Im Affekt BiPolar

bipolar unzensiert - Fakten, Stories und Deep Talk von Betroffenen, Gästen und Experten

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Herausforderungen der Familienplanung bei bipolarer Störung

16.02.2026 93 min

Zusammenfassung & Show Notes

Heute sprechen wir über die Herausforderungen der Familienplanung im Kontext der bipoalaren Störung. Josie teilt ihre Erfahrungen mit dem emotionalen Druck einer Schwangerschaft, insbesondere nach einer Fehlgeburt und Kai bringt seine Perspektive als Vater von 3 Kindern mit ein. Wir erörtern auch finanzielle und psychische Überlegungen sowie Auswirkungen, die das Eltern sein auf die emotionale Stabilität hat. Natürlich kommt auch das Thema Medikamente und wo man sich informieren kann nicht zu kurz!

Heute sprechen wir über die Herausforderungen der Familienplanung im Kontext der bipoalaren Störung. Josie teilt ihre Erfahrungen mit dem emotionalen Druck einer Schwangerschaft, insbesondere nach einer Fehlgeburt und Kai bringt seine Perspektive als Vater von 3 Kindern mit ein. Wir erörtern auch finanzielle und psychiche Überlegungen sowie Auswirkungen, die das Elternsein auf die emotionale Stabilität hat. Natürlich kommt auch das Thema Medikamente und wo man sich informieren kann nicht zu kurz!

Im Gespräch kann immer wieder mal das Thema Suizid vor. Solltet ihr damit ein Problem haben überspringt diese abschnitte bitte. Hilfe findet 24/7 per Telefon bei der Telefon Seelsorge unter 0800/1110111

Für die Episoden des "Im Affekt BiPolar" liegen vollständige Transkripte mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor. Bitte beachten: dieses Transkript wurde jeweils automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegen gelesen oder korrigiert. Das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort.

Hosts
-
Josie (Instagram)
- Kai "Dany" Preston (Mastodon | Amazon | Instagram | Bluesky | Website)

Kontaktadresse
mail@im-affekt-bipolar.de

Shownotes
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- Website: Embryotox (www.embryotox.de)

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Musik im Podcast
-
Intro: "Bad Ideas" (Clean) von Kevin MacLeod (incomptech.com)
- Outro: "Cheery Monday" von Kevin MacLeod (incomptech.com)

Licensed under Creative Commons: By Attribution 4.0 License
http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Transkript

