einen Termin hast, war ja auch meine Kündigungszeit rum. Also die Zeit, wo ich gekündigt hatte. Und dann war ich da und dann ging es, ja, da haben die mir noch Medikamente verschrieben, die ich nie abgeholt habe. Psychologe, da fängt es ja schon an. Jetzt müssen wir aber auch mal wieder auf die Füße kommen. Ich denke, ist das dein professioneller Rat? dich. Und da habe ich nur gesagt, kein Problem, morgen fange ich wohl eine neue Firma an. Ich glaube, da komme ich wieder auf die Füße.
Josie
01:25:06
Okay.
Kai
01:25:06
Dann bin ich auch genau so rausgegangen, du Arschloch. Was ist denn das für ein Tipp von einem Psycho? Also das ist ja ein Arzt das erste Mal, ne? Psychologe. Ist das ein Arzt? Ja, oder?
Josie
01:25:14
Psychologe.
Kai
01:25:14
Oder ist das Zehn der nicht als Arzt?
Josie
01:25:16
Nee.
Kai
01:25:16
Also der verschreibt Medikamente.
Josie
01:25:18
Der ist der Psychiater.
Kai
01:25:19
Ah, Psychiater. Entschuldigung. Alles gut. Irgendwann muss man das mal merken. In Folge 100 weiß ich es. Also beim Psychiater war ich, weil der hat mir ja dann Antidepressiva verschrieben. Und dann habe ich gesagt, jetzt müssen Sie mal wieder auf die Füße kommen. Wo ich denke, das ist dein Tipp. Also ich hatte jetzt zwei Psychiatererfahrungen und beide waren scheiße. Daher wisst ihr jetzt, warum ich so zu Psychiatern und zu Ärzten stehe.
Josie
01:25:40
Okay.
Kai
01:25:41
Vielleicht müsste ich auch mal eine gute Erfahrung machen. Und dann, wo ich denke, der hat mir jetzt geholfen. Deswegen rede ich lieber mit der Josie hier. Der hilft mir eher. Also wir können da auch gar keinen Tipp geben. Wir sind ja selbst hin- und hergerissen. Soll man da auch drüber reden, wenn man sich bewirbt? Ich persönlich glaube auch, es ist schwer. Gleichzeitig gehst du dann halt schon mit dem Geheimnis rein. Aber die Frage ist natürlich, kriegst du die Stelle, wenn du das sagst? Weil natürlich darf das kein Ausschlusskriterium sein. Aber was dir in seinem Kopf vorgeht, das weiß ja dann niemand.
Josie
01:26:13
Ja, dann heißt es halt wie immer, ja, es gab Bewerber, die noch besser gepasst haben auf die Stelle. So wie sonst halt auch immer.
Kai
01:26:19
Genau, das ist ja halt.
Josie
01:26:20
Also wie willst du das nachweisen?
Kai
01:26:22
Ja, das meine ich ja. Das ist ja das Problem.
Josie
01:26:24
Das kannst du nicht nachweisen. Das ist reiner Menschenverstand.
Kai
01:26:29
Und wir hatten ja auch einen Personaler, der in unserer Selbsthilfegruppe auch gesagt hat, ich würde es nicht sagen. Also aus genau diesem Grund, natürlich offiziell nicht, aber genau aus diesem Grund würde er es auch nicht sagen. Da waren wir uns ja einig.
Josie
01:26:44
Ja.
Kai
01:26:44
Und sonst, ja.
Josie
01:26:46
Ja? Hast du noch was auf deiner Liste?
Kai
01:26:48
Nee, ich habe gerade, ich habe hier völlige Gehirnhänge heute, ich weiß gar nicht.
Josie
01:26:52
Wie ist es denn mit Fehlern machen auf der Arbeit? Wie gehst du damit um?
Kai
01:26:56
Wenn ich Fehler mache?
Josie
01:26:57
Ja.
Kai
01:26:58
Wie soll ich denn damit umgehen? Also ich muss sagen.
Josie
01:27:02
Ich mache… Oder machst du gar keine Fehler?
Kai
01:27:04
Gar keine, wahrscheinlich nicht, aber relativ wenig. Also wir haben ja immer, wenn was falsch gemacht wird, dann kommt ja immer eine SLA-Beauftragte gleichgerannt. Und weil bei uns halt extreme Strafen dran hängen, wenn irgendwas schiefgelaufen ist oder so. Also für die Firma, nicht für uns selbst natürlich, weil halt alles extrem SLA-kritisch ist.
Josie
01:27:28
Was ist SLA?
Kai
01:27:31
Es geht um Zeiten, die man einhalten muss, Vertragszeiten und so weiter. Also wir haben zehn Sekunden, um zu reagieren und dann haben wir bis eine Lösung da sein muss, je nach Priorität. Fängt es bei vier Stunden an und geht bis vier Wochen. Und das ist aber deutschlandweit, also muss dann in vier Stunden irgendwo in Deutschland das Thema gelöst werden.
Josie
01:27:51
Okay, hört sich sehr stressig an.
Kai
01:27:53
Ja, wenn das, also es kommt ja nicht oft vor, aber es sind halt Dinge, die, es fällt mir immer schwer drüber zu reden, weil es ja auch nicht so drüber reden darf. Kritische Infrastruktur und so beinhaltet, so ist es ausgedrückt. Und wenn da irgendwas ausfällt, sollte das halt schnellst wieder gehen. Daher, und wenn dann halt die Zeit nicht eingehalten wird, gibt es da extreme Strafzahlungen. und deswegen ist dann die SLA-Beauftragte, SLA-Management steht dir immer direkt auf die Füße, wenn da Mist gebaut hast, aber... bei mir, denn 20 Jahre, ich hatte letztes Jahr, ja, wir haben ja jetzt Anfang 26, letztes Jahr habe ich einmal Mist gebaut, aber das war ein sehr kleiner Fehler und dann habe ich, das war auch dumm, einfach keine Ahnung, einfach Gierenaussetzer gehabt wahrscheinlich und dann habe ich gesagt, boah, ich weiß nicht, wie mir das passieren konnte, aber ich habe damit auch kein Thema, es hat mich überrascht, dass ich 20 Jahre, also ich dachte immer, ich habe es immer angesprochen, warum kommst du nie zu mir, du rennst immer zu Leuten und dann hat sie immer gesagt, ich würde schon zu dir kommen, wenn du was falsch machst, also so gehe ich davon aus, dass ich wenig Fehler gemacht habe. Wenn, dann war es vielleicht nicht so wichtig. Weil ich gehe ja nicht davon aus, dass es nett Das war alles, weil jeder macht ja mal Fehler.
Josie
01:29:01
Das stimmt, ja.
Kai
01:29:02
Aber ich habe, wenn ich missbaue, ich habe damit auch kein Thema.
Josie
01:29:06
Echt? Ich hatte damit ein krasses Thema. Tatsächlich, vor allem als ich an der Uni dann gearbeitet habe, war Fehler machen, auch die Studierenden waren so hart zu einem.
Kai
01:29:16
Okay, das ist natürlich, ja.
Josie
01:29:18
Und das sind angehende Lehrkräfte.
Kai
01:29:21
Für den Lehrern halte ich auch nichts. Aber ich hatte ja von niemandem was.