Kai
00:00:22
Hallo, willkommen wieder zu Im Affekt Bipolar. Mir gegenüber sitzt wieder die Josy. Hallo Josy.
Josie
00:00:29
Hey Kai. Und, alles klar bei dir?
Kai
00:00:32
Ja, wunderbar. Ich merke gerade, meine Stimme ist ein bisschen… Bei der Aufnahme ist mir das echt aufgefallen.
Josie
00:00:38
Was denn?
Kai
00:00:38
Meine Stimme ist ein bisschen, keine Ahnung, kratzig.
Josie
00:00:42
Kratzig? Soll ich dir ein Tee machen? Ein bisschen heißer.
Kai
00:00:44
Nee, danke. Tee heißt immer, ich bin krank. Das mag ich nicht.
Josie
00:00:48
Ach so. Wir trinken regelmäßig Tee.
Kai
00:00:50
Ja, meine Frau auch, aber für mich ist das immer, du bist Krankheit, trink ein Pfefferminztee.
Josie
00:00:55
Ach so, okay.
Kai
00:00:56
Von Kindheit an, ne?
Josie
00:00:57
Okay. Ja, wir starten immer ganz gerne mit unserer Skalierungsfrage von minus 10, sehr hochgradig depressiv, 0 neutral und plus 10 manisch, bist klinikreif. Wie geht's dir?
Kai
00:01:09
0 ist immer die Norm, ne? So dieses Standardmensch.
Josie
00:01:13
Stabile Phase.
Kai
00:01:14
Stabil.
Josie
00:01:17
Stabil.
Kai
00:01:18
Bin ich ein stabiler Typ? Typ. Also ich glaube, ich habe eine Null. Eine sehr gut gelaunte Null. Aber es ist nicht manisch so, sondern es ist einfach nur gut gelaunt.
Josie
00:01:28
Okay.
Kai
00:01:29
Weil ich war ja unterwegs letzte Woche, seitdem bin ich gut gelaunt.
Josie
00:01:33
Du hast einen Ausflug gemacht in die USA, hast dir ein bisschen Football angeschaut.
Kai
00:01:37
Ja, so ein bisschen die Heimat besucht. Es ist witzig, weil ich merke es immer nur, wenn ich zu Hause bin, denke ich, das ist ja wunderschön, hier würde ich gerne leben. In den USA? Ja, ich finde, Also ich finde, USA ist halt für mich eins von den wunderschönsten Staaten, Landländern und gleichzeitig halt auch das verrückteste Land, mehr oder minder. Sodass ich dort eigentlich doch nicht leben möchte, außer ich wäre saureich, dann schon, aber dort arbeite und als Normalsterblicher lieber nicht.
Josie
00:02:03
Ja, das habe ich schon oft gehört.
Kai
00:02:05
Da ist dann Deutschland, fängt einem doch irgendwie mehr auf. Also gerade, ich komme ja aus Seattle und San Francisco sind ja die Städte mit den größten Obdachlosenzahlen. Also sprich, wer dort arbeitet, verdient Unmenge von Geld, weil das sind ja die ganze Tech-Branche. Und wenn du das Geld nicht verdienst, kannst du dir dort kein Haus leisten. Also die haben tausend von Leuten, die dann in Zelte wohnen, in der Stadt drin. Also wirklich, du läufst durch die Stadt, durch die Parks, da stehen überall Zelte und am Rand. Und gleichzeitig ist die Stadt einfach saureich. Also es ist ein völliger Wahnsinn, dieser extremen Unterschied.
Josie
00:02:38
Armut und Reichtum, also Zelt und Villa.
Kai
00:02:41
So ungefähr. Und sie hätten auch eine wunderschöne moderne Stadt. Daher, ich steige aus und denke direkt, hier bin ich zu Hause, ist alles so wunderschön. Und dann bin ich wieder zehn Jahre nicht da, dann ist das alles okay. Aber nur wenn ich aussteige, denke ich wieder, ist so schön hier. Daher, jetzt mal gucken, ich weiß, zehn Jahre, glaube ich, seit dem letzten Mal. Mal gucken, wie lange es diesmal dauert.
Josie
00:03:01
Ja, es ist auch irgendwie ein bisschen merkwürdig, das Gefühl, also Heimat oder das Gefühl von Heimat. Vielleicht könnten wir darüber irgendwann mal reden in irgendeinem anderen Podcast.
Kai
00:03:12
Ich habe schon die ersten Themen, wir haben ja schon eine Minute aufgenommen.
Josie
00:03:16
Ich bin ja in Polen, in Schlesien geboren und wir waren dann zum 40. Geburtstag. Nee, Quatsch, wir waren einfach mal mit der Family, waren wir dann dort und haben dort auch Familie besucht. Und ich kann ja leider kein Polnisch oder Schleswig.
Kai
00:03:30
Du bist ja schon ein ganz kleines Kind darüber.
Josie
00:03:33
Ja, genau. Ich glaube, ich war eins oder zwei und meine Eltern haben uns dann rübergeholt nach Deutschland. Aber das hat mich auch irgendwie beruhigt, weil es war dann auch irgendwie meine Heimat. Weil ich wusste, ich bin dort geboren und ich wusste, meine Eltern hatten dort ihre Kindheit und Jugend und Familie und so weiter und so fort. Und es hat mich emotional total beruhigt.
Kai
00:03:55
Sehr seltsam, ne? Dafür, dass du mit eigentlich gar nichts zu tun hast.
Josie
00:03:58
Ja, das hat mich sehr beruhigt. Und ich hatte ja früher mich oft selbst verletzt auch. Und das hat dann dort aufgehört. Und als wir dann wieder rübergefahren sind nach Deutschland, dann fing der innere Stress und Druck schon wieder an. Und dann habe ich mich wieder angefangen, selbst zu verletzen.
Kai
00:04:14
Verrückt.
Josie
00:04:15
Das fand ich sehr berühmt.
Kai
00:04:17
Dieses Thema mal.
Josie
00:04:19
Ich weiß nicht warum. Vielleicht sollte ich mal mit meiner Therapeutin besprechen. Oder das?
Kai
00:04:24
Dann haben wir jetzt ein ganzes Thema. Ja, keine Ahnung.
Josie
00:04:26
Das ist ja schon verrückt irgendwie. Also es hat mich total, das war irgendwie ein komisches Gefühl. Vielleicht war es auch einfach nur eine Flucht.
Kai
00:04:33
Kann natürlich auch sein.
Josie
00:04:34
Eine Flucht aus einem Land, wo vorbelastete Dinge passiert sind.
Kai
00:04:39
Bist einfach mal raus aus dem, was alles irgendwie mies ist in dem Moment.
Josie
00:04:44
Kann natürlich auch sein.
Kai
00:04:44
Dass du dann einfach egal wohin gereicht wirst.
Josie
00:04:46
Ja. Sonst war ich nur in Europa unterwegs.
Kai
00:04:50
Na, Pol ist auch Europa, ne?
Josie
00:04:52
Ja, aber ich war jetzt noch nicht in den USA oder so. Vielleicht irgendwann mal, aber ich weiß nicht, es reizt mich auch wirklich gar nichts.
Kai
00:05:02
Ja, aber das ist wunderschön. Also gleichzeitig wollte ich ja eigentlich nicht drüber, solange Trump Präsident ist. Und wir haben eigentlich geplant, zwei Jahre zu fliegen mit den Kindern, weil dann auch die Kleinste groß genug ist und dann danach in die Schule geht. und im Moment tut man es da echt schwer, weil da ist halt der Trump noch Präsident, wenn nichts gut läuft. Und jetzt war halt so dieses, ich hatte halt dieses Sportangebot und dann haben meine zwei Lieblingsteams, also unsere Universität hat gespielt, das Saisonabschlussspiel, das ist halt ein Highlight jedes Jahr.
Josie
00:05:32
Du bist zur Uni gegangen in Seattle?
Kai
00:05:34
Nee, aber ich bin ja schon viel länger hier als dann, aber das ist halt unsere, wo wir verbunden sind, fühlen mit.
Josie
00:05:41
Ah, okay.
Kai
00:05:42
Und dann, das heißt, da war ich als erstes und es war halt völliger Wahnsinn, Stimmung ist so mega geil, das sind 100.000 Leute, ein Stadion G70 und der Rechthauk einfach nur vor dem Stadion macht eine riesen Party.
Josie
00:05:55
Okay.
Kai
00:05:56
Völliger Wahnsinn. Und dann waren wir eben dann noch Sonntags in Seattle und dann NFL gucken, wo ja dann auch super Spiel war auch noch. Das Konzettspiel haben wir leider verloren, aber die Stimmung war trotzdem gut. Okay. Und daher war das echt top. Und jetzt ist es eine Woche her, ich bin immer noch müde. Gar nicht von der Zeitumstellung, sondern einfach, weil ich dann direkt, also ich bin von der Arbeit zurückgegangen. ins Flugzeug. Ich bin von der Arbeit-Nachtschicht zum Flughafen. Da saß ich fünf Stunden, weil der Flug ging 13 Uhr. Aber es lohnt sich halt, ich fahre halt drei Stunden Auto und dann zwei Stunden zu Hause. Da wäre ich wahrscheinlich mehr aufgestanden. Und dann Flugzeug in die USA. Da war es ja nachmittags auch noch.
Josie
00:06:32
Wie lange seid ihr geflogen?
Kai
00:06:33
Zehn Stunden.
Josie
00:06:34
Oh krass.
Kai
00:06:35
Dann war ja noch Thanksgiving. Da sind wir dort direkt essen gegangen. Schön. Und dann sind wir abends noch. Gab es Troutan? Ja, wir waren ja im Hotel. Wir haben ja, wir gaben Troutan natürlich. Und dann sind von der Reisegruppe, es sind noch vier Mann sind dann noch in die Stadt, um was zu trinken. Das heißt, nachts um zwölf, wir vier waren auch direkt Zeit umgestellt, daher war das gut. Andere sind dann direkt abends um acht ins Bett, das ist halt ein Fehler, die haben dann Jetlag erstmal.
Josie
00:06:58
Okay.
Kai
00:06:58
Wir sind direkt noch Bier trinken gegangen, gemütlich und dann, und so ging das ganze Wochenende. Und dann bin ich montags heimgeflogen, bin montagmittags angekommen und Dienstags habe ich schon wieder gearbeitet, dann Spätschicht. Es war so bam, bam, bam, aber es war trotzdem toll, es hat sich gelohnt.
Josie
00:07:14
Ja, es hört sich anstrengend an.
Kai
00:07:16
Deswegen, aber wie geht es in dir? Minus 10, plus 10?
Josie
00:07:21
Ja, minus 10, plus 10. Also ich war ja das letzte Mal bei einer minus 5. Das hat sich jetzt leicht verbessert. Ich würde sagen, ich bin bei einer minus 2.
Kai
00:07:30
Also du krabbelst den Berg hoch?
Josie
00:07:33
Ja, also die Stimmung wird langsam ein bisschen besser. Also ich habe nicht mehr diesen Druck auf der Brust und dieses schlechte Gefühl im Bauch gegen. und generell ist einfach weniger da und ich habe auch wieder Appetit. Also ich habe ja ein bisschen... Ich habe so wenig gegessen in den letzten zwei Wochen und jetzt ist der Appetit wieder ein bisschen normaler, jetzt nicht übertrieben, aber normal, also gesundes Verhältnis, nicht, dass ich nur einmal am Tag ein bisschen was esse und nach einem halben Brötchen schon satt bin. Das ist doch positiv.
Kai
00:08:05
Also du siehst das Licht.
Josie
00:08:07
Ja.
Kai
00:08:07
Es ist noch nicht da, aber man sieht es.
Josie
00:08:09
Das Aufstehen fällt mir sehr schwer. Ich habe halt gerade, und da kommen wir vielleicht so ein bisschen zu unserem Thema heute, Familienplanung, Kinderwunsch und Schwangerschaft, werden wir uns heute ein bisschen als Laien herantasten.
Kai
00:08:23
Na, als Laien, ich habe drei Kinder.
Josie
00:08:24
Ja, du hast drei Kinder, stimmt.
Kai
00:08:26
Aber ich war nicht schwanger.
Josie
00:08:27
Aber du warst nicht schwanger. Ich war einmal schwanger und hatte dann eine fehlgeburt gehabt. Da können wir vielleicht später nochmal drüber reden. Was wollte ich eigentlich sagen? Ich habe den Faden verloren.
Kai
00:08:38
Entschuldigung, das habe ich so reingegangen.
Josie
00:08:40
Nee, alles gut. Kurze Stille und Pause. Wir kramen in unserem Gedächtnis. Ich finde es einfach nicht mehr. Ja, ich habe keinen Sinn gerade irgendwie aufzustehen.
Kai
00:08:54
Ach so, ja.
Josie
00:08:55
Und wenn man ja Kinder hat, dann muss man ja jeden Tag sehr früh aufstehen.
Kai
00:08:58
Das ist ja das, was ich immer sage. Irgendwie muss es weitergehen. Die Kinder wollen Frühstücke und Mittagessen und so weiter.
Josie
00:09:04
Frühstück und Mittagessen. Und die Kinder haben ja unglaublich viel Energie und Kraft und Lebensfreude, die sie an den Tag mitbringen, was ja auch sehr schön ist, aber was halt für Eltern an sich auch sehr belastend und anstrengend halt sein kann.
Kai
00:09:17
Ja, das geht in beide Richtungen auf jeden Fall, ja.
Josie
00:09:20
Ja, auf jeden Fall. Und gegenwärtig bewerbe ich mich auch noch. Also ich bin jetzt zum 31.12. endet mein Vertrag. Ich werde dann noch ausbezahlt, also beziehungsweise kriege bis dahin noch Kohle. Aber bewerbe mich jetzt und habe offiziell Urlaub.
Kai
00:09:38
Bist du freigestellt oder hast du Urlaub?
Josie
00:09:42
Urlaub. Also ich war zum Teil freigestellt, nee, gerade bevor ich jetzt was Falsches sage. Nee, ich habe ja noch so viele Urlaubstage übrig.
Kai
00:09:51
Ah, du warst ja dann auch lang krank.
Josie
00:09:52
Ja, genau. Und deswegen bis zum 31.12. dann Urlaub wird verballert. Und das macht schon einen Unterschied zu sagen, okay, ich hänge nicht mehr so in der Luft. Und ich weiß nicht, was beruflich da jetzt so weitergeht. Sondern das macht einen Unterschied, dass ich sagen kann, okay, ich bin jetzt in Urlaub. Also für die Stimmung und für mein Selbstwertgefühl tut es einfach gut zu sagen, ich bin jetzt im Urlaub. Für die Psyche. tut's gut, zu sagen, ich bin in Urlaub.
Kai
00:10:20
Genau.
Josie
00:10:21
Und da darf man vielleicht auch ein bisschen rumgammeln und so. Aber es fällt mir sehr schwer aufzustehen gerade, weil halt einfach gerade keine Ziele, gut, bis auf das Ziel, dass ich gerne diese systemische Organisationsentwicklung machen möchte, aber da wir gerade ein Haus gebaut haben, sind gerade keine 10.000 Euro locker, die ich da reinballern könnte in die zwei Jahre Ausbildung, die da geht, oder eineinhalb, weiß ich gerade gar nicht mehr so genau. Aber das ist vielleicht ein Ziel, was ich dann mal, keine Ahnung, in fünf oder in zehn Jahren angehen möchte. Lieber in fünf Jahren.
Kai
00:10:58
Also Leute, ihr habt gehört, Spendeling findet ihr auf unseren Shownotes.
Josie
00:11:02
Ja.
Kai
00:11:03
Wir brauchen 10.000 Euro für die Josie.
Josie
00:11:05
Ja, ich würde sie gerne an der Uni in Mainz machen, an der Johannes Gutenberg Universität. Die ist schon eine sehr gute Universität. Und ich glaube auch einfach, dass dann diese Weiterbildung sehr gut ist. Ich habe mir das Programm auch angeschaut, hat mir sehr gut gefallen tatsächlich.
Kai
00:11:24
Okay, wir brauchen 15.000, weil ich muss ja immer nach Mainz pendeln dann für die Aufnahme.
Josie
00:11:30
Ja.
Kai
00:11:30
Weil ich arbeite in Frankfurt, das ist da nicht so weit weg.
Josie
00:11:33
Stimmt.
Kai
00:11:33
Da brauchen wir nur 12,5.
Josie
00:11:34
Das ist, ja, Verpflegung halt noch für den Tag und so.
Kai
00:11:38
Für den Weg, ja, okay, dann doch.
Josie
00:11:39
Das ist auf jeden Fall sehr wichtig. Genau, aber ansonsten fühle ich mich so lost, weil Arbeit mir doch sehr viel Sinn halt einfach gibt. bei einem Mensch, der immer gearbeitet hat und immer gerne gearbeitet hat, könnten wir vielleicht auch mal eine Folge machen. Schreib es mal auf.
Kai
00:11:55
Schreib es mal auf. Na gut, das hast du ja schon erzählt. Das ist auch so Erfolg und so war dir ja schon ein wichtiges Thema.
Josie
00:12:03
Ja, wobei man halt dann fragen kann, wie definierst du Erfolg? Natürlich, aber... Was ist das für dich? Und ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was das für mich ist.
Kai
00:12:11
Ach so.
Josie
00:12:13