Josie
01:29:26
Wo ich dann dachte, woher kommt denn diese Abneigung, dieser Hass dann tatsächlich? Das hat mich sehr auch fertig gemacht, diese sehr überzeugten, von sich selbst überzeugten Studierenden, die dann halt tatsächlich fast alles dran setzen, um irgendwie diesen Dozenten halt das Leben schwer zu machen. Also nicht alle, aber es gab einige, die waren echt sehr heftig. Und ich habe ja auch die befragt, also so Fragebögen ausgeteilt, auch zum Thema Selbstwirksamkeit auf einer Skalierungskala von 1 bis 9. Und 9 war auch, ich bin überragend, also wirklich in diesen Bereichen kann ich das sehr gut. Und die haben sich doch überdurchschnittlich sehr, sehr gut selbst eingeschätzt. Also ich konnte das auch tatsächlich statistisch nachweisen, dass es nicht nur so ein Gefühl ist, dass die Studierenden so fast schon überheblich arrogant durch die Welt da rumlaufen, als Teile von denen, die ich da betreut hatte, sondern dass da auch ein großer Teil war, die einfach von sich selbst so stark überzeugt waren. Und dann gehen sie halt in die Praxis und sehen halt, was sie alles nicht können. Und dann ist der... das Tief schon ziemlich hoch. Also der Fall ist da schon ziemlich hoch. Also das, so konnte ich den Theorie-Praxisbruch ein bisschen erklären tatsächlich bei den Studierenden. Wie ist es denn bei dir mit dem Thema Freiheit? Also wie reagierst du, wenn du. Ja, also fühlst du dich irgendwie eingeschränkt oder abgewertet oder gehst du auch Abwehr auf Aggression oder fühlst du dich da nicht ernst genommen, wenn du nicht ein gewisses Freiheitsgefühl in der Arbeit hast. Also ich kenne das, du schaust mich so an, als hättest du keinen Plan von dem, was ich erzähle.
Kai
01:31:15
Mein Blick hat meine gerade, hä?
Josie
01:31:17
Weil ich kenne das Gefühl von Freiheit extremst gut. Also irgendwo, wenn ich schon lese, zeitliche Datenerfassung der Arbeitszeit, kriege ich schon die Krise.
Kai
01:31:27
Ah, okay.
Josie
01:31:28
Sowas halt zum Beispiel. Oder abstempeln müssen oder so. Oder alles, was so ein bisschen meine eigene Selbstständigkeit oder Freiheit einschränkt im beruflichen Kontext. Da habe ich extreme Aggressionen und Abwehr dagegen. Also Abneigung auf jeden Fall. Ist es bei dir ähnlich oder nicht?
Kai
01:31:44
Ich bin ja auch kein guter Angestellter. Auch wenn ich da jetzt schon seit Jahren hingehe und pünktlich, relativ pünktlich bin. Aber ich bin ja ein Freund von flexiblen Arbeitszeiten und, aber ich habe es nicht.
Josie
01:31:58
Hast du eine Stechuhr oder hast du musst du eine Ecke?
Kai
01:32:01
Ja klar, also wir haben eine Zeitaufassung. Klar, du musst ja, dass du da bist.
Josie
01:32:05
Okay.
Kai
01:32:06
Eine Stechuhr. Also bei uns gibt es Gleitzeit, aber die betrifft dann auch wieder alle anderen Abteilungen außer uns.
Josie
01:32:12
Okay.
Kai
01:32:13
Weil wir ja im Schichtbetrieb sind. Sprich, da muss ja immer jemand da sein.
Josie
01:32:16
Das stimmt.
Kai
01:32:17
Das heißt, du hast eine Übergabezeite von einer halben Stunde. Das heißt, du hast eine Beweglichkeit von einer halben Stunde, in der du da sein musst. Andere Abteilungen haben das nicht, weil die haben einfach nur Gleitzeit und die kommen halt zwischen sechs und zehn, glaube ich. Bis 19 Uhr dürfen sie auch bloß bleiben. Ab 19 Uhr müssen sie aus der Firma draus sein. Die kommen auch nach 19 Uhr nicht mal rein mit ihr. Also wir haben ja eine Sicherheitspforte. Da wird ja automatisch gestochen, wenn du reinkommst. Die kommen nach 19 Uhr nicht mal ins Gebäude rein. Und am Wochenende auch nicht, weil da würden sie eigentlich nicht arbeiten. Weil Sicherheitsding, dann können sie halt auch nicht rein, weil da könntest du nicht nachts um die Firma rein und dumme Dinge machen. Außer wir. Wir können immer rein. Aber dafür haben wir keine Gleitzeit. Ich hätte lieber Gleitzeit. Oder überhaupt ein Zeitkonto hätte ich gern. Das haben nicht alle andere außer unserer Abteilung.