Ja, aber bevor wir jetzt über Erfolg sprechen und ich dich frage, Ja, deswegen bei einer Minus zwei, weil es gerade schwer ist, aus dem Bett rauszukommen und mir sehr schwer fällt, Struktur aufzubauen. Dann lege ich halt dann viel rum und mache halt viele Pausen, aber es ist nicht mehr so schwer aufzustehen oder der Körper fühlt sich nicht mehr so schwer an oder es drückt einen nicht so runter. Aber deswegen freue ich mich da sehr und einen Großteil hat dazu natürlich meinen Mann beigetragen, der mir da immer so ein bisschen liebevoll in den Arsch getreten ist oder hat. Das hat er echt sehr gut gemacht. Also die Geduld, die er da aufbringt mit mir und das Verständnis und die Empathie, die er dafür hat, finde ich unglaublich bemerkenswert. Wenn ich einen anderen Mann hätte, der mich komplett ignorieren würde und links liegen lassen würde oder einer, der sehr viel Druck machen würde, das würde meinen Krankheitsverlauf deutlich verschlimmern.
Kai
00:13:12
Ja, auf jeden Fall. Also wenigstens stärker, liebevolle Arschtritte.
Josie
00:13:16
Ja, liebevolle Arschtritte, kann man echt so sagen.
Kai
00:13:20
Ja, so klingt sehr gut.
Josie
00:13:21
Ja, also ich weiß auch nicht, woher er die Kraft dafür nimmt oder das Können, aber ich glaube, er hat halt auch in all den Jahren, wo ich jetzt in den Kliniken war, auch einiges dazugelernt über die Erkrankung und ich freue mich schon, wenn er irgendwann mal hier im Podcast dann sitzt und dann erzählen kann, wie er es macht, warum er es wie macht und was seine Motivation eigentlich ist.
Kai
00:13:44
Sind wir mal gespannt.
Josie
00:13:45
Irgendwann haben wir hier Sitzung. Ich finde es schon sehr belastend für Partnerschaft.
Kai
00:13:50
Ja, auf jeden Fall, ja.
Josie
00:13:51
Wie ist es bei dir und deiner Frau, bevor wir dann gleich über die Partnerschaft erweitern zum Thema Familie an sich?
Kai
00:13:58
Ja, Depression und so weiter, das ist natürlich immer anstrengend, weil du einfach dann energielos bist und zu nichts zu gebrauchen bist und dann sehr viel bei meiner Frau hängen bleibt auch.
Josie
00:14:07
Ja.
Kai
00:14:07
Und ich dann mehr oder weniger einfach nur existiere auf der Couch oder so oder im Bett. im Gegenzug natürlich, wenn ich dann irgendwie hyperman bin, ist es wahrscheinlich auch anstrengend, nur anders, weil ich ja dann voller Tatendrang bin und habe ich ja auch, ich weiß nicht, ob ich es schon erzählt habe, auch so ein bisschen übergriffig bin. Also so mit diesem, ich muss den Po kneifen ständig, muss ich ja nicht in den Arm nehmen. Also schon noch in Maßen alles, aber halt dann doch.
Josie
00:14:32
Ein hohes Kontakt- und Kuschelbedürfnis.
Kai
00:14:35
Dann sagt meine Frau immer, oh, ist sie immer wieder da. Also es ist auch schon so, sie kennt ja diese Phasen auch und Ich weiß schon, wenn ich vom Geschäftsheim komme, sie direkt wild drücken muss und dreimal den Hintern kneift, dann weiß ich schon, oh Gott, da sind wir wieder. Also daher, weil das wahrscheinlich eher besser zu verarbeiten ist als eine depressive Phase, weil dann einfach zu nichts gebraucht wird.
Josie
00:14:57
Ja, man hängt halt einfach nur in den Seilen.
Kai
00:15:01
Ja, man ist halt einfach energielos, was natürlich auch anstrengend ist mit drei Kindern, die dann sehr viel Energie brauchen, dem Moment immer. Und daher glaube ich, wahrscheinlich mag es die Hyperman doch lieber als die Depressive. Aber wem geht es nicht so?
Josie
00:15:14
Ja, Zu unserem Thema zu kommen, Familienplanung, Kinderwohnschwangerschaft, würdest du sagen, deine Kinder sind ja jetzt schon da, drei Kids hast du, wie alt sind die nochmal?
Kai
00:15:25
Vier, acht, elf.
Josie
00:15:26
Vier, acht, elf.
Kai
00:15:28
Morgen zwölf.
Josie
00:15:29
Morgen zwölf hat die eine Geburtstag.
Kai
00:15:30
Morgen hat sie einen Geburtstag, ja.
Josie
00:15:32
Ja, macht ihr was Schönes?
Kai
00:15:34
Morgen, nee, stimmt, was hat man heute, wie viel hat man heute?
Josie
00:15:37
Montag. Der Achte.
Kai
00:15:38
Ja, morgen, morgen, morgen, ja doch. Ich weiß gar nicht. Ich glaube, der Bruder von meiner Frau ist morgen noch da. Der wohnt ja in Österreich, Schweiz. Ich weiß gar nicht genau. Eins von beiden. Der ist ihr Patenonkel, der ist noch da. Ich weiß, der holt die morgen von der Schule ab. Aber feiern tun wir eher am Wochenende. Wenn ich das so richtig von dem Planung... Also die Familie kommt am Wochenende. Morgen feiern wir wohl nur klein mit dem Bruder von meiner Frau, dem Patenonkel, wie gesagt. Am Wochenende hat sie einmal Gäste natürlich. die, ich weiß gar nicht, also die Große hat immer Übernachtungen, die, wenn die Leute einladen müssen, die übernachten.
Josie
00:16:13
Ach schön. Am besten Tagelang.
Kai
00:16:14
Ich habe immer irgendwelche, eine Horde von kleinen Mädchen, also mit Teenager-Mädchen ja inzwischen, 11, 12 sind ja keine kleine Mädchen mehr, die dann ja alle cool in ihrem Zimmer abhängen und wenigstens sind sie sehr pflegeleicht, weil die wohl ja mit uns nichts mehr zu tun haben, außer, haben wir noch Snacks, haben wir noch Getränke? Und dann kommt irgendwann die Familie, aber ich weiß gar nicht wann, ob Samstag oder Sonntag, ich habe gerade im Kalender geguckt, meine Frau hat die Planung da.
Josie
00:16:41
Macht deine Frau viel von dieser Familienplanung?
Kai
00:16:45
Ja, schon, weil ich halt Schichtarbeit. Ich bin halt einfach zu komischen Zeiten da. Sie ist dann eher oft allein zu Hause mit den Kindern und sie macht auch gern so Kindergeburtstage und so. Meine Frau hat dann schon immer ihr Motto für die Kinder schon jeher. Da wird in China Zeug bestellt. Und dann werden Geburtstags gerade schon ein halbes Jahr vorher gebastelt und wenn ein Kind wechselt ans Thema, dann haben wir immer ein Problem. Da macht sie schon viel, ja klar. Und ich bin halt halt einfach oft da.
Josie
00:17:18
Ja, durch die Schichtarbeit ist es halt einfach schwierig zu handeln. Mein Papa hatte ja auch Schichtarbeit gemacht, als wir klein waren. Da war er auch eigentlich selten da. Oder wenn er da war, dann haben wir halt gepennt oder so. Das erinnere ich mich auch, dass viel die Mama einfach gemacht hat. Das sollte schon auch honoriert werden. Okay, also deine Kinder, 4, 8 und 11 bei 12. Würdest du sagen, dass deine Kids merken, wenn du in einer depressiven oder hypomanischen Phase, richtig manisch bist du ja bisher noch nicht gewesen.
Kai
00:17:50
Ich weiß es gar nicht. Diese Kinder leben ja in ihrer eigenen Welt. Die merken wahrscheinlich schon, wenn ich gereizter bin, durch Depressionen, da bin ich ja dann ein bisschen gereizter. Aber gleichzeitig glaube ich, es ist ihnen einfach völlig egal. Also Kinder sind so Widerstandsfähig. Eigene Welt ist mir egal, ich erzähle dir trotzdem weiter und du hast keine Energie, ist egal. Ich ziehe trotzdem weiter Energie aus dir raus. Ich weiß nicht, ob alle Kinder so sind. Meine Kinder sind sehr energiegeladen. Sehr selbstständig nett, selbstbestimmt.
Josie
00:18:26
Okay, also einen starken Charakter.
Kai
00:18:28
Starke Charakter, das klingt alles sehr positiv, ist aber sehr anstrengend.
Josie
00:18:32
Das glaube ich, ja.
Kai
00:18:34
Ich sage ja immer, ich hoffe, diese Mädchen bleiben so, wenn sie irgendwann Freund, Mann, Freundin, Frau haben, dass nicht nur ich als Papa oder meine Frau und ich das ertragen mussten, sondern dass es auch so bleibt. Ich hoffe, die werden dann keine duckmäuserische Mäusche oder sowas. Das würde mich völlig wahnsinnig machen, weil das sind selbstbestimmte Wesen und da sind sie sehr stark drin. Und ich hoffe, sie bleiben es und werden nicht irgendwie so ein kleines Angebämpelsfrau, ich weiß, ich kann es gar nicht besser erklären. Ja, ich verstehe, was du meinst. Oder der Mann das Saare hat, weil dann hätte ich das umsonst ertrage, 18, 19 Jahre.
Josie
00:19:08
Okay, also der Wunsch als Papa, dass deine Kinder… irgendwann mal groß sind und dann ihre Stärke, die sie jetzt haben, auch weiterhin haben.
Kai
00:19:17
Die ich jetzt nicht als Stärke definieren würde. Nicht, solange ich ertragen muss. Oder doch, für sie eine Stärke, für mich oder für uns einfach nur anstrengend.
Josie
00:19:27
Das heißt, ganz konkret, wenn du depressiv bist und auf der Couch oder im Bett hängst, die Kinder kommen dann zu dir und quatschen dich voll?
Kai
00:19:35
Ja, natürlich. Sowieso immer. Also zumindest die zwei kleineren. Also die Mittlere ist ja… Und.
Josie
00:19:41
Die fragen dann nicht, warum du mitten am Tag im Bett liegst oder so?
Kai
00:19:45
Nö, das ist völlig… Egal. Die Kleine hüpft noch auf mich drauf, die Vierjährige, die kennt ja da gar nichts. Und die Mittlere ist einfach immer sehr mitteilungsbedürftig.
Josie
00:19:57
Ja.
Kai
00:19:58
Das ist aber auch so ein Endlosredefluss, wo du einfach irgendwann immer folgen kannst. Ich muss sagen, jetzt mach doch mal langsam, ich weiß gar nicht, von was du redest. Also selbst wenn du nicht depressiv bist, ist es schwer zu folgen. Okay. Also ich, nee, das ist eher dann meine Frau, die sagt, jetzt lass den Papa mal in Ruhe. Aber auch wenn ich vor der Nachtschicht heimkomme, einfach ins Bett will oder sowas, jetzt lass den Mann in Ruhe, der muss mal schlafen oder so. Aber auch von den Kindern, also ich glaube schon, dass sie es merken.
Josie
00:20:23
Was denn konkret?
Kai
00:20:24
Wenn ich eben Depressionen habe, einfach weil ich halt dann nicht für viel zu gebrauchen bin.
Josie
00:20:31
Okay.
Kai
00:20:31
Du bist ja einfach energielos, du liegst auf der Couch, du hast keine Kraft zum Spielen, gar keinen Antrieb dafür. Aber ich glaube, entweder ignorieren sie es oder sie merken es nicht und setzen es im Gehirn um, dass man ihn jetzt vielleicht mal in Ruhe lassen müsste oder sowas.
Josie
00:20:47
Vielleicht verbinden sie es aber auch. Durch die Arbeitszeiten, die du halt einfach hast.
Kai
00:20:52
Ja, kann auch so.
Josie
00:20:53
Ich meine, wenn du jeden Tag, sage ich mal, von 8 bis 17 Uhr im Büro wärst und dann abends heimkommen würdest und dann, also wenn das deine Routine wäre und dann plötzlich merken die Kinder, oh, mittags liegt der Papa im Bett oder so, könnte ich mir vorstellen, dass sie vielleicht eher irritieren würde.
Kai
00:21:11
Wenn ich normal arbeiten würde.
Josie
00:21:13
Ja, also was heißt normal? Also kein Schichtsystem halt. Ja, klar. Also ich glaube nicht, dass die Kinder im Blick haben, wann du Nachtsticht hast, wann du Frühstück hast oder Mittag, oder?
Kai
00:21:23
Die wissen erst mal gar nicht, dass ich da bin oder nicht.
Josie
00:21:25
Ah ja.
Kai
00:21:26
Papa, ich soll noch arbeiten? Ich bin gerade heimgekommen. So Wochenend, morgens, wenn ich für die Nachtsticht heimkomme. Ah, okay. Also da, ich sage ja, die leben schon alle in ihrem eigenen kleinen, auf ihrem eigenen kleinen Planet. Das merkt man bei Sosa ganz extrem. Aber ich weiß nicht. Ich glaube, alle Kinder sind so.
Josie
00:21:44
Ich weiß nicht, also es gibt ja auch eine Rollenumkehr. Ich habe ja in der ambulanten Familie- und Jugendhilfe gearbeitet, wo das auch ähnlich war, wo halt dann Eltern psychisch erkrankt waren. Jetzt Bipolare habe ich jetzt glaube ich keine getroffen, aber viele, die Depressionen haben oder Borderline-Störungen haben, die halt Psychosen auch hatten oder haben. Oder Angststörungen haben, da merkt man schnell eine Rollenumkehr. Das heißt, dass die Kinder in solchen Sucht- oder psychischen Erkrankungen, in solchen Haushalten mehr anfangen Verantwortung zu übernehmen, weil sie merken, oh zu Hause bleiben Sachen liegen oder es funktioniert irgendwie nicht so oder Mama geht es ja ganz schlecht oder Papa geht es ja ganz schlecht. Ich muss da jetzt der Mama helfen oder dem Papa helfen und so weiter und so fort. Also das kommt und die beziehen vieles halt dann auch auf sich. Warum kann Mama jetzt nicht aufstehen? Warum kann Papa jetzt nicht aufstehen? War ich kein braves Kind oder so? Also das ist so in der Kinderlogik, dass es in jedem Kind drin erlebt. Würdest du es jetzt so von den Erzählungen, die ich gemacht habe, würdest du sagen, dass du da was erkennst bei deinen Kindern? gar nicht.
Kai
00:23:06
Gar nicht.
Josie
00:23:08
Das ist schön. Aber das zeigt doch auch, dass es sehr stabil ist.
Kai
00:23:12
Ist das positiv, oder? Ich sage ja, viele Dinge klingen gar nicht so positiv, sind aber echt sehr positiv. Ich sage sehr selbstbestimmte. Also meine Kinder diskutieren über alles mit mir. Du kannst keine Entscheidung treffen, es wird alles diskutiert. Was natürlich sehr positiv ist, aber sehr nervig.
Josie
00:23:31
Also sie haben einen starken Willen und wissen, was sie wollen und wollen das entsprechend auch durchsetzen.
Kai
00:23:35
Meine Eltern erfreut es sehr, weil deine Eltern? Ja, weil die denken, da kriegt er mal zurück.
Josie
00:23:41
Echt?
Kai
00:23:43
Auf jeden Fall. Und ich denke mir dann, ich hoffe, ihr kriegt Kinder, die sind wie ihr. Also ich kann es genau vorstellen, wie meine Eltern denken. Ja, jetzt hat er es dafür.
Josie
00:23:53
Echt?
Kai
00:23:54
Also weil ich auch so war als Kind. Meine Frau ist da komplett anders. Aber ich war auch immer an, diskutiere und nicht, nicht, Ich konnte nichts akzeptieren, was auch dann in der Schule immer zu Problemen geführt hat und so weiter. Und meine Kinder sind leider, leider für mich, gut für sie, genauso. Und daher hoffe ich, dass sie mal Kinder haben, die auch so sind.
Josie
00:24:16
Ich höre da so ein bisschen was Nachtragendes raus. Also deine Eltern und du auch so ein bisschen. Ist das so?
Kai
00:24:26
Ich glaube nicht.
Josie
00:24:27
Nein.
Kai
00:24:28
Das ist eher witzig. Ich weiß nicht, ob sie nachtragend sind. Aber die Frage ist ja, finde ich, also es fängt ja an schon mit Schwangerschaft. Will man überhaupt Kinder haben?
Josie
00:24:41
Stimmt, ja.
Kai
00:24:42
Und das ist ja, glaube ich, ein Thema, was, wenn man weiß, dass man bipolar ist, eine extreme Überlegung ist. Also wir hatten da das Thema gern, weil ich wusste zu dem Zeitpunkt, bei keinem von den Kindern, dass ich bipolar bin, ich dachte halt depressiv.
Josie
00:24:58
Ja.
Kai
00:24:59
Das haben wir aber auch schon immer in der Familie. Also zumindest meine Mutter war depressiv, weiter zurück weiß ich es nicht. Mein Bruder ist depressiv und da war auch schon die Überlegung, also was im Kopf mitspielt, vererbst du das an deine Kinder weiter?
Josie
00:25:14
Ja.
Kai
00:25:15
Wenn die das auch haben, ich hoffe es nicht, aber die Chance ist natürlich entsprechend, ich weiß nicht, wie groß, aber ich glaube… Ja.