Josie
01:33:08
Also könntest du keine Überstunden aufbauen und dann abbauen?
Kai
01:33:10
Ja, das wird alles abgekappt. Du kannst Minusstunden machen. Theoretisch bist du dann und dann machst du, irgendwann musst du heute einen Tag kommen. was ich eine sehr beschissene Lösung, Regelung finde, weil alle andere haben das nicht, nur wir haben das und, Plusstunden steht dann immer hier und dann bau die mal schnell wieder ab also habe ich immer minus, keine Ahnung ich darf ja bis minus 30, ich habe minus 30 kriege ich vom Gehalt abgezogen, deswegen bewege ich mich immer zwischen minus 1 und minus 30 hin und her aber durch meine Schichtschieberei oder Einspringerei mache ich halt auch immer wieder viel Plus Das.
Josie
01:33:46
Wollte ich gerade.
Kai
01:33:46
Sagen. Also ich kriege die immer wieder locker rein. Also ich habe schon den Monat reingegangen, bin, habe da minus 30 Stunden gehabt nach... nach fünf Tagen oder so. Aber im Monat wieder rausgegangen mit null oder so. Es ist schon extrem bei uns, was, ich weiß nicht, ob das jeder hat, aber ich habe schon extreme Verschiebereien drin.
Josie
01:34:04
Und du fährst dann jeden Tag nach Frankfurt?
Kai
01:34:07
Wenn ich arbeite, fahre ich nach Frankfurt, ja.
Josie
01:34:08
Und hast du dann kein Hotel dort, sondern fährst jeden Tag dann wieder nach Hause? Krass. Das ist weit, oder? Also wir, meine Eltern leben ja in Frankfurt.
Kai
01:34:17
100 noch was Kilometer. Ding ist, ich habe natürlich, ich gucke immer wieder mal, weil wenn ich irgendwie, also das ist gerade so Spätschicht, das sehe ich ja meiner Familie gar nicht. Weil ich bin im Bett, wenn ich heimkomme und bin schon wieder aus dem Haus, wenn ich aufstehe, zur Arbeit gehe. Da lohnt es eigentlich nicht, dass ich heimfahre. Aber ich arbeite auch nicht viel Spätschicht, weil ich meine Spätschicht oft wegtausche mit einem Kollegen, der nicht gerne Nachtschicht arbeitet. Seit 20 Jahren mache ich meinen Tausch, ich mache seine Nachtschicht und er macht meine Spätschichte. Ah, ich Da habe ich die nicht oft. Aber ich gucke trotzdem, habe schon immer wieder mal geguckt, was es denn kosten würde, wenn ich irgendwie so ein Zimmer, eine Wohnung in der Gegend dort irgendwie noch hätte, eine kleine, so ein Zweitwohnsitz. Aber es ist halt auch völliger Wahnsinn, was da auch über die Preise sind. Es kommt mich immer noch billiger an. Ich fahre im Monat halt, keine Ahnung, 5.000 bis 6.000 Kilometer. Und es kommt mich immer noch billiger, als dort oben eine Wohnung zu nehmen. Was ja völlig wahnsinnig ist eigentlich. Also gut, ich rechne natürlich den Verschleiß vom Auto nicht mit, weil ich fahre halt Autos eh nur bis zum Tod. Andere, achten wir auf Kilometer, mache ich ja nicht. Ich fahre ja ein Auto, bis es irgendwann stirbt, nach hoffentlich 6, 7, 8 Jahren erst. Bei 60.000 Kilometer im Jahr passiert es halt dann einfach irgendwann. Daher habe ich auch keine Gefühle für Autos.
Josie
01:35:31
Okay.
Kai
01:35:31
Also ich liebe Autos. Ich finde, wir sollten keine mehr haben als Menschheit. Aber ich liebe Autos natürlich.