Josie
00:25:21
Es gibt eine erbliche Komponente, also es wird nicht direkt vererbt. Also das, was ich gelesen habe, es wird nicht direkt vererbt, Aber das Risiko an dieser Erkrankung auch zu erkranken ist halt erhöht. Aber es hängt halt nicht nur von der Vererbung ab, sondern auch von wie erlebte man die eigene Kindheit, Jugend, wie stressig war das Leben bisher. Da gibt es ja auch viele verschiedene Auslöser. Also man spricht immer von einem multifaktorellen Punkt halt einfach.
Kai
00:25:49
Aber das ist ja ein Gedankegang, zumindest der mit auch ein Gedankegang war in der Überlegung, wollen wir Kinder, wollen wir keine Kinder? Wobei uns immer klar war, dass wir Kinder wollen. Meine Frau wollte immer Kinder. Ich meine, ich habe vier Brüder. Ich bin aus einer Großfamilie. Für uns war ich immer klar, wenn wir es uns leisten können. Das ist ja auch eine Frage dann, die zu klären ist vorher. Deswegen haben wir relativ spät Kinder bekommen. Werden wir wohl Kinder haben? Natürlich, wie gesagt, ich muss zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich bipolar bin. Wobei das ja für mich jetzt auch kein großer Unterschied ist zu depressiv, weil ich halt diese, ich hatte jetzt keine manischen Phasen, wo ich irgendwie in der Klinik lernt bin oder sowas. Das wäre vielleicht nochmal eine andere Überlegung. Dann, wenn es soweit ist, willst du dieses Risiko eingehen, dass deine Kinder das bekommen? Weil du willst ja eigentlich für deine Kinder immer nur das Beste. Zumindest sollte das so sein.
Josie
00:26:40
Ja, also auch wenn ich viele Familien schon gesehen habe, in ihren Haushalten und es manchmal echt drunter und drüber ging, habe ich bisher keine Eltern getroffen, die morgens aufgestanden sind und gesagt haben, ich möchte heute meine Kinder ordentlich fertig machen oder so. Sondern die Motivation aller Eltern ist, also würde ich mal so behaupten, ist schon, dass man das Beste will für seine Kinder. Aber dass man es vielleicht an der einen oder anderen Stelle nicht schafft oder auch nicht versteht oder überfordert ist, überanstrengend ist und dann vielleicht doch mal brüllt oder schreit, weil man einfach drüber ist und die Kräfte einfach nicht mehr da sind.
Kai
00:27:17
Mhm.
Josie
00:27:18
Ja. Das denke ich mir auf jeden Fall. Also was wir so ein bisschen recherchiert haben, was so Kinderwunsch und Schwangerschaft angeht, ist, dass, also wir sind keine Ärzte und keine Mediziner, wir können da jetzt keine außerqualifizierten Fachkräfte.
Kai
00:27:31
Wir sind nur sauschlau, ne?
Josie
00:27:34
Wir müssen keine Ärzte. Keine qualifizierten Aussagen treffen, aber dass es immer eine Einzelfallentscheidung ist.
Kai
00:27:42
Also Thema Medikamente.
Josie
00:27:43
Thema Medikamente halt zum Beispiel auch oder generell, wenn man bipolar ist, auch zu überlegen, weil wenn das Baby da ist und dann hat man eine pränatale Depression vielleicht, wobei da die Wahrscheinlichkeit durchgeht. in eine Krankheitsphase zu rutschen, direkt nach der Geburt oder eine Wochenbettdepression oder eine Wochenbettpsychose oder Manie bei 25 bis 50 Prozent liegen. Also die deutsche Gesellschaft ist schon ziemlich hoch, finde ich, das Risiko. Und die Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen, die recht veraltete Sachen hat von 2007, 2008, die reden von 25 Prozent. Und die andere Seite, die ich da gefunden habe, jetzt muss ich mal gerade gucken, habe ich die jetzt noch von Deximet, das ist von 2020, die reden sogar von 50 Prozent und von einem Risiko in eine Depression oder in eine Manie zu rutschen kurz nach der Geburt. Und das finde ich besonders für Frauen, die bipolar sind, ein erheblicher Punkt, weil du musst ja dann auch stillen. Du hast Geburtsverletzungen, du bist körperlich total von der Geburt, je nachdem wie sie verlaufen ist, ob du einen Kaiserschnitt hattest oder nicht oder ob du dann noch eine PDA bekommen hast etc., bist du halt einfach körperlich total fertig. Und dann trotz des körperlichen Zustands mit den ganzen hormonellen Ausschüttungen, die dann noch dazukommen, die die Natur einfach gut gemacht hat, dass man diese Hormone hat, kann es natürlich passieren, dass du da ein kleines süßes Wesen hast und erstmal gar keine Gefühle dafür hast. Und dich auch überhaupt gar nicht darum kümmern kannst und dann muss der Partner ran. Und das ist schon eine große Belastung. würde ich mal sagen.
Kai
00:29:29
Ich glaube für Frauen, auf jeden Fall ist es nochmal ein ganz anderes Thema.
Josie
00:29:32
Ja, also ich finde...
Kai
00:29:34
Weil gerade diesen Hormoncocktail du ja dann während der Schwangerschaft schon ausstößt und bei der Geburt dann nochmal Bonuscocktail hier.
Josie
00:29:42
Auf jeden Fall und das macht ja emotional sehr viel mit einem und dann noch eine bipolare Störung zu haben, die sowieso auf, was die Stimmung angeht, sehr sensibel darauf reagiert in den einzelnen Phasen, finde ich schon eine schwerwiegende, also Also einfach schwierig. Also der eine bei Deximed steht drin, dass man früher für Bipolare gesagt hat, lieber keine Kinder kriegen. Das war so die allgemeine Empfehlung. Heutzutage macht man das eher nicht, sondern man spricht halt immer von Einzelfallentscheidung und Nutzen und Risikoabwägung. Auch wenn man Medikamente halt nimmt. Und da gibt es, falls ihr bipolar seid oder ihr jemanden kennt.
Kai
00:30:25
Wenn man überhaupt Medikamente nimmt, das muss ja nicht mal bipolar sein. Das ist ja für alle Medikamente, was du jetzt da hast.
Josie
00:30:30
Ja, genau. Es gibt die Seite Embryotox. Das gab es mal als App vor ein paar Jahren. Leider gibt es das jetzt nicht mehr. Von der Charité Universitätsmedizin Berlin. Es wird gefördert von öffentlichen Geldern. Also wenn ihr eure Steuer ein bisschen zurücknehmt, nutzt dieses Tool.
Kai
00:30:49
Holt euch was zurück.
Josie
00:30:50
Genau, es ist ein Beratungszentrum für Embryonatal-Toxikologie. Also die haben über 400 Arzneimittel geprüft und machen so Studien dazu und sammeln und fassen alle Daten zusammen. Und dann kann man halt gucken, ob welche Medikamente auf der roten Liste stehen. Und rote Liste bedeutet definitiv nicht, während Schwangerschaft oder Stillzeit halt nehmen. Und an vielen Stellen, also bei vielen Medikamenten, wie zum Beispiel beim Quetapin oder Valpoat, das sind Medikamente, die auch in die Muttermilch übergehen. Also da kann ich halt schlecht dieses Medikament nehmen und gleichzeitig mein Kind stillen. Vor allem weil auch das Stillen ein sehr anstrengender körperlicher Prozess ist und nach der Schwangerschaft hast du eh unregelmäßige Schlafzeiten. Kannst du vielleicht später mal gleich noch ein bisschen mehr erzählen, wie das bei euch war, auch von der Familienplanung her, wie ihr das gemacht habt. Genau, aber zu dieser Embryotox-Seite, also wirklich wie Embryo mit Y und dann tox.de.
Kai
00:32:00
Findest du immer in den Shownotes?
Josie
00:32:02
Genau, wir verlinken euch das nochmal. Gibt es halt Informationen, also unabhängige Informationen, das ist vielleicht auch ganz wichtig, zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit. Und es ist so ein Internetportal, wo man die einzelnen Medikamente in ein Suchfeld eingeben kann. Und dann kann man sich das ganz genau anschauen, was da erforscht worden ist und was nicht, in welchem Trimester welches Medikament genommen werden kann und welches halt nicht. Genau, also es ist eine ziemlich gute Seite und es gibt auch Beratung, die ist kostenlos. Da gibt es auch eine Telefonnummer, wo man dann anrufen kann und sagen kann, hey, ich habe die in die Grunderkrankung, die in die Medikamente nehme ich, was würden Sie mir so und so empfehlen? Und da hatte ich auch schon mal angerufen, das war schon ein paar Jahre her, wo das mit der Schwangerschaft noch ein größeres Thema war bei mir. Und da kann man halt eine differenzierte Einschätzung bekommen, zusätzlich zu dem Frauenarzt oder die Frauenärzten, die man eh schon hat. Also Embryotox, das ist also schon mit mehr als 400 Medikamenten zu Risiken und der Schwangerschaft und Stillzeit. Und es soll halt auch eine Entscheidungsfindung, also bei einer Entscheidungsfindung einfach helfen. Wird gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit.
Kai
00:33:24
Sprich, da kriegt ihr eher Tipps zu Medikamente.
Josie
00:33:27
Genau, können wir euch auf jeden Fall sehr empfehlen.
Kai
00:33:30
Weil du hast ja schon geguckt, meistens steht immer so, ja, Einzelfallentscheidung.
Josie
00:33:35
Ja.
Kai
00:33:36
Das ist immer so, ja, also du willst gar nichts dazu sagen, am liebsten. Du willst auch die Sache nehmen oder nimmst nicht.
Josie
00:33:41
Weil… Genau, also es ist schwierig. Also damals, als ich 2019, 2020 schwanger werden wollte und dann hieß es, Und mein erster Mal, nee, das war 2022, so war das rum, da hieß es, dass es mit dem Quediapin in der Schwangerschaft ganz gut verträglich wäre. Also das wäre das Mittel der Wahl für eine angehende Schwangerschaft. weil es phasenprophylaktisch ist, antipsychotisch wirkt, aber man darf nicht stillen. Jetzt wenn wir zum Beispiel das Valproat hier eingeben, da sagt er, findet er keine Übereinstimmung, aber wenn man Valpr eingibt, da verweist er auf Valproinsäure und da gibt es unterschiedliche Hersteller, zum Beispiel Convolex oder Ergenil oder Orifiril oder allgemein, also die ganzen Herstellernamen halt einfach, oder Valproinsäure, dann kann ich da drauf gehen, dann die Seite aufrufen und da steht eindeutig Valproinsäure ist in der Kategorie Rot und dann wird halt auch erklärt hier die Konzentration in Nabel, Venen, Blut bei der Geburt kann deutlich über der maternalen Plasma-Konzentration liegen, neugeborene scheiden, Valpro hat aufgrund der noch nicht ausgereiften Leberenzyme verzögert aus. Genau, Indikation Epilepsie, akute Manie, Phasenpryphylaxe bei bipolar affektiver Störung. Also das Anwendungsgebiet wird auch bei Menschen, also Valproinsäure wird auch bei Menschen, wirkt auch bei Menschen mit Epilepsie, aber hauptsächlich für bipolare Störungen. Da gibt es unterschiedliche Produktnamen, werden dann aufgelistet und dann auch Erfahrungen in der Schwangerschaft. Erfahrungsumfang steht hier sehr hoch und dann steht hier erstes Triminon, dann zweites bis drittes Triminon und dann Empfehlung zur Schwangerschaft, Planung einer Therapie. Und hier steht zum Beispiel, Frauen im gebärfähigen Alter dürfen nur dann Valport anwenden, wenn die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms erfüllt werden. Was das auch sein soll, weiß ich nicht.
Kai
00:35:44
Solange du verhütest und nicht die Gefahr ist, schwanger zu werden, darfst du auch die Medikamente nehmen.
Josie
00:35:53
Genau, bei einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft darf Vibroaten nicht eingesetzt werden.
Kai
00:35:59
Und dass du ja so ein Standardmedikament, das glaube ich so ziemlich alle nehmen, oder?
Josie
00:36:03
Das nehmen, ich weiß nicht, wie viele Leute das nehmen.
Kai
00:36:06
Also von den Leuten, die wir kennen, alles ist.
Josie
00:36:08
Aus der Selbsthilfegruppe nehmen, ist das immer mal wieder ein Thema, diese Viproinsäure tatsächlich.
Kai
00:36:13
Die meine ich mit alle, ich kenne alle in Deutschland. Alle zwei bis drei Prozent der Menschen, der deutschen Menschheit, Deutschland leben, was weiß ich.
Josie
00:36:22
Ja, und was auch immer empfohlen wird, falls ihr diese Erkrankung habt, aber dennoch unbedingt ein Kind haben wollt, es geht immer um eine engmaschige Betreuung. Also während der Schwangerschaft und auch nach der Schwangerschaft, dass der Psychiater eng zusammenarbeitet mit der Frauenärztin. Es gibt auch besondere Kliniken, die man besuchen kann und dort gebären kann oder sich halt dann entsprechend Unterstützung noch holen kann. Da wird auch auf der Seite von der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störung darauf hingewiesen, dass es da gibt extra einen Reiter mit Kinderwunsch und Schwangerschaft. Da haben die auch noch so zwei Bücher mit dabei, aber wie gesagt, die sind halt erschienen in 2003, das eine, Bipolare Störung und Kinderwunsch von Dr. Stefanie Krüger oder das andere, Mutter werden mit einer bipolaren Störung. was sollte ich wissen, auch von Dr. Stephanie Krüger zu Ratgeber auch von 2003. Es geht halt um wichtige Fragen zur Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit, wenn man schwanger werden möchte. Weil die Erkrankung schon doch, also mich verunsichert die Erkrankung total, was das Thema angeht.
Kai
00:37:35
Also grundsätzlich verunsichert die Erkrankung, glaube ich. Also gerade wenn man es so mit manischer Phase dann auch zu tun hatte. Und die hattest du ja zweimal schon mit Klinikaufenthalt und alles. Und dann der Gedanke, jetzt kriegst du noch ein Kind und dieses Kind braucht ja die ersten x Jahre auf jeden Fall eine Vollbetreuung und dann hin und raus immer weniger. Also man weiß ja, in der manischen Phase ist man ja auch so nicht fähig, sich um andere Menschen zu kümmern. Also so dieses, du bist ja dann nicht sehr sozial, sag ich mal.
Josie
00:38:14
Nee, also in der manischen Phase, jetzt muss ich mal gerade kurz überlegen, in der dritten, weil ich hatte ja in der ersten manischen Phase, da war ich in der Klinik drei Wochen, dann wurde ich relativ schnell stabil, aber bin dann in der Klinik ja nochmal manisch geworden. Und dann die dritte war jetzt in diesem Sommer, mir war mein Mann scheißegal.
Kai
00:38:38
Das meine ich ja mit….
Josie
00:38:39