Josie
01:35:37
Ich fahre eigentlich auch ganz gerne Auto. Auto ist böse.
Kai
01:35:41
Aber es ist natürlich bequem. Und wenn ich irgendwo bin im Urlaub, habe ich gerne ein Mietauto, weil ich bin gerne flexibel. Aber ich komme ja auch vom Dorf. Bei uns ist alle Stunden ein Zug durchgefahren und zweimal am Tag ein Bus. Das heißt, mit 18 hattest du deinen Führerschein und ein Auto, weil du wolltest ja aus dem Dorf raus, ohne mit dem Fahrrad zu fahren. Und die nächste Stadt ist ja dann schon mehr 20 Kilometer weg gewesen. Jeder, der mit 18 Führerscheinen hat, hat immer erstmal sein Auto vollgeladen. Als wurde ja einer nach dem anderen. Und dann ist er mit allem mal zu McDonald's gefahren, die 20 Kilometer. Das war ja noch was Besonderes damals. Das war so immer die erste Fahrt, die du machen musstest. Und dann wurden wir ja immer mehr mit Autos. Sprich, der Konvoi wurde größer, sonst konnten mehr Leute mitfahren. Allein, dass McDonald's damals echt was Besonderes war, das ist echt, wo ich groß geworden bin hier. Nee, aber schon, wir haben es den heute ein bisschen rumgeirrt in dem Thema, aber ich denke, hast du noch irgendwas?
Josie
01:36:29
Nee, tatsächlich nicht, außer dass halt Arbeit total sinngeber sein kann. Seht ihr, das sind wir für entschieden.
Kai
01:36:38
Ich hasse Arbeit.
Josie
01:36:39
Und Identitätsstiftung sein kann.
Kai
01:36:40
Ich habe keine Identitätsstiftung. Also ich müsste, das ist ja wirklich ein Thema, also Leute, einfach Arbeit als Intentitätsstiftung und die arbeiten müssen, um sich selbst irgendwo in eine Stelle und ich verstehe es gar nicht.
Josie
01:36:55
Nicht?
Kai
01:36:56
Ich müsste nicht arbeiten. Ich gehe wirklich nur arbeiten, weil ich das Geld brauche. Das ist ja auch mein Problem, warum ich bis heute nicht weiß, was ich arbeiten möchte, weil ich möchte dieses, also ich hätte gern mal, also ich hätte gern irgendwann mal studiert, aber so in Richtung Programmieren und so weiter, aber weil mich das interessiert. Das habe ich ja halt dann, als ich dann irgendwann wusste, okay, ich würde gerne in die Richtung gehe, hat mein Vater dann gesagt, jetzt machst du mal eine Ausbildung. Weil bis dahin wusste ich ja gar nicht, was ich will und war auch entsprechend gut in der Schule. Hat mich halt einfach nur durchgeschleppt ohne Lust auf die Schule. Und als der dann gesagt hat, und wie es dann darum ging, nee, jetzt gehst du mal eine Ausbildung, dachte ich, aber ich glaube, ich würde lieber mein Abitur noch machen jetzt und dann studieren. Dann hat man einfach gesagt, nee, du gehst jetzt, machst eine Ausbildung.
Josie
01:37:38
Echt?
Kai
01:37:38
Das halte ich mir ein bisschen vor, aber... Das glaube ich, weil mein Bruder durfte dann studieren danach oder sein Abitur machen. Mein nächstes, ich habe ja viele Brüder.
Josie
01:37:47
Ja.
Kai
01:37:47
Und der war jetzt auch nicht gut in der Schule.
Josie
01:37:50
Okay.
Kai
01:37:51
Aber egal, man muss ja auch mal verzeihen können, ich finde mit 50, mein Vater ist ein bisschen Rente.
Josie
01:37:56
Was war denn seine Motivation?
Kai
01:37:58
Dass ich einfach bis dahin ja nie wusste, was ich will. Also ich habe ja mich einfach nur durch die Schule geschleppt, so mit Minimalaufwand, weil wenn du ja kein Ziel hast, ist es ja auch schwer, sich für irgendwas zu motivieren.