Also ich habe ihn immer noch sehr geliebt und ich wusste, ich will mit ihm zusammenbleiben und ich bin auch nicht irgendwie fremdgegangen oder sowas oder hatte Interesse an andere Männer, das jetzt nicht. Obwohl, das ist gelogen. Also war schon Interesse da, weil es einfach interessante Persönlichkeiten gibt, aber weiter hinaus, es waren Gedankenspiele, mehr jetzt nicht, wie zum Beispiel andere Manika ja dann tatsächlich dann Beziehungen anfangen, Fremdgehen, viel Sexualität ausleben und so. so das war jetzt bei mir als eher nicht so gegeben, genau. Wenn, dann habe ich die Sexualität alleine ausgelebt. Das ist dann bei mir dann einfach ein Symptom, aber das habe ich nicht mit anderen gemacht. Ich weiß dann nicht, wie es dann ist, wenn ich dann Kinder hätte und dann bin ich manisch und dann denke ich mir so, oh mein Gott, weil ich sage ja auch Dinge dann oder tue auch Dinge dann, die peinlich sind oder die unangenehm sein könnten. Also ich würde schon sagen, dass ich einen schweren Verlauf von der bipolaren Erkrankung habe und die unterscheiden das auch nochmal, die Deutsche Gesellschaft für bipolare Störungen und die andere Seite. Je nach schwere Grad der Erkrankung wird dann zu einer Schwangerschaft geraten oder man könnte sagen, nicht geraten, aber sagen, ja okay, das ist machbar und bei mir sehe ich das einfach, finde ich extrem schwierig. weil ich glaube dann ich habe ja dann immer den kompletten Realitätsbezug verloren, und da dann ein Kind mit dabei zu haben oder ein Kind der mit dabei zu haben will ich gar nicht wissen was das für Auswirkungen haben könnte.
Kai
00:40:28
Also wenn es klein ist und gar nichts machen kann, aber auch wenn es groß ist, allein diese die Mutter oder den Vater so zu erleben also ich glaube, egal in welchem Alter ist es echt Nicht gut.
Josie
00:40:40
Ja, es ist halt sehr belastend einfach dann.
Kai
00:40:42
Als kleines Kind, wo sie ja dann sowieso komplett abhängig sind von dir.
Josie
00:40:45
Also ich weiß auch gar nicht, ob ich wirklich Mutter werden will oder nicht. Also es war irgendwie so nach der Hochzeit dann, ich habe viel in der Kinder- und Jugendarbeit gearbeitet, auch ehrenamtlich über zehn Jahre in der KTG. Ich habe schon immer Kinder gemocht und es hat mir viel Freude gemacht, mit denen zusammenzuarbeiten oder was für die zu machen. Aber selber Mutter zu werden, diese Verantwortung zu übernehmen, das hat mich immer sehr abgeschränkt tatsächlich.
Kai
00:41:12
Das ist wie ein Hauskauf, das Kind hast du dann für immer.
Josie
00:41:14
Ja, ich freue mich mit dem Haus immer mehr an, aber es ist halt immer noch ein Haus.
Kai
00:41:20
Weil ein Haus trotzdem immer noch nur ein Haus ist.
Josie
00:41:22
Ja, genau. Man kann es ja immer noch verkaufen. So, Kinder verkaufen, ist strafbar.
Kai
00:41:27
Ja, das geht schon.
Josie
00:41:30
Ja, also klar, also theoretisch kannst du schon als Elternteil sagen, okay, ich möchte dieses Kind nicht mehr und es irgendwo abgeben in ein Internat oder in der Einrichtung und das ist schon ein harter Schritt.
Kai
00:41:46
Das nächste verkorkste Kind, den nächsten verkorksten Mensch auf die Welt gesetzt.
Josie
00:41:51
Also so ein Abbruch ist schon nützlich. Ich finde, man hat eine extreme Verantwortung. Total.
Kai
00:41:56
Daher ist das schon eine Entscheidung, die man nicht so einfach, also man soll sowieso grundsätzlich einfach die Entscheidung treffen, schwanger zu werden, sondern sich da schon Gedanken machen, ob das überhaupt passt.
Josie
00:42:06
Ja, das steht auch überall, was wir bisher recherchiert haben. Man soll sich intensiv einfach mit der Erkrankung und mit dem Thema Schwangerschaft auseinandersetzen, um sich klar zu machen, was das eigentlich auch bedeutet. Und meine Schwester und mein Schwager, die haben sich sehr intensiv damit auseinandergesetzt. Die haben jetzt keine Erkrankungen oder sowas in dem Sinne, aber haben schon generell überlegt, ob sie in Kindheit wollen oder nicht und sich sehr intensiv auseinandergesetzt. Und trotzdem war es für die in den ersten Zeiten total anstrengend und belastend und herausfordernd. Ja. was so ein Wesen alles so mit sich halt bringt. Meine Schwester ist eine der stärksten Persönlichkeiten, die ich kenne. Und sie hat jetzt am Wochenende, da habe ich sie Besuch gehabt, auch mit meinem Mann zusammen. Wir haben dann Plätzchenteig gemacht und mit *** viel gespielt. Sie hat auch gesagt, es war eine bewusste Entscheidung. Sie wollte dieses Kind in die Welt setzen und sich darum kümmern. Und den hat sie voller Authentizität und ganz klar gesagt, dass das so ist. Und dann ist mir aufgefallen, dass ich in meinem gesamten Leben bisher nie so eine Aussage hätte treffen können.
Kai
00:43:18
Okay.
Josie
00:43:19
Also ich war mir immer unsicher, will ich Mutter sein oder will ich nicht Mutter sein? Oder will ich ein Kind in die Welt setzen oder will ich kein Kind in die Welt setzen? Meine Mama hat dann nach der Hochzeit ein, zwei Jahre ein bisschen so geschlafen. gemacht und gefragt, Mama, macht ihr jetzt endlich ihr Kinder und so? Ich glaube, sie wollte schon sehr gerne.
Kai
00:43:40
Sie wollte ein Lenkekind.
Josie
00:43:41
Ja, klar, das verstehe ich auch. Und meine Schwiegermama fängt dann auch so ein bisschen an. Ich würde das wahrscheinlich nur machen, damit ich jetzt was zum Erzählen habe. Hallo, ich bin schwanger, ich kriege Aufmerksamkeit und was passiert alles in meinem Körper? Oder ich würde das halt für andere machen, ein Kind in die Welt setzen, damit ich denen ihre Erwartungen halt erfülle. Und das wurde mir jetzt so am Wochenende bewusst, dass ich selber überhaupt gar keinen Plan habe, ob ich das eigentlich will oder nicht. Und einmal, als ich einen Workshop gegeben habe zum Thema digitale Kompetenz mit meinem damaligen Chef zusammen, und da war auch jemand dabei, der hat gesagt, Kinder kriegen? Nee, will ich nicht. Ich will diese Verantwortung nicht tragen und man verträgt Verantwortung nur für sich selbst und für einen anderen, dann dachte ich so, ja genau, ich bin da voll mit eingestiegen. Und das kam so wirklich aus meinem Inneren heraus, wo ich gesagt habe, okay, das möchte ich, diese Verantwortung kann und möchte ich einfach nicht tragen. Auch wenn ich Kinder an sich toll finde und das Familienleben schon schön ist und man so mitten im Leben steht, weil es einem eigentlich nie langweilig wird, weil die Kinder ja schon viel einem geben. Aber ich glaube, das wäre keine gute Entscheidung für uns. Es macht mich auch ein bisschen traurig.
Kai
00:45:01
Ich merke, du bist noch, du hast vorhin gesagt, du hast so ein bisschen deine Entscheidung getroffen oder ihr habt eure Entscheidung getroffen, aber es ist noch nicht so 100 Prozent, oder? Wenn ich dich so ansehe, ist das noch so im Hinterkopf?
Josie
00:45:13
Ja, im Hinterkopf vielleicht. Ich glaube einfach, weil es gesellschaftlich erwartet wird von mir als Frau.
Kai
00:45:20
Ist das noch heutzutage so?
Josie
00:45:22
Ich weiß nicht. Es fühlt sich so für mich an. Und ich finde es halt irgendwie, ja, Man verpasst halt, man nimmt halt die Möglichkeit, einem Lebewesen die Chance zu leben. Also verstehst du, was ich meine?
Kai
00:45:38
Aber im Gegenzug verhinderst du, dass er ein völlig beschissenes Leben führt. Man weiß es nicht. Also das würde ich mir jetzt nicht so aufladen, diesen Gedanken. Du machst das ja echt lebenschwer.
Josie
00:45:55
Ja, ich finde halt, aber ich mache mir das Leben gerne sehr schwer. Also ich finde es auch ein bisschen schade, dass man dann kein Wesen hat, was so irgendwie aus mir und meinem Mann halt dann besteht. Das ist ja schon etwas sehr Verbindendes. Daher schwingt dann schon so eine gewisse Trauer halt mit dabei. Was soll ich sagen? Wie war es denn bei dir mit der Familienplanung? Du bist ja jetzt 50. Du hast gesagt, ihr habt relativ spät angefangen.
Kai
00:46:23
Ja, weil, wie gesagt, meine Kurs wird jetzt zwölf. Da weiß ich ja, wann wir angefangen haben.
Josie
00:46:28
Ah ja, okay, vor zwölf Jahren.
Kai
00:46:30
Vor zwölf Jahren.
Josie
00:46:31
Da warst du 38.
Kai
00:46:33
Ja, ungefähr, ja, 37, 38.
Josie
00:46:35
Und deine Frau, wie alt war die?
Kai
00:46:37
Meine Frau ist neun Jahre jünger, also 29 am Ersten.
Josie
00:46:43
Ja, mit 30, also der Anfang... Ende 20, das ist eigentlich schon noch ein gutes Alter. Ich bin ja jetzt mittlerweile 37. Mit der bipolaren Erkrankung, mit meinem Bluthochdruck und dem Übergewicht steigen halt die Risiken halt sehr. Und meine Frauenärztin und auch meine Neurologe, die machen da schon, Druck würde ich nicht sagen, aber sagen schon, das Risiko für eine Schwangerschaft in meinem Fall ist schon sehr erhöht.
Kai
00:47:13
Ja, es steigt ja einfach das Risiko im Alter. Also wir haben es ja gesehen, mit drei Kindern, beim ersten Kind hattest du halt, also auch mit Behinderung oder so, du kriegst ja eine Wahrscheinlichkeitsrechnung hingelegt, eins zu keine Ahnung wie viel Millionen oder so und die Zahl ist ja dann bis zum dritten, also die Kleine ist jetzt vier Jahre. Da war es eine komplett andere, also da war es schon so, da fängst du schon eher an nachzudenken, ist das noch ein Thema? Und viel später, also hätten wir jetzt kein Kind mehr auf die Welt gesetzt, einfach weil halt die, je näher du an die 40 rankommst, umso größer halt die Chance ist, dass dann irgendwas schief läuft.
Josie
00:47:53
Ja, du hattest auch gemeint, der finanzielle Aspekt ist da bei Kinderkriegen auch ein wichtiger Punkt. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet oder habt ihr Zahlen gerechnet? oder?
Kai
00:48:04
Ne, Zahlen nicht, aber, also das Ding, du hast dich ja schon erzählt, aber ich bin ja früher gern weitergepft von Job zu Job. Und da war ja dann auch so dieses, okay, da willst du dann jetzt halt bleiben und du, also ich allein Könnte diese Familie ernähren. Im Notfall. Meine Frau hatte nie Druck. Also seit wir uns entschieden haben, hatte nie Druck. Die hat ja auch Vollzeit bis dahin gearbeitet, bis sie schwanger war. Und seit wir jetzt ein Kind haben, hat sie ja dann, also von sich aus entschieden, sie möchte Teilzeit arbeiten. Weil sie einfach dann auch mittags, wenn die Kinder von der Schule heimkommen oder so, da sein möchte. Oder halt, dass die Kinder nicht komplett mit Schlüsseln aufwachsen oder sowas. Und daher, Ja, jetzt arbeitet sie, ich weiß gar nicht, wie viele Stunden sie arbeitet. Auf jeden Fall nicht Vollzeit.
Josie
00:48:53
Ja, super. Das denke ich mir schon auch, dass bei vielen Frauen mehr hängen bleibt, was Kinderbetreuung angeht.
Kai
00:49:01
Das ist halt klassisch. Das ist natürlich die Frage. Also bei uns, wir haben uns darüber unterhalten und meine Frau wollte das. Also meine Frau hätte mich nicht zu Hause gelassen auf jeden Fall. Die war ganz klar, sie möchte zu Hause bleiben, wenn wir Kinder haben. Sie hatte auch die Elternzeit. Also ich habe immer zwei Monate, habe ich glaube ich gemacht. Doch zwei Monate instant. Meine Frau hat ja dann immer bei den ersten zwei ein Jahr gemacht. Und beim dritten hat sie dann sogar zwei Jahre gemacht. Aber das war jetzt nie ein Thema. Also ich habe das nicht entschieden, sondern meine Frau hat das für sich entschieden, dass sie das so möchte. Also hätte sie Vollzeit arbeiten wollen, hätte ich auch meine Arbeitszeit reduziert oder sowas. Also weil es ist ja dann immer so klassisch. Aber das war nicht der Grund, warum wir es so entschieden haben. Meine Frau wollte das so haben und daher haben wir das so gemacht.
Josie
00:49:48
Und das war für dich so in Ordnung?
Kai
00:49:49
Ja, für mich war das dann okay.
Josie
00:49:51
Okay. Ich denke, Kinderkriegen ist für Frauen oder für Männer nochmal ein Unterschied. Wie hast du denn die Schwangerschaften erlebt von deiner Frau? Kannst du dich daran noch erinnern? Kai grübelt jetzt sehr stark und schaut in sein Gedächtnis ein.
Kai
00:50:09
Wie habe ich es denn erlebt? Ich habe keine Ahnung. Also meine Frau war schwanger. Dann wurde sie immer dicker. Aber sonst.
Josie
00:50:19
Es gibt ja auch manche, also... Manche Männer, die dann sehr... sehr kontrollierend vielleicht auch werden, was die Frau essen darf und trinken darf und dass man da ein bisschen mehr aufpasst.
Kai
00:50:32
Das hat meine Frau schon alles alleine gemacht. Also die wusste schon dann auch, was sie dann vor, also dann wie die Entscheidung war, dass wir Kinder wollen. Dann hast du irgendwann Verhütung abgesetzt. Und dann hat sie dann mit halt was auch immer dann Zufütter selbst. Also das hatte sie schon. Meine Frau ist ja eine erwachsene Frau. ich werde doch meine Frau nicht überwachen, was sie esst und trinkt.
Josie
00:50:58
Ja, es gibt halt, Männer verändern sich auch so ein bisschen so, wenn die Frau schwanger werden und gerade so im Bekanntenkreis gibt es da oder hat man gehört oder wie sich Männer halt dann auch verändern. Manche gehen dann ja auch, werden auch dicker, zum Beispiel sowas oder manche verändern halt oder werden überfürsorglich vielleicht, könnte man sagen.
Kai
00:51:21
Nö, klar. Glaube ich nicht, dass ich das wurde.
Josie
00:51:25
Okay. Also an die Schwangerschaften kannst du dich, also hatte sie Morgenüberkeit oder wie hat sie die Schwangerschaft verkraftet?
Kai
00:51:33
Also das erste Kind hatte sie eigentlich gar nichts wirklich. Also das war einfach, gut, da war es ja noch unter 30. Top, ein Schuss.
Josie
00:51:42
Ja.
Kai
00:51:42
Da war, also meine Frau hatte auch, also sie hat so einen riesen Bauch bekommen, aber der ging einfach nur nach vorne. Also von hin und hat man nicht erkannt, dass sie schwanger ist. Also sie hat einen, das war schon so, dass sie auch bis zum Schluss auch, also meine Frau war bis zum Schluss fit. Wir sind zwei Monate, drei September, Oktober immer. Drei Monate bevor die Kleinen auf die Welt kam, waren wir noch in die USA unterwegs.
Josie
00:52:07
Okay.
Kai
00:52:07
Drei Wochen Urlaub, wo wir dann einfach die Küste lang gefahren sind.
Josie
00:52:12
Cool.
Kai
00:52:12
Da war eher so die Sorge, du musst halt öfters auf die Toilette und hast sehr kurze Reaktionszeiten, sage ich mal. Und da ist halt die USA sehr gut aufgestellt. Also man hat überall Toilette, wo man jederzeit hin kann.
Josie
00:52:24
Echt, ja?
Kai
00:52:25
Egal, wo du bist. Es war echt überhaupt kein Thema. Und die Menschen sind halt auch super freundlich, wenn es jemand mit, Kind, also mit Schwangerschaft, jeder spricht sich an. Daher, und bei der zweiten, ich glaube, da ging es, bei der dritte hat es dann schon, beim dritten hat es schon gekämpft. Da ging es auch lang mit Morgenübelkeiten und so weiter. Da, wahrscheinlich hat auch dann schon das Gutes, das dritte Kind, der Körper hat das schon zweimal mitgemacht, ist entsprechend abgenutzt. Weißt du, klingt doof. Aber sie war dann auch schon ein bisschen älter, dann entsprechend. und ich denke, da hat sie schon mehr mit zu kämpfen gehabt. Also da war auch klar, ein viertes Kind wird es nicht werden. Die Entscheidung hat sie da schon getroffen. Ich war da nicht involviert in dieser Entscheidung.
Josie
00:53:12
Hättest du noch gerne ein viertes Kind?
Kai
00:53:14
Ach, was heißt, ich sage immer.
Josie
00:53:16
Wir haben ja Platz.
Kai
00:53:19
Also für mich, ich habe halt auch viel weniger Mühe, was Kinder angeht, natürlich, weil ich halt Vollzeit arbeite und Schicht und nicht immer da bin. da bleibt schon viel bei meiner Frau hängen. Daher ja, Platz wäre doch da, wir hätten es auch alle noch satt bekommen, das sage ich. Für mich ist es ja auch eine leichte Entscheidung, weil wie gesagt, ich bin halt nicht schwanger dann.
Josie
00:53:44
Ja, das meine ich halt auch. Also ich glaube, so diese, als Mann kannst du ja jederzeit Kinder kriegen, auch wenn du 70 bist zum Beispiel.
Kai
00:53:54
Ja, das ist mein Plan.
Josie
00:53:57
70 zu werden.
Kai
00:54:00
Dann schnappe ich meine Junge.
Josie
00:54:03
Ach so, du hast ja nur drei Mädels. Hättest du noch gerne einen Sohn?
Kai
00:54:12
Nö, also gar nicht. Also wir dachten ja eigentlich immer, von meiner Familie aus, seit Generationen sind es alles Jungs. Also dachten wir, es war eigentlich nie ein Thema, dass es kein Junge wird, bis es dann plötzlich auf dem Ultraschall ein Mädchen war. Wir hatten ja auch schon ganz viele junge Namen und gar keinen Mädchennamen eigentlich zu diesem Zeitpunkt.
Josie
00:54:36
Ja, bei meiner Schwester war es ähnlich. Also wir sind ja nur Mädels in meiner Familie und in der Schwiegerfamilie von meiner Schwester sind es eigentlich auch nur Mädels. Er war jetzt der erste Junge, der geboren wurde. Damit hätte man auch nicht so gerechnet.
Kai
00:54:53
Also meine Frau hat jetzt alle Nachfolgenden in der Hoffnung gemacht, wir können doch Mädchen machen. Also mein Bruder hat auch nur Jungs, zwei Stück. Daher, mein Vater hat nur Jungs und dann geht es halt gerade so weiter. und also da hat man sich schon einen Gedanken gemacht, aber einfach nur so dieses du magst dir gefühlt mehr Gedanken, wenn du ein Mädchen hast, weil ein Mädchen kann halt ganz andere Dinge passieren als im Junge.
Josie
00:55:14
Okay.
Kai
00:55:15
Also das ist dieser Gedanke, dieser Sicherheitsgedanke, der dich dann sowieso immer, wenn sie nicht zu Hause sind, natürlich im Kopf ist.
Josie
00:55:22
Ja.
Kai
00:55:22
Auch wenn du nicht versuchst, den irgendwie weiterzugeben, weil die Kinder sollen sich ja sicher fühlen auf der Welt.
Josie
00:55:29
Ja.
Kai
00:55:29
Aber nach dem ersten Mädchen, da war ich der Gedanke, jetzt brauchen wir auch keinen Jungen, lass uns bleiben, da wissen wir ja, wie es funktioniert, Mädchen haben wir jetzt schon eins gehabt, also ich hätte nie jetzt noch einen Jungen gebraucht, noch das Thema dann. Es ging von außen, es wären Jungs, dann wurden es keinen und dann war das okay. Ich musste jetzt nicht weitermachen, bis ich einen Stammhalter habe. Natürlich hätte ich gerne, dass einer von meinen Töchter ihr Namen behält, aber sonst.
Josie
00:55:55
Ja, vielleicht passiert das ja.
Kai
00:55:57
Es ist ja heutzutage nicht so unüblich, ja. weil ihre Vorname passen alle sehr schön zu ihrer Nachname wir haben uns ja Gedanken gemacht, wenn sie zu Namen wechseln und dann keine Ahnung wie heißen, dann sind sie selber schuld.
Josie
00:56:10
Warst du bei den Geburten dabei?
Kai
00:56:13
Bei alle drei.
Josie
00:56:14
Okay. Und hat sie im Stehen gebärt oder im Liegen? Im Liegen? Oder am Knien?
Kai
00:56:24
Nein, schon liegend, so sitzliegend. Meine Frau hat ja die drei Kinder alle sehr schnell auf die Welt bekommen. Da war keine Zeit für Quatsch. Quatsch in Anführungszeichen, bitte. Wie ich weiß, da gibt es sehr viele Methoden. Hat sich auch Gedanken darüber gemacht. Ich glaube, es war auch so das Thema eine Wassergeburt, aber dafür war gar keine Zeit, das Wasser einzulassen. da war es schon mehr oder weniger schon zu spät dann.
Josie
00:56:54
Und ja, müssen wir mal deine Frau fragen. Ich glaube, die kann da ein bisschen mehr erzählen, wie es ihr dabei ging. Hat sie Arisch geschrien?
Kai
00:57:03
Nein, aber ich kann sie nicht vergleichen. Also ich weiß, sie hatte in der Vorbereitung schon Dinge, die ich dann machen sollte und das hat sie dann alles erledigt gehabt, weil dann ging so noch Baby auf die Welt.
Josie
00:57:16
So schnell also. Was ja eigentlich ganz gut ist, wenn oder? Wenn es nicht so lange dauert.
Kai
00:57:23
Ja, ich glaube, es hat sein das Genre, also wenn ich dann einen Vergleich höre mit Menschen, die dann irgendwie, oder Frau, die dann 24 Stunden oder 48 Stunden in den Wehen liegen und dann wirklich, also wir haben auch in der Verwandt oder Freundeskreis jemanden, die irgendwie 24 Stunden dabei waren und am Schluss wurde es dann doch einen Kreiseschnitt, weil es einfach nicht geklappt hat und so, da hat sie natürlich einfach Glück gehabt, wobei sie dann sagt, gerade, das ist dann teilweise dann doch zu schnell war sogar, also so dieses dich vorbereitet und dann zack ging es dann, bei der dritten wohl dann hat sie so im Nachhinein, bei der dritten die war ja in Corona, die kleinste kam der Corona, da kam ich ja da durfte ich ja nur in den Kreißsaal dann wenn es losging, sprich ich durfte in der Beiseite den ganzen Tag ich habe sie in die Klinik gefahren, und dann hat sie noch einen Tag in die Klinik verbracht, bis es dann wirklich losging und dann wurde ich angerufen, bin dann nach Landau reingerast und da war das Kind schon fast da also ich kam mehr oder weniger mit dem Kind rein so schnell ging es da.
Josie
00:58:18
Okay. Und wie war das für dich, beim ersten Kind jetzt Vater zu werden? Hat das irgendwas bei dir emotional verändert?
Kai
00:58:27
Ja, auf jeden Fall.
Josie
00:58:29
Und was?
Kai
00:58:30
Habe ich noch nicht erzählt hier, wie nah ich jetzt am Wasser gebaut bin, was ich früher überhaupt nicht war.
Josie
00:58:37
Nee, ich weiß nicht mehr. Oder doch, kann sein.
Kai
00:58:39
Also ich sage ja, meine emotionale Schutzmauer, die ich da immer hatte. Also ich war nie sehr emotional, überhaupt nicht. Also auch so gefühlstechnisch sowas. Und mit Geburt von erstes Kind ist dieses Kind gekommen, hat die Mauer eingerissen, hat die bis zum Boden runter und seitdem amüsiert sich immer meine Frau. Ich kann keinen Film gucken ohne zu weinen. ich bin sehr nah am Wasser gebaut und wenn es um Kinder geht, noch ein bisschen näher meine Frau amüsiert sich schon immer, sitzt neben mir und guckt dann rüber und dann fange ich schon an zu weinen weil sie genau weiß, was jetzt kommt also ich weine schon, weil sie weiß, dass ich jetzt weine so ungefähr, und die amüsiert sich dann sehr über mich also das hat sich schon geändert.
Josie
00:59:25
Extrem einfach nur, weil dieses Wesen da ist ja.
Kai
00:59:29
Ja, ich denke schon. Also es ist ja schon eine Riesenveränderung. Also plötzlich hast du Verantwortung halt für jemanden. Das hattest du ja vorher nicht. Meine Frau ist ja eine erwachsene Frau. Wenn ich stark gestorben wäre, dann hätte sie halt weitergelebt, sage ich mal, irgendwie. Und jetzt denkst du, ja, jetzt hast du halt da Verantwortung für ein Kind.
Josie
00:59:49
Hattet ihr Haustiere oder hattest du mal Haustiere?
Kai
00:59:52
Massig Haustiere hatten wir.
Josie
00:59:54
Massig Haustiere. Katzen, Hunde.
Kai
00:59:56
Wir hatten eine Katze, wir haben noch einen Hund, der lebt noch, wir haben zwei Hasen, wir hatten Ratten und früher hatten wir noch Rennmäuse und Hamster und noch mehr Hasen. Also meine Frau hatte immer Haustiere, sobald wir zusammengezogen sind, hatte sie Haustiere, viele.
Josie
01:00:17
Ist ja auch eine Verantwortung, die man ja trägt, aber wahrscheinlich nicht so wie wenn man ein Kind hat.
Kai
01:00:24
Ich glaube, das ist nicht zu vergleichen.
Josie
01:00:25
Und macht es dir Angst, dass du jetzt bis an dein Lebensende irgendwie für dieses Kind oder für diese Kinder da sein musst oder verantwortlich bist?
Kai
01:00:35
Was heißt bis zu meinem Lebensende? Noch 14 Jahre, dann fliegt die letzte raus. Nein, also was heißt Angst? Weiß ich nicht, ob es Angst ist. Also man macht sich schon Gedanken natürlich jederzeit. Ja. Weil du ja willst, also du machst dir Gedanke, machst du alles richtig, ladst du deinen psychischen Mist gerade auf deinen Kindern ab und die werden dann auch so psychisch bescheuert wie du selbst oder sowas. Ich finde, das ist schon ein Gedankegang, den ich mir halt mache. Aber ich bin ja, neige ja auch zum Grüble dann. Daher hängt vielleicht damit zusammen.
Josie
01:01:09
Okay.
Kai
01:01:11
Ich habe immer, hoffe, dass keiner von denen meine bipolare Seite geerbt hat oder sonst was.
Josie
01:01:18
Ja.
Kai
01:01:19
Weil es ja auch dann eben auch schlimmer sein könnte, als wie ich es habe, so wie ich es habe, da, Kann ich noch mit Körpern noch mit umgehen, finde ich. Aber ich weiß ja auch, dass es durch die Selbsthilfegruppe weiß ich auch, wie weit es dann noch gehen kann dann.
Josie
01:01:33
Ja, macht dir das Angst als Papa, wenn du dann vielleicht mal in fünf oder zehn Jahren deine Tochter oder eine deiner Tochter in der Klinik besuchen musst?
Kai
01:01:42
Angst, weiß ich nicht. Man macht sich halt Sorgen. Angst ist, glaube ich, nochmal was anderes.
Josie
01:01:49
Okay.
Kai
01:01:49
Man wünscht ja seinen Kindern nur das Beste.
Josie
01:01:52
Das stimmt, ja.
Kai
01:01:53
Ich hoffe, dass keiner von denen irgendeinen Schade hat, den ihren Papa hat. Am besten.
Josie
01:01:58
Ja, das Lotterie des Lebens halt. Also welche Gene gibt man weiter und welche halt nicht.
Kai
01:02:05
Genau das. Ich denke, da macht man sich schon. Meine Firma hat ja beide Gedanken. Auch so, was gibst du an deine Kinder weiter im Leben? Man sieht ja immer, wenn sie die spiegeln, das haben sie von uns.
Josie
01:02:19
Ja, Kinder halten gerne den Spiegel vor.
Kai
01:02:22
Ja, auch wenn sie irgendwas sagen oder so. Also die Kleine ist da jetzt ganz extrem. Die anderen zwei waren nicht so extrem. Aber die haut dann immer Sprüche raus. Und dann bin ich, oh Gott, das weiß ich, wo das herkommt.
Josie
01:02:32
Ja.
Kai
01:02:34
Zu meiner Frau gerade. Weil meine Frau hat halt so, keine Ahnung, irgendwelche Sprüche, die sie den Kindern immer so hin, wo sie sie immer zu den Kindern sagt. Und das kriegt sie halt jetzt von der Kleinsten zurück, die sie dann genauso anspricht hier.
Josie
01:02:47
Ja, klar. Rollenvoll. Man ist halt ein Rollenvorbild für die Kinder.
Kai
01:02:52
Das heißt, wenn dich dann morgens deine Vierjährige begrüßt mit Nadolappen, dann wäre ich, oh Gott, ich weiß, wo sie es her hat.
Josie
01:03:01
Die Vierjährige mit Nadolappen?
Kai
01:03:04
Also die Vierjährige ist der ganze, die anderen zwei waren da nicht so. Die kleinste ist jetzt, haben wir ein ganz anderes Kaliber. Die wird uns fertig machen, die ist jetzt schon dabei.
Josie
01:03:13
Echt?
Kai
01:03:14
Da wissen wir schon, wo das endet.
Josie
01:03:16
Okay, krass. Okay. Hatte deine Frau Wochenbettdepression? Weil das kann ja auch ganz gesunde Frauen treffen, die überhaupt keine psychische Vorbelastung haben.
Kai
01:03:29
Ich kann mich gar nicht erinnern. Ich glaube schon, aber ich könnte es jetzt nicht hundertprozentig sagen. Wahrscheinlich schon. Hat sich das bei mir eingebrannt.
Josie
01:03:38
Wie war das denn in der ersten Zeit, als dann die kleinen Wesen bei euch da waren? Hast du dann auch Elternzeit genommen oder hast du gearbeitet?
Kai
01:03:46
Ich habe, Immer den ersten Monat, also direkt nach der Geburt, bin ich zu Hause geblieben immer für einen Monat. Und dann immer noch einen zweiten Monat. Aber ich habe nicht zwei Monate am Stück, sondern einen Monat und dann nochmal einen Monat irgendwann. Wenn sie halt schon ein bisschen größer sind, weil du kannst ja mit den, also du als Papa kannst ja einfach nichts, also nichts nicht, aber es ist relativ wenig, wenn es den Kindern machen. Oder die Kinder an sich, wenn als Babys, die essen, die schlafen, die kacken sich die Winter voll. mehr machen sie ja nicht aber du bist einfach nur da um dann eben zu unterstützen weil halt deine Frau dann ein Baby hat und dann später ein Baby und zwei andere Kinder deswegen war ich immer der erste Monat zu Hause und dann irgendwann in dem Jahr wo sie zu Hause war noch einmal dann wenn sie schon größer waren man sagt.
Josie
01:04:35
Ja auch nach einer Schwangerschaft oder nach einer Geburt zwei Wochen im Bett zwei Wochen ums Bett und zwei Wochen nah am Bett also war das so eine Regel die.
Kai
01:04:45
Ihr.
Josie
01:04:46
Nee, konnte deine, war deine Frau direkt aktiv oder konnte sie das?
Kai
01:04:51
Also die ist ja auch beim dritten Kind gar nicht in der Klinik geblieben, weil eben Corona, bist du dann einfach, also es war halt auch das dritte Kind, wir hatten ja schon zwei Kinder, wir wussten, was kommt, daher ist sie dann wirklich am nächsten Tag direkt nach Hause gegangen mit dem Kind, einfach weil du hättest ja nicht ins Krankenhaus gekönnt und nix. da ja und da waren ja zwei Kinder da, also da ist dann auch nicht so viel mit.
Josie
01:05:16
Also ja, verstehe, ja.
Kai
01:05:17
Beim ersten Kind, da haben wir viel auf der Couch gelegen, zu dritt dann, oder du liegst ja auch im Bett mit dem Kind und hast Angst, dass du, du liegst im Bett mit dem Kind und hast immer Angst, dass das Kind aufhört zu atmen, dass es irgendwas, also ich glaube du, das erste Kind, die ersten Wochen, Monaten, bist du im Dauerpanikmodus.
Josie
01:05:38
Okay.
Kai
01:05:38
Weil du liegst neben dem Kind im Bett und schläfst und dann... Es atmet nicht. Dieses Kind schläft einfach nur. Das kann ja gar nicht sein, dieses Kind schläft ja normal nicht, sondern es weint. Also piekst du dieses Kind, ob es noch lebt. Natürlich lebt es noch und dann schreit es, weil es dann wach wurde. Warum schreist du jetzt schon? Also das ist so die erste Zeit beim ersten Kind. Beim zweiten ist es nicht mehr so schlimm, weil man halt viel schon kennt, was es dann macht. Aber das ist auch so, was ich von vielen anderen erzählt bekomme. Du bist halt neben dem Kind und dieses Kind schläft. Warum schläft? Das macht keine Geräusche. Dann piekst du den Bauch oder dass es bewegt und dann, ah ja, es bewegt sich, alles gut. Gefühlt bist du durchgehend in einem Panikmodus, weil du nicht weißt, was dieses Kind macht.