Josie
01:38:12
Auf jeden Fall, ja.
Kai
01:38:13
Und das war mein Ding. Schule war halt eine Pflicht. Aber ich wollte auch nicht arbeiten gehen. Also daher kam ja dann dieses, nee, arbeite gar nicht. Jetzt muss ich doch mal überlegen. Und dieses Computer-Thema kam ja einfach erst später dann. Also zu meiner Zeit hat man ja keine PCs gehabt. Gab es die überhaupt? Also zu meiner Zeit, da waren ja Rechner noch große Rechneranlagen.
Josie
01:38:32
Ich wollte gerade sagen, die gab es glaube ich schon.
Kai
01:38:34
Ja, PC gab es nicht, das kam ja später. Es gab halt große Rechner, damit hätte ich ja nicht gearbeitet. Aber daher hatte ich nie Ich hatte nie einen Wunschberuf und bis heute weiß ich nicht, was ich gerne machen würde. Daher werde ich wohl da bleiben, wo ich bin, bis zur Rente und dann werde ich nichts mehr machen.
Josie
01:38:51
Ich wollte mit zwölf, habe ich gesagt, ich will Psychologin werden oder Philosophin oder Nonne.
Kai
01:38:59
Das ist natürlich. Ich habe irgendwann geschrieben Feuerwehrmann, aber auch nur, weil es nebenan alle freiwilligen Feuerwehren haben das aufgeschrieben. Ich habe gesagt, das schreibe ich auch auf. Ich war nie in der Freiwilligen Feuerwehr. Ich habe null Interesse gehabt. Damit seht ihr, was mein Problem ist. Und ich habe ja Kinder. Und ich sage, mir ist Schule nur dahin wichtig, dass die Kinder irgendwann entscheiden können, was sie machen wollen. Und nicht von ihrer Schule dazu gezwungen sind, weil sie haben halt nur Mittlereife oder was weiß ich. Und dann kannst du halt einfach nicht studieren. Oder nur mit extremen Umwegen. Ansonsten ist mir die Schule null wichtig. aber sie machen sich halt selbst das Leben schwer. Das ist schwer zu erklären den Kindern.
Josie
01:39:41
Wieso? Also wieso machen die sich das Leben selbst schwer?
Kai
01:39:44
Weil halt scheiß Note sind halt scheiß Note. Note sind scheißegal in meiner Auge, aber leider gucken Leute drauf und sagen, nee, ich soll dir eine Ausbildungsstelle geben. Was, du willst bei mir studieren? Du hast nur Sechser? Als Extrembeispiel haben sie ja. Und daher, du wirst halt bewertet mit Noten, was ja völliger Bullshit ist. Also ich habe auch Bewerbung, dann habe ich Bewerbungstests gemacht, als Ausbildung, als Bewerbungstests und hab da, super abgeschnitten. Mein Chef, der Zukunftschef konnte es gar nicht glauben. Wieso hast du so schlechte Noten? Weil ich keinen Bock hatte. Aber es heißt ja nicht, dass ich dumm bin, sondern es hat mich einfach nicht interessiert. Dann machst du irgendwelche Tests mit was, was da alles getestet wurde. Da hast du halt gezeigt, du hast schon was im Gehirn, du hast es nur nicht verwendet.
Josie
01:40:27
Ja.
Kai
01:40:29
Daher habe ich gesagt, ich halte nicht viel von Schulen, aber ich weiß halt, dass es den Kindern oder dann später Erwachsenen das Leben deutlich einfacher macht, wenn die mal gute Noten haben. Meine Frau hat sich beworben und die hat ja auch nur einfach den Schulabschluss gemacht mit lauter Einzer.
Josie
01:40:45
Ja, viele denken halt durch so gute Noten, ja, Pflichtbewusstsein, kann lernen, ist leistungsfähig und so weiter. Also das wird mit sehr vielen positiven Dingen konnotiert. Aber wahrscheinlich heißt es nur.