Josie
01:06:25
Okay, hört sich anstrengend an.
Kai
01:06:27
Dann kommt irgendwann mal die Hebamme, dieses Kind, ach Gott, die hat irgendwann lauter Blut gekotzt.
Josie
01:06:34
Oh.
Kai
01:06:34
Und die Hebamme wäre eh schon gekommen, da haben wir die direkt angerufen, dann heißt es halt ganz ruhig bleiben. Dann kommt die und sagt, das Ding ist einfach, durch das Stille habt ihr halt einfach auch Blut mitbekommen, das kann ja aber das Kind, also der Körper kann das nicht verdauen. Also kotzt es einfach irgendwann raus.
Josie
01:06:51
Okay.
Kai
01:06:52
Also es war nichts Schlimmes dabei, aber natürlich für dich siehst du nur, dieses Kind kotzt gerade lauter Blut. Es war ganz minimal Blut. Also Blut hat ja dieses Ding, es verteilt sich extrem. Also bei kleinsten Verwundungen hast du ja direkt das ganze Wohnzimmer voll Blut gefühlt. Und so war das halt auch bei diesem Kind. Und dann bist du direkt im Panikmodus, dieses Kind hat gerade Blut gekotzt. Und so Sache. Aber ich finde, es ist halt eine schwere Entscheidung. Also ich finde, es ist schon eine schwere Entscheidung, wenn man nicht bipolar ist und wenn man dann nicht bipolar ist und noch entsprechend Medikamente nimmt und so weiter. Also da fängt es ja schon an mit den Medikamenten und dann eben genau wie du sagst, wenn dann in eine manische Phase reinrauscht und dann ein kleines Kind da hast, ich finde das ist eine sauschwere Entscheidung. Und ich bin ja froh, dass ich die einfach so nicht treffen musste, weil ich ja gar nicht wusste, dass ich bipolar bin und ja auch keine manische Phase hatte. Und weil ja dann noch das Glück hat, dass ja meine Frau dann da ist und ich nicht die Mutter bin, wo dann stille müsste oder sonst was.
Josie
01:07:56
Ja, und diesen Schlaf-Wach-Rhythmus nicht hat und den ganzen hormonellen Cocktail mitmachen muss. Ich finde es schon für eine Frau nochmal eine andere Art, eine Entscheidung zu treffen, ob man Kinder möchte, weil es ja auch ganz viel mit deinem Körper verändert. Manche Sachen bleiben auch einfach nicht. nach der Geburt so, wie sie sind und verändern sich nicht mehr.
Kai
01:08:20
Manches ist nie wieder wie früher.
Josie
01:08:23
Das stimmt halt, ja. Auf jeden Fall. Gut. Wir haben über Elternzeit gesprochen. Wir haben über Finanzielles oder über das Finanzielle haben wir weniger gesprochen. Doch, doch hast du ein bisschen was erzählt.
Kai
01:08:36
Ja, und das hat ja mit Bipolar auch nichts zu tun. Ich finde, diese Entscheidung muss ja jeder dann für sich treffen.
Josie
01:08:42
Wie deine Kinder deine depressiven und manischen Phasen erleben, haben wir ein bisschen besprochen. Die Familienplanung, wie ihr es gemacht habt, eigentlich war es ja hauptsächlich deine Frau, die das entschieden hat.
Kai
01:08:54
Dass wir keine mehr wollen. Dass wir wollen, haben wir gemeinsam entschieden.
Josie
01:08:57
Ja?
Kai
01:08:58
Ja, natürlich.
Josie
01:08:59
Okay.
Kai
01:09:00
Also ein bisschen was der meine Frau ist schon der Chef, aber ich darf schon ein bisschen mitreden.
Josie
01:09:05
Okay. Wenn deine Frau gesagt hätte, sie will keine Kinder kriegen, wäre das für dich?
Kai
01:09:10
Dann wäre es auch okay gewesen.
Josie
01:09:12
Ja?
Kai
01:09:13
Also wir haben, ja, also wir haben eigentlich ja, es war eigentlich immer klar, dass wir eigentlich wohl Kinder wollen. Und zwar dann eher so die Entscheidung, wollen wir, weil dann wäre jetzt so langsam die Zeit, damit zu beginnen. Also wie gesagt, meine Frau war ja dann 28, 29. Da hat sie noch Zeit gehabt, aber wir haben ja noch drei Kinder gemacht dann. Aber irgendwo so dieses, also meine Frau hat halt auch da, ist ja auch eine Karriereentscheidung, ganz einfach. Also weil sie ja entschieden hat, dann Teilzeit zu arbeiten, war es ja der hat ja vorher dann auch hier entsprechend die Karriere gemacht gehabt und hat dann Fortbildung gemacht und so weiter. Und hat sich dann aber entschieden, nee, super. Wäre dann lieber Mutter und würde dann nur Teil sein. Das ist klar, manche Dinge, manche Leute haben sich dann halt einfach eingeholt in der Zeit, weil sie ja dann auch nicht mehr da ist. Jetzt hat sie ja einen tollen Job rein, ach, von der Position her und so weiter. Durch ihre Wissen und ihre Fähigkeiten hat sie das halt dann wieder geholt. Aber durch die Jahre, die du verlierst, die holst du halt einfach nie wieder rein. Wenn du sagst, du bleibst Teilzeit und machst nicht direkt wieder Vollzeit oder so. Ich finde, das macht natürlich Frauen schon schwerer, die Entscheidung, Karriere oder Kind. so blöd wie es klingt, dass du heute immer noch die Entscheidung treffen musst.
Josie
01:10:26
Das ist so, also das kann auch kein Mann einem abnehmen, also das wird auch noch in 100 Jahren vermute ich mal so bleiben. Also es gibt ja auch gut.
Kai
01:10:35
Wo dann der, also auch wir haben im Freundeskreis auch einer, wo der Papa dann daheim blieb, weil sie dann einfach, sie ist halt ärztin, sie verdient sehr gutes Geld, da war klar, die hat ja dann, hat sie da schon eine eigene Praxis gehabt oder hat sie den nacherst, weiß ich jetzt gar nicht, aber sie hat eine eigene Praxis jetzt. Und da war der Papa zu Hause dann auch. Also das sind wir dann schon. Wir sind ja 2025. Ich finde, das ist eine Entscheidung, die man halt gemeinsam trifft. Und dieses klassische, klar geht der Mann arbeiten, der verdient mehr Geld. Das ist halt eine doofe Entscheidung. Ich finde, so sollte man das. Oft ist es aber leider halt immer noch der Fall, dass der Mann mehr verdient. Dann ist es halt leider so, dass dann halt wahrscheinlich der Mann weiter arbeiten geht. Aber es ist halt eine Entscheidung, die man gemeinsam trifft. Gut, bei uns war auch ich halt mehr verdient, Aber meine Frau wollte halt auch dann zu Hause bleiben. Da hätte man es halt auch mehr einschränken müssen natürlich.
Josie
01:11:26
Wie gehst du mit der Dauerbelastung, um die Kinder zwangsläufig mit sich zu bringen? Weil du bist ja eigentlich die ganze Zeit Vater.
Kai
01:11:36
Ja.
Josie
01:11:37
Und wie vereinbarst du das mit deiner Erkrankung?
Kai
01:11:41
Gute Frage. Gell?
Josie
01:11:45
Ich gebe dir noch ein bisschen Zeit, darüber nachzudenken.
Kai
01:11:48
Ich überlege gerade, ich finde, das Ding ist ja, So. Kinder gehen ja in beide Richtungen. Kinder können dir extrem viel Energie geben.
Josie
01:11:57
Okay.
Kai
01:11:58
Aber gleichzeitig in einem anderen Moment könntest du dich einfach leersaugen innerhalb von Sekunden. Meine Kinder sind auch oft Trigger für so leichte depressive Phasen, weil meine Kinder sind, wie sie sind, die sich zu dritt gern streiten untereinander, weil halt drei Sturköpfe aufeinander stoßen.
Josie
01:12:16
Okay.
Kai
01:12:18
Daher, und ich finde, das ist sehr anstrengend. Also da, du stehst morgens auf und bist bei einer Null und die Kinder stoßen sich locker auf eine Minus-3, 5 Minuten nach dem Aufstehen. Aber das ist dann halt eine, so wenigstens immer schwer zu sagen, weil das ist keine depressive Phase, es ist mehr so, bam, rein, Minus-3 ist alles scheiße, die Welt ist scheiße. Einfach, weil deine Kinder dich leer gesaugt haben, aber das ist halt abends wieder weg.
Josie
01:12:43
Und wie stelle ich mir das Leersaugen vor? Also was genau saugt dich da leer?
Kai
01:12:47
Die Art, wie meine Kinder dann sich benehmen. Also ich, wie gesagt, wenn sie sich dann wirklich morgens schon streiten, aufeinander losgehen, ich finde das einfach nur anstrengend. Vielleicht bin ich dann da auch einfach empfindlich dagegen und dann deswegen.
Josie
01:13:04
Bist du ein harmoniebedürftigter Mensch?
Kai
01:13:06
Eigentlich gar nicht. Also doch, mit meiner Frau schon, aber ansonsten bin ich, harmoniebedürftig, ich glaube nicht.
Josie
01:13:14
Wenn dir Streit so viel ausmacht, aber ...
Kai
01:13:16
Ja, aber eher so dieses ... Gut, weil es dann halt meine Kinder sind. Du bist ja dann auch gleichzeitig ... Die zwei Streiten sich dann gleichzeitig ... Geht ja dann dein Beschützerinstinkt hoch.
Josie
01:13:29
Okay.
Kai
01:13:29
Also ich finde, es ist sehr anstrengend, weil du ja dann ... Also du wünschst ja A, dass deinem Kind nichts passiert. Jetzt streiten deine Kinder und die eine boxt der andere eine. Dann gehst du direkt ...
Josie
01:13:40
Oh, okay.
Kai
01:13:40
Also, wir haben Kinder sind.
Josie
01:13:42
Ja, passiert.
Kai
01:13:44
Dann bist du direkt am Schluss weint immer die kleine oder die mittlere, weil die große natürlich, stärker ist und die dann natürlich sich aber auch ungerecht behandelt fühlt, weil die kriegt dann einen Anschiss weil natürlich zwei oder eine ihrer Schwester weint und denkst, ja ich kann es gerade erklären, ja, dann bockst halt deine Schwester nicht, mach das also die hat ja eine Umgehensweise wie sie mit ihrer Freunde umgeht die ja auf einem Altersstufe sind. Und das Gleiche macht sie dann aber halt auch mit ihrer Schwester, die halt vier Jahre jünger ist. Und das ist halt dann nicht unbedingt immer passend. Das versteht sie aber halt auch nicht dann.
Josie
01:14:22
Okay. Habt ihr mal eine Familienkonferenz gemacht, um zu überlegen, gemeinsam in einem ruhigen Moment, hey, manchmal streitet ihr echt viel. Was sind denn Ursachen? Warum streitet ihr überhaupt? Oder dass ihr mal drüber redet, so eine Art Mediation zu machen?
Kai
01:14:37
Nein, haben wir noch nie gemacht. Wir schlagen unsere Kinder eine Skur. Nein, machen wir nicht. Wir denken drüber nach, aber wir tun es nicht.
Josie
01:14:45
Aber könntest du dir das mal vorstellen, so in einem ruhigen Moment mit deinen drei Kindern da zusammen zu sitzen und zu überlegen, hey, ich würde mir wünschen, klar, Streit wird man nie ganz abschaffen können, aber… Es ist etwas, was uns als Eltern nicht gefällt, wie ihr miteinander umgeht.
Kai
01:15:02
Okay, diese Message haben sie schon bekommen.
Josie
01:15:06
Ja.
Kai
01:15:07
Vielleicht so einzeln oder so weiter im Gespräch. Aber es ist halt direkt weggewischt.
Josie
01:15:13
Ja, klar.
Kai
01:15:15
Wenn die eine was Doofes zu anderen sagt oder beim Aufstehen die andere anrempelt.
Josie
01:15:20
Okay.
Kai
01:15:21
Das sind ja auch Morgenmufflern wie meine Frau. Das haben sie von meiner Frau.
Josie
01:15:25
Dieses Morgenmuffliche.
Kai
01:15:26
Okay.
Josie
01:15:27
Das heißt, die benutzen sich gegenseitig, um ihren Frust ein bisschen rauszulassen.
Kai
01:15:32
Und du musst es dann aushalten. Man muss ja aneinander vorbeilaufen in einem Hausflur. Das ist ja, die Chance jemanden auszusehen zu rempeln, ist ja da groß. Auszusehen, in Anführungszeichen.
Josie
01:15:44
Okay. Es ist ja auch eine Möglichkeit von Kontaktaufnahme mit dem Geschwisterteil.
Kai
01:15:49
Ja, und dann eskaliert es dann direkt, weil beide dann zu wenig geschlafen haben. Weil die gehen ja abends auch nicht ins Bett. Wir halt Kinder sind, gehen ins Bett und dann müssen sie über 5 Mal aufs Klo und 3 Mal noch was trinken und dann ist man morgens überraschend müde. Sind ja alle schlauer, diese Kinder. Aber ich glaube, das kennen alle Eltern so.
Josie
01:16:09
Ja, das erzählen auch viele Eltern. Ja, das ist das Schöne.
Kai
01:16:12
Wenn Eltern untereinander erzählen, dann geht man heim und denkt, oh, warst du Glück, denen geht es genauso.
Josie
01:16:17
Ja, genau.
Kai
01:16:18
Sie war so, oh, okay, es ist nicht nur bei uns so.
Josie
01:16:21
Das ist etwas, was meine Schwester mir auch oft sagt, das ist die Hormone, wenn sie dann wieder sagt, dass sie nur vier Stunden geschlafen hat und noch Kraft an der Energie hatte, mitten, also sehr spät abends noch Plätzchen zu backen, wo ich mir denke, woher nimmst du die Kraft? Ich gerade mit meiner minus fünf oder minus zwei depressiven Verstimmung schaffe es noch nicht mal rechtzeitig aufzustehen oder überhaupt aufzustehen und dann tut die nachts noch Plätzchen backen, weil sie sagt, das macht ihr einfach Bock und Laune und ich schaue sie dann Ja.
Kai
01:16:52
Ich sage ja, das ist ja, also, Kinder sind extreme Energiequellen und halt auch gleichzeitig Energiesauger, das geht hin und her. Wenn sie klein sind und dann sind sie einfach nur süß und dann lächeln sie sich an, da kann ich direkt eine Schnelllader dranhängen. Zwei Finger, die Batterie ist voll. Aber ich sage ja immer, die machen das die ersten drei Jahre und dann werden sie ab drei, jetzt werden wir selbstständig und jetzt plötzlich sind wir eine eigene Person und dann verbrauen sie die Energie, die sie dir drei Jahre lang gegeben haben. Das Überlebensding von Kindern ist ja, dass sie drei Jahre süß sind oder vier Jahre. Und dann werden sie erst, wie sie dann werden, selbstständige Wesen.
Josie
01:17:35
So wie du über deine Kinder redest, glaube ich nicht, dass du es bereust, Kinder zu bekommen.
Kai
01:17:40
Ne, mache ich ja auch nicht.
Josie
01:17:41
Ne, ne?
Kai
01:17:42
Meistens.
Josie
01:17:43
Es gibt so einen Trend von Frauen, Karrierefrauen, weiß ich nicht. Da hat einer auch ein Buch darüber geschrieben. geben, mein Wunschkind irgendwas und dann beklagen sich die Mütter, wie anstrengend ist es mit dem Kind und dass sie das alles so nicht gewollt haben und auch nicht wollen und so weiter und so fort. Und davor, da gab es einen richtigen Trend vor ein paar Jahren. Hast du das mitbekommen?
Kai
01:18:08
Nee.
Josie
01:18:09
Gar nicht. Wo hauptsächlich Frauen halt dann über die Belastungen, die ein Kind mit sich bringen, dann einfach haben, dass man halt... seine eigenen Bedürfnisse zwangsläufig immer zurückstellen muss.
Kai
01:18:22
Ja, klar.
Josie
01:18:22
Wie schaffst du das mit deiner Erkrankung, diese Dauerbelastung auszuhalten? Du hast gesagt, sie geben viel Energie, sie saugen aber auch viel Kraft, das in Einklang zu bringen.
Kai
01:18:32
Keine Ahnung.
Josie
01:18:32
Was tust du konkret?
Kai
01:18:33
Nix.
Josie
01:18:35
Es ist einfach so. Du akzeptierst es?
Kai
01:18:40