Kai
01:40:58
Die Eltern haben genug Druck gemacht und du hast dann halt dir den Druck machen lassen. Oder deine Eltern hatten überhaupt die Zeit, mit dir zu lernen. Deine Eltern konnten selbst Deutsch, da fängt es ja schon an. Sprechen deine Eltern kein Deutsch, dann hast du schon mal ein Problem, weil dir zu Hause keiner helfen kann.
Josie
01:41:14
Die Bildungsungerechtigkeit in Deutschland ist ein großes Thema.
Kai
01:41:18
Deswegen sage ich, ich halte ja nichts von Schulen, aber ich akzeptiere, oder muss es akzeptieren, dass es wichtig ist, weil Leute ja irgendwie dich bewerten wollen. Und daher muss ich meine Kinder immer wieder sagen, nein, Noten sind wichtig, auch wenn es ist. Noten sind uns nicht wichtig, aber es wird dir das Leben leichter machen Und so ist es richtig. Wenn du eine Fünf heimbringen würdest, wären wir nicht sauer.
Josie
01:41:38
Echt nicht? Die kommen nicht nach Hause und müssen Angst haben vor euch?
Kai
01:41:41
Nein, nie.
Josie
01:41:42
Okay.
Kai
01:41:43
Also wir ärgern uns, weil meine Kinder nicht dumm sind. Du merkst ja, die kommen relativ leicht zu ihren Noten, zu denen sie kommen. Die haben ja, also meine Großtochter hatte nur eins an zwei, als sie aus der Grundschule rauskam. Da hast du das erste Mal, wo Noten interessant werden. Und hat nichts dafür getan.
Josie
01:41:59
Mhm.
Kai
01:42:00
Meine Tochter hat minimal gelernt und es ist sehr schwer, ihr zu sagen, du musst was lernen, wenn es halt nur gute Note macht.
Josie
01:42:07
Zum Glück.
Kai
01:42:08
Fällt ihr das Lernen leicht, wenn sie was lernt, weil sonst hättest du keine gute Note gehabt, weil fleißig war sie nicht. Kommt nach ihrer Mutter, die guckt sich was an und dann weiß es. Meine Frau konnte ordnerweise auswendig lernen. So ist die in Prüfungen gegangen.
Josie
01:42:23
Das ist natürlich ein großer Vorteil.
Kai
01:42:25
Daher kam ihr gute Note. Kai, frag mich schon ab. Und dann habe ich gesagt, was soll ich denn fragen? Ja, da steht das und das. Und dann hat sie den Ordner runter. Das war ja nicht Abfrage. Aber im Gegensuch fällt ihr dann nicht so leicht. Dinge in Verbindung zu setzen, wo dann ich halt wieder gut bin. Ich lerne gar nichts auswendig, aber ich habe es so allgemein, weil Dinge, die mich interessieren, die sind dann einfach irgendwo gespeichert. Ich bin da sehr breit gefächert, was mich irgendwie interessiert. Aber dafür lerne ich nichts auswendig. Das hasse ich.
Josie
01:42:55
Ja, heutzutage mit Chat, GPT.
Kai
01:42:57
Das ist ja, ich komme doch nach einer anderen Zeit. Da gab es kein Google.
Josie
01:43:01
Wo du das Wissen zu jeder Zeit zugänglich hast und dir das schnell aneignen kannst, ist das schon eine Frage, wie Lernen heutzutage gestaltet werden kann.
Kai
01:43:09
Ja, natürlich, das kommt ja noch dazu.
Josie
01:43:10
Ja.
Kai
01:43:11
Aber ja, daher, ich bin ein hin und her gerissener Mensch, aber das habt ihr sicherlich schon in einer der vorherigen Folgen mitbekommen. Ja, ich denke, das war's für heute. Vielleicht kommen wir nochmal irgendwann zu dem Thema zurück. Es gilt ja für jedes Thema, wir schließen sie ja nicht ab, sondern wir es ist immer so der aktuelle Stand, wie wir uns gerade denken und fühlen.