Ja, das ist ja, was ich auch schon gesagt habe. Es ist halt einfach so dieses, du musst halt morgens raus. deine Kinder wollen was zum Anziehen haben, die wollen was zu essen haben, die hätten gerne ein Dach über dem Kopf, du bist halt nicht nur für eine Person verantwortlich, sondern für mindestens drei und deine Frau noch ein bisschen, weil die ja dann halt auch natürlich auch für die Kinder verantwortlich ist und entsprechend weniger Arbeit geht und so weiter. Und dann würdest du gerne, dass deine Kinder auch mal ein bisschen in Urlaub gehen oder so. Also ich will ja auch, dass meine Kinder was erleben und man nicht jeden Cent dreimal umdrehen muss, sodass Das wäre ja gesagt, war ja die Entscheidung, wann wir Kinder wollen, kam ja dann auch entsprechend mit dem Finanziellen mit. Ein Kind wird immer, also du wirst immer ein Kind durchkriegen, egal wie viel Geld du hast, aber da ist immer die Frage, was möchtest du deinem Kind bieten? Oh oh, sie schreibt wieder mit.
Josie
01:19:34
Ja, ich finde die Frage ganz gut, was willst du deinem Kind halt bieten?
Kai
01:19:38
Ach so, ja.
Josie
01:19:39
Was für eine Art von Leben.
Kai
01:19:42
Und da war es halt immer klar, wir wollen nicht, also unsere Kinder werden sicherlich auch verwöhnt, viel zu sehr oft. Aber immer noch irgendwo in Grenzen. Ich kenne auch andere, wo ich denke, boah, das sind echt vermönte Scheiße. Die kriegen alles reingebuttert. So extrem ist es bei uns nicht. Aber gleichzeitig, wenn es Sinn macht und wir können es uns auch irgendwie leisten, im Normalfall. Natürlich haben Kinder völlig verrückte Wünsche, die überhaupt keinen Sinn machen. Das ist dann aber eher so, wir könnten es uns schon leisten, aber nee.
Josie
01:20:15
Hast du ein konkretes Beispiel?
Kai
01:20:17
Nee, gar nicht. Aber Kinder wünschen sich alles immer ständig. und ich wäre wahrscheinlich noch spendabler als meine Frau. Meine Frau sagt immer, dafür gebe ich kein Geld aus. Die hat dann schon eher das Ding. Weil meine Frau dann auch, keine Ahnung, irgendwelche Dinger bestellt oder so, was sie dann süß findet und dann kriegen die Kinder es doch. Keine Ahnung, ich kann es gar nicht direkt festlegen, aber schon.
Josie
01:20:38
Ich bin mal gespannt, wenn wir mal Gäste haben und wir dann auch über das Thema Schwangerschaft und Kinderkriegen reden und wenn dann auch Frauen dabei sind. Ich war ja einmal schwanger, hatte aber dann eine Fehlgeburt bekommen. Das war eine ungeplante Schwangerschaft. Da haben wir einfach nicht gut aufgepasst, würde ich sagen. Wie das halt so ist. Ich habe keinen Schwangerschaftstest gemacht, sondern ich war bei der Frauenärztin, hatte eh gerade einen Kontrolltermin und meine Menstruation ist ausgeblieben. Und dann habe ich halt, da hat die dann noch gemeint, ja, vielleicht sind sie ja schwanger und so. ich so, ja, ja, von wem. Also kann ich mir nicht vorstellen und so und dann musste ich Urin abgeben und dann war tatsächlich, dann die Aussage, ja, sie sind schwanger und das war ja zu der Zeit, als ich an der Uni noch gearbeitet hatte, meine Dissertation voll im Blick hatte und Karriere machen wollte und das hat plötzlich auf einmal alles verändert. Ja, klar. Weil es war nichts mehr wichtig, außer dieses Wesen, was da in meinem Bauch heranwächst und Dieser Gedankenumschwenk, der war heftig krass, weil sowas hätte ich mir niemals vorstellen können, dass das mal mir passiert tatsächlich.
Kai
01:21:53
Direkt die Hormone rein und du bist direkt… Ich weiß nicht.
Josie
01:21:55
Ob es die Hormone sind, weil es war einfach, glaube ich, die Nachricht, ja, sie sind schwanger und ja, das hat auf einmal sehr viel in meinem Kopf verändert. Und das war ja auch Zeiten, in denen es mir nicht so gut ging und ich habe es aber halt leider relativ früh verloren.
Kai
01:22:10
Ja gut, so erstes Trimester dann.
Josie
01:22:11
Ja, genau. Abartige Schmerzen, die ich dabei hatte, weil es natürlich abgegangen ist. Und ich dachte, es hat die ganzen Beine runtergezogen und auch den Unterleib runtergezogen. Und ich dachte, was geht denn jetzt ab? Und ich habe dann wirklich gespürt, wie es dann weggegangen ist. Und das hat mich auch sehr traurig gemacht. Dann war ich auch zwei Wochen krankgeschrieben, deswegen kurzfristig. Und es hat die auch gewundert, warum ich krank geworden bin. Dann habe ich gesagt, ja, ich habe halt gerade ein Kind verloren. Ich habe sehr viel geweint, deswegen auch und sehr viel getrauert darum, dass es nicht geblieben ist. Also jetzt würde ich mich, glaube ich, bewusst nicht für ein Kind entscheiden, weil ich glaube, dass ich diese Stabilität nicht habe und auch diese Verantwortung nicht tragen könnte. Wenn aber nochmal so ein Fauxpas passieren würde, worauf wir natürlich schon gut aufpassen, würde ich, glaube ich, nicht sagen, dass ich abtreibe.
Kai
01:23:11
Okay.
Josie
01:23:12
Ja, weil das, glaube ich, würde ich dann behalten wollen. Manchmal denke ich so, ach, dann vielleicht nur eins.
Kai
01:23:20
Das wird dann aber ein verwöhnter Scheißer.
Josie
01:23:22
Ich weiß nicht, ob der dann verwöhnt wird oder nicht.
Kai
01:23:25
Auf jeden Fall.
Josie
01:23:27
Ja.
Kai
01:23:29
Wohl wir haben drei, das sind alles verwöhnte Scheißer.
Josie
01:23:33
Das kann ich mir nicht, obwohl doch, ich kann es mir ein bisschen vorstellen. Mein Papa hat uns früher auch immer sehr verwöhnt. der hat uns, Fast immer alles erlaubt, also fast immer alles erlaubt. Ich weiß nicht, woran es lag, aber weil wir auch seine Töchter waren und wie er uns wie Prinzessin behandelt hat, so ein bisschen und ganz viele Kuscheltiere gekauft hat und viele Kuscheltiere, unser ganzes Zimmer war voll mit Kuscheltieren. Ja, von meinen Großen auch. Und wir haben halt aber auch viel mit den Kuscheltieren gespielt, ja, das war schon.
Kai
01:24:06
Meine Kinder sagen ja auch ganz offiziell, sie gehen lieber mit dem Papa einkaufen. Das sagen die auch ganz offen, da haben die gar kein Geheimnis draus, dass es beim Papa viel besser ist, weil da gibt es immer was. Wie Mama es da knallhart oder knallhartter als ich.
Josie
01:24:19
Das war bei meinen Eltern auch so, weil die Mutter hat uns nie was erlaubt, wirklich glaube ich nie. Und die war immer so streng und kühl, würde ich sagen, ja kalt auch. Aber der Papa war immer so, ah ja, da und da und da und hat halt dann Geld verdient.
Kai
01:24:35
Und dann gibt es mal eine Fanta und Freiberg dich mal auf.
Josie
01:24:39
Ja, gut. Hast du noch irgendwas zu erzählen? Passt eigentlich.
Kai
01:24:44
Passt. Warum noch irgendwann mal ein Gast, der auch fährt auch ein, zwei Grad zum Thema Schwangerschaft ein. Wir kennen ja auch aus unserer Selbstständige Gruppe auch mit Kindern.
Josie
01:24:52
Wenn die Lust haben, ich weiß gar nicht.
Kai
01:24:53
Die werden gezwungen irgendwann mal.
Josie
01:24:55
Die werden gezwungen.
Kai
01:24:56
Also heute ist ja die erste Folge online gegangen. Heute ist der 8.12. für alle das Wissen. Das heißt, jetzt sind wir offiziell da.
Josie
01:25:06
Und können auf eure Anfragen reagieren.
Kai
01:25:10
Aber bis ihr die Folge habt, das sind ja noch ein, zwei dazwischen schon, deswegen ist es immer verwirrend. Diese Podcast-Zeit ist immer sehr, ihr werdet diese Folge gehört haben, werden wir. Nö, schon.
Josie
01:25:23
Passt eigentlich so.
Kai
01:25:24
Passt für heute, ja.
Josie
01:25:25
Zum Thema Familienplanung vielleicht noch eine Sache. Aus meinem Bekanntenkreis gibt es tatsächlich Leute, die planen, ganz genau, wann sie schwanger werden wollen, damit sie sagen können, ja, ich habe ein Sommerkind.
Kai
01:25:39
Ja, verstehe ich. Unser drittes Kind ist ein Sommerkind. Weil meine Frau ganz klar gesagt hat, sie möchte nicht nochmal, also die erste ist im Dezember, die zweite im Januar.
Josie
01:25:50
Ah, okay.
Kai
01:25:51
Sommerkind kam halt im April auf die Wind. Also Frühling. Aber es ging halt den Sommer raus dann.
Josie
01:25:57
Okay.
Kai
01:25:58
Problem war, wir hatten dann gar keine Kleider, weil wir hatten ja zwei Winterkinder, sprich.
Josie
01:26:03
Ah.
Kai
01:26:04
Plötzlich musste man Sommerkleider für so kleine kaufen, wo wir ja nie hatten, weil die ja dann schon größer waren bis zum Sommer.
Josie
01:26:10
Aber heutzutage wird auch viel Kleidung geschenkt, ne? Also oder verteilt oder?
Kai
01:26:15
Also weil, gut, die Kinder tragen das meiste einmal oder zweimal, weil die wachsen ja so schnell.
Josie
01:26:20
Ja.
Kai
01:26:20
Das heißt, wir haben vom ersten Kind, dann ging es rüber zu ihrer Cousine, die ist zwischendrin, dann kam es wieder zurück zu unserem zweiten Kind und dann jetzt zum dritten Kind und dann ist das Zeug, also dann haben es vier Kinder erlebt und jetzt merkst du, okay, jetzt kannst du dann langsam aussortieren. Und bei unseren ersten zwei waren halt auch einfach Riesenbabys. Die ersten Kleider, die wir damals gekauft haben, haben denen gar nicht gepasst, weil wir, also du hast jetzt so, du kaufst dir einen, dann kaufst du kleine Größe und dann waren die schon viel zu groß. Sprich, dieses Zeug wurde ungenutzt. Nur einmal für ein Foto, weil wir sehr süße Babykleider, die haben wir damals in den USA gekauft. Da gibt es noch mal ganz andere Dinge. Und dann mussten die da rein für ein Foto und dann haben die die nie wieder getragen, weil es war doch schon viel zu klein.
Josie
01:27:04
Ja, also Tipp für alle, die was schenken wollen für Eltern und ihre Kinder, kauft nicht zu kleine Größen, sondern lieber etwas, wo die Kinder dann reinwachsen können.
Kai
01:27:14
Schenkt ihnen Bodies. Bodies ist immer Mangel. Alles andere kriegt man hin, aber Bodies hat man immer zu wenig.
Josie
01:27:20
Das stimmt. Oder so eine Windeltorte.
Kai
01:27:23
Klassiker, ja. Gut, so viel könnt ihr nicht schenken, wie die brauchen.
Josie
01:27:27
Das stimmt, ja. Mein kleiner K***. der kann schon mittlerweile sagen, wann er auf die Toilette gehen muss. Sehr gut. Der lernt das jetzt so langsam.
Kai
01:27:36
Da wird die Welt langsam besser.
Josie
01:27:39
Und das finde ich schon, ja, trägt dann auch zum ersten Mal erst ein paar Unterhosen und so, also nicht paar, also eine Unterhose, aber ja, ist dann ganz stolz.
Kai
01:27:49
Meine Kleine ruft dann, also die geht jetzt schon länger, die ist ja vier, die geht ja schon.
Josie
01:27:53
Ja.
Kai
01:27:54
Aber die ruft dann immer, Papa!
Josie
01:27:56
Abwischen!
Kai
01:27:57
Das ist, wischen wir den Popo ab? Ja. Jetzt? Nein, ich bin doch gar nicht fertig. Okay, da hat es aber schon vorher abgeklärt, dass ich da quer durchs Haus quer durchs Haus.
Josie
01:28:08
Ja, also Kinder haben ja so total, also so Schamgefühle ist da. Aber das finde ich auch gut so. Es gibt ja auch Haushalte, in denen das anders läuft, wo es dann sehr schambehaftet ist.
Kai
01:28:21
Ja, seit Menschen sind ja ein sehr pupslastischer Humor. Sitzt dann auf dir und pupst dir aufs Bein und kriegt sich dann in mir ein, voll lacht.
Josie
01:28:30
Ja, witzig. Kinder sind schon sehr witzig.
Kai
01:28:32
Die Fäkalphase, die haben sie leider alle dann. Okay. Na gut.
Josie
01:28:38
Gut, dann wäre es das so zum Thema.
Kai
01:28:40
Machen wir heute die Tür zu. Ihr habt jetzt, wie gesagt, die wichtigen Links findet ihr in den Shownotes, wenn ihr Medikamente oder so habt. Fragt eure Ärzte, guckt da schon mal nach.
Josie
01:28:51
Vorbereitet euch gut, liest euch ein, fragt im Bekanntenkreis herum, baut euch ein Sicherheitsnetzwerk auf mit Fachpersonen. Hebammen sind auch, also eine gute Hebamme ist sehr viel wert.
Kai
01:29:03
Wichtig, gerade erstes Kind braucht ja viel von einer Hebamme eine gute. Am dritten wisst ihr selbst, was passiert. Da braucht ihr keine mehr. Ich kann euch nichts mehr erzählen.
Josie
01:29:12
Eine gute Hebamme ist sehr viel wert. Da hat meine Schwester auch ein paar Erfahrungen machen dürfen. Und was quatschen wir das nächste Mal?
Kai
01:29:19
Das werden wir dann sehen. Das können wir schon verraten, weil vielleicht ist es nicht die nächste Folge dann.
Josie
01:29:23
Ach so, ja genau.
Kai
01:29:25
Ja, daher würde ich sagen...
Josie
01:29:27
Und Embryotox.de, die Seite können wir euch sehr empfehlen. Da könnt ihr nach Medikamenten recherchieren oder nach dem Wirkstoff recherchieren und dann wisst ihr genau, worauf ihr euch da einlasst, wie da die Empfehlungen sind und bespricht es mit eurer Frauenärztin, mit eurem Psychiater gut, vorbereitet euch mental darauf und macht vielleicht auch einen Krisenplan. Also falls ihr in eine Wochenbett-Depression oder Psychose oder Manie kommen solltet, einen Krisenplan mit der Klinik zusammen, das wäre vielleicht der Ideal.
Kai
01:30:01
So im Haus solltet den Krisenplan, auch wenn ihr kein Kind habt, dann noch wichtiger, weil ihr habt plötzlich noch jemand Kleines, der sich nicht selbst versorgen kann.
Josie
01:30:12
Das stimmt, ja. Und auch für alle, die es vielleicht ungerne hören, es gibt auch das Jugendamt, das hilft und unterstützt und bietet Möglichkeiten ohne, also... Viele verbinden mit dem Jugendamt ja auch immer, die nehmen nur die Kinder weg, aber die bieten auch viel Unterstützungsmöglichkeiten für Mütter und für Familien. Kostenfrei. Von Steuerngeldern finanziert.
Kai
01:30:37
Von Steuerngeldern finanziert. Das ist ein Thema für dich, ne? Steuerngelder finanziert. Das habe ich heute schon mehrfach gehört.
Josie
01:30:43
Ich habe, glaube ich, nie, also ich wurde bisher immer von Steuengeldern finanziert an der Uni in Landau. Das war ja auch TVÖD, das ist ja auch Steuergelder, dann das Projekt Digital dabei. Das war auch durch europäischer Sozialfonds gefördert von Corona, also auch von Steuergeldern.
Kai
01:31:06
Seht ihr?
Josie
01:31:07
Ah, nee, jetzt bei der...
Kai
01:31:08
Wenn ihr wisst, wo ihr Geld hin geht, die Josy nimmt es.
Josie
01:31:11
Ich nehme es, ja.
Kai
01:31:12
Beide Hände.
Josie
01:31:13
Und kauf mir dann tolle Sachen.
Kai
01:31:16
Tolle Sachen.
Josie
01:31:18
Okay, gut.
Kai
01:31:19
Dann würde ich sagen, wir hören uns demnächst wieder.
Josie
01:31:21
Ich hoffe, die Folge hat euch gefallen und wir haben ein bisschen euch ein paar Infos getroffen. Das könnt ihr uns überall hören.
Kai
01:31:28
Wenn ihr diese Folge hört, hört ihr uns schon auf allen Plattformen. Daher lasst uns ein paar schöne Sterne da. Gerne mal einen netten Spruch in den Kommentaren.
Josie
01:31:38
Oder eure Erfahrungen.
Kai
01:31:39
Oder eine E-Mail. In den Donuts steht auch unsere E-Mail-Adresse. Wenn ihr mal Gast sein wollt oder Gästin, einfach schreibe. Kriegen wir alles hin. Freuen wir uns drauf auf interessante Gespräche. Daher will ich sagen, bis zum nächsten Mal. Ciao, ciao.
Josie
01:31:55
Macht's gut. Tschüssi.

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