Josie
01:43:33
Ja.
Kai
01:43:33
Und ihr wisst, wenn ihr selbst mal ein Thema habt, meldet euch gerne, wenn ihr Fragen habt meldet euch gerne, wenn ihr mal hier ein Teil der Aufnahme sein wollt oder was zu erzählen habt, meldet euch gerne einfach mail im Affekt Bipolar oder auf Instagram, da kündigt die Folge immer oder auf Mastodon da sind wir auch Vertreter, wenn jemand da ist oder, ja das war's eigentlich, das sind so die Hauptdinger, daher ich wünsche euch noch eine schöne Woche wünsche.
Josie
01:44:03
Ich euch auch, drückt mir die Daumen bei den Bewerbungsgesprächen.
Kai
01:44:06
Wissen wir gar nicht. Das war eine Stelle, die dich interessiert hat, ne?
Josie
01:44:10
Ja, die Mitarbeiter, die Stelle als Personalentwicklung, Teamentwicklung, das war schon. Dann drücken wir dir die Daumen.
Kai
01:44:14
Wir wollen ja auch nicht, dass du eine Stelle landest, die du nur machst, dass du arbeitest.
Josie
01:44:18
Hat mein Mann letztens auch gesagt.
Kai
01:44:20
Ne, dein Mann? So habe ich auch zu meiner Frau immer gesagt. Wir können davon leben, von dem, was ich verdiene im Notfall.
Josie
01:44:25
Ja, es würde uns...
Kai
01:44:26
Such dir lieber was, was dir Spaß macht.
Josie
01:44:27
Ja, es würde uns aber finanziell deutlich besser gehen.
Kai
01:44:29
Natürlich. Also, wenn meine Frau arbeitet, geht es uns auch immer besser, als wenn sie nicht arbeiten würde. Weil meine Frau ja nur nicht gearbeitet hat, wenn es in der Elternzeit war das so. Schon hatte ich immer gearbeitet. Aber seit wir Kinder haben, arbeitest halt 25 Stunden Arbeit. Im Moment weiß ich das nicht.
Josie
01:44:42
Ich habe es immer gefragt.
Kai
01:44:42
Wie viele Stunden arbeitest du überhaupt? Dann ist es halt, ja, daher, das ist natürlich den Vorteil, den du dann hast, wenn einer von beiden genug verdient, dass man im Notfall auch überleben kann. Weil wenn du jetzt Panik jede Stelle annehmen müsstest, damit ihr nichts Haus verliert oder so, wäre dann eine ganz andere Situation.
Josie
01:44:59
Also ich merke den finanziellen Druck schon. Ja, natürlich.
Kai
01:45:02
Aber ihr müsst nichts Haus oder so, wenn du den nächsten Monat arbeitest, oder?
Josie
01:45:07
Nee, das jetzt nicht.
Kai
01:45:08
Das ist ja ganz wichtig, ich meine, klar.
Josie
01:45:09
Oh Gott, ich will mich da gar nicht reindenken.
Kai
01:45:13
Es gibt ja genug Menschen, wo du so eng sitzt, dann bist du direkt wirklich am Ende, wenn jemand seinen Job verliert würde.
Josie
01:45:20
Ja, auf jeden Fall.
Kai
01:45:21
Dann bleibt ja nichts anderes übrig als jeden Scheißjob. Und davon gibt es ja genug, die da nur darauf warten, dir so einen Job zu geben.
Josie
01:45:26
Ja.
Kai
01:45:27
So einen Scheißjob. Die leben ja nur davon, dass sie Leute ausbeuten können. Ja, aber jetzt sind wir schon wieder nochmal 10 Minuten rangehängt. Daher, ich wünsche euch was. Wir hören uns in der nächsten Folge.
Josie
01:45:38
Macht's gut.
Kai
01:45:39
Bis dann.
Josie
01:45:39
Ciao, ciao, ciao.

